Deutschland lebt auf Pump - Ressourcen für 2018 sind aufgebraucht | Aktuell Welt | DW | 01.05.2018
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Umwelt

Deutschland lebt auf Pump - Ressourcen für 2018 sind aufgebraucht

Jahr für Jahr verbrauchen die Menschen mehr natürliche Ressourcen als der Planet zur Verfügung hat. Auch Deutschland überlastet die Erde. Das Land lebt von Mittwoch an wieder auf "Kredit", die Substanz ist aufgebraucht.

Deutschland Braunkohlekraftwerk in der Lausitz (picture-alliance/dpa/P. Pleul)

In der Lausitz steht das größte Braunkohlewerk Deutschlands

Deutschland wird an diesem Mittwoch seine natürlich verfügbaren Ressourcen für 2018 aufgebraucht haben. Das ergeben Berechnungen der Forschungsorganisation Global Footprint. Die 82 Millionen Menschen in Deutschland lebten dann für den Rest des Jahres auf Kosten kommender Generationen und der Menschen im Süden, teilte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch mit.

Drei Planeten wären nötig

Dass Deutschland diesen Zeitpunkt etwa eine Woche später als im letzten Jahr erreiche, hänge dabei nicht mit echten Verbesserungen, sondern nur mit wetterbedingten Emissionsschwankungen zusammen, betonte Germanwatch mit Verweis auf Global Footprint. Ein Sprecher der Organisation ergänzte: Wenn alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften würden wie in Deutschland, dann bräuchte die Weltbevölkerung drei Erden. Der sogenannte ökologische Fußabdruck der Menschen und der Wirtschaft müssten kleiner werden. Deutschland liege beim Verbrauch im globalen Vergleich im oberen Viertel aller Länder.

Und: Bisher sei keine Trendwende in dem viel zu großen Ressourcenverbrauch in Sicht, sagte Julia Otten von Germanwatch: "Der Tag zeigt, dass wir schnell unseren CO2-Ausstoß verringern müssen, der in Deutschland seit 2009 nicht mehr gesunken ist." Vor allem bei den Emissionen aus der Energieversorgung und dem Verkehr bestehe dringender Handlungsbedarf.

Überfordert in vielfacher Hinsicht

Aber auch der Flächenbedarf für die Fleischproduktion und die Überlastung der Böden durch Düngemittel überfordere den Planeten. "Die neue Bundesregierung muss die Klima- und die Agrarpolitik zusammen denken", forderte Lena Michelsen vom Entwicklungsnetzwerk Inkota in der von mehreren Umweltgruppen gemeinsam unterzeichneten Mitteilung.

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Mathis Wackernagel von Global Footprint gab zu bedenken, dass es auf Deutsch, Italienisch oder Französisch keinen treffenden Begriff für die Überlastung des Planeten gebe. Das sei bezeichnend und vergleichbar mit einer Krankheit, für die der Arzt keinen Namen und keine echte Therapie habe.

Im August wird der sogenannte globale Erdüberlastungstag erwartet. Berechnet wird dieser Tag mit dem ökologischen Fußabdruck, den die Weltbevölkerung ingesamt Jahr für Jahr hinterläßt. Auf der einen Seite steht dabei die biologische Kapazität der Erde, Ressourcen aufzubauen. Das geschieht zum Beispiel durch nachwachsende Rohstoffe und durch den Abbau etwa von CO2-Emissionen. Auf der anderen Seite wird der Gesamtbedarf des Menschen an natürlichen Ressourcen dagegen aufgerechnet.

haz/uh (dpa, kna)

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