Deutschland gewährt EU-weit am häufigsten Asyl | Aktuell Europa | DW | 25.04.2019
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Migration

Deutschland gewährt EU-weit am häufigsten Asyl

Eigentlich sind die Kriterien für eine Anerkennung von Asylbewerbern in der EU gleich, tatsächlich gibt es aber große Unterschiede. Tschechien zeigte sich 2018 wenig aufnahmefreudig, Deutschland dagegen schon.

Deutschland Zentrale Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt | männliche Asylbewerber (picture-alliance/dpa/P. Pleul)

Rund 330.000 Menschen beantragten im Vorjahr in der EU Asyl, die meisten nahm Deutschland auf (Archivbild)

Die EU-Mitgliedstaaten haben im vergangenen Jahr knapp 333.000 Asylbewerber als schutzberechtigt anerkannt. Deutschland gewährte 2018 im europäischen Vergleich am weitaus häufigsten Asyl oder einen anderen Schutzstatus. 40 Prozent der positiven Entscheidungen europaweit seien in der Bundesrepublik getroffen worden, teilte die EU-Statistikbehörde in Luxemburg mit.

Das waren laut Eurostat knapp 140.000. Es folgten Italien (47.900) und Frankreich (41.400). Am geringsten war die Chance auf einen positiven Asylbescheid in Polen (14 Prozent) und in Tschechien mit einer Anerkennungsrate von lediglich elf Prozent.

Zahlen EU-weit rückläufig

EU-weit ging die Zahl der neuen Anerkennungen von Schutzsuchenden im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück. Sie fiel um fast 40 Prozent. Die meisten positiven Bescheide gingen an Syrer (96.100), Afghanen (53.500) und Iraker (24.600). 70 Prozent der Syrer erhielten ihren Schutzstatus in Deutschland.

Der Rückgang bei der Zahl neuer Asylanträge im vergangenen Jahr dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, "dass wir weltweit einen Höchststand an Fluchtbewegungen verzeichnen", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), Petra Bendel. Durch die Kooperation mit der Türkei, die Schließung der "Balkanroute" und die verwehrte Seenotrettung im Mittelmeer erreichten jedoch weniger Menschen Europa.

Gegen die "Sekundärmigration"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist dennoch der Ansicht, dass die sogenannte Sekundärmigration - also die Migration von Asylsuchenden aus anderen EU-Staaten nach Deutschland - noch zu groß ist. In einem Gesetzentwurf aus seinem Haus, der kurz vor Ostern vom Kabinett beschlossen wurde, heißt es, Menschen, die bereits in einem anderen EU-Staat einen Schutzstatus haben, sollten nur noch für maximal zwei Wochen eine "Überbrückungsleistung" erhalten.

Damit soll erreicht werden, dass sie möglichst schnell in das Land zurückkehren, in dem sie als Flüchtling schon anerkannt wurden. Die Organisation Pro Asyl sieht das als Teil eines "gnadenlosen Entrechtungswettbewerbs zwischen den EU-Staaten".

haz/uh (dpa)

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