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Deutsche Exporte steigen deutlich

10. März 2017

Die Nachfrage nach "Made in Germany" boomt. Der Jahresbeginn beschert Deutschlands Exporteuren einen Traumstart. Der Außenhandelsüberschuss steigt weiter.

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Containerhafen von Hamburg
Bild: picture-alliance/dpa/C. Charisius

Deutschlands Exportunternehmen sind mit hohem Tempo in das Jahr 2017 gestartet. Waren im Wert von 98,9 Milliarden Euro gingen ins Ausland - ein Januar-Rekord und ein Zuwachs von 11,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Der Außenhandelsverband BGA sprach von einem "glanzvollen Auftakt" - trotz aller Unsicherheiten. "Sowohl im Handel mit unseren direkten europäischen Nachbarn als auch mit Drittländern stehen wir im Augenblick sehr gut da", sagte BGA-Präsident Anton Börner. Zugleich warnte er aber vor zu großem Optimismus.

Besonders stark wuchs die Nachfrage nach "Made in Germany" im Januar mit einem Plus von 17,7 Prozent auf 40,1 Milliarden Euro in Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU). Wichtigster Markt war aber weiterhin die Union. Dorthin lieferten Unternehmen Waren im Wert von 58,8 Milliarden Euro (plus acht Prozent). Auch die Importe stiegen im Vergleich zum Vorjahr kräftig um 11,7 Prozent auf 84,0 Milliarden Euro. Weil Deutschland mehr aus- als einführte, ergab sich unter dem Strich ein Außenhandelsüberschuss von 14,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 13,2 Milliarden).

Öl ins Feuer der Kritiker

Deutschlands Exportstärke sorgt immer wieder für Kritik bei Handelspartnern, zuletzt vor allem in den USA unter der Regierung von Präsident Donald Trump. Im Vergleich zum schwachen Vormonat stiegen die Ausfuhren den Angaben zufolge im Januar kalender- und saisonbereinigt um 2,7 Prozent. Volkswirte hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Für das Gesamtjahr traut der BGA dem Export ein Plus von bis zu 2,5 Prozent auf einen Höchstwert von 1,24 Billionen Euro zu. Es wäre das vierte Rekordjahr in Folge. Börner warnte allerdings auch: "Das Jahr wird noch lang und ist gespickt mit politischen und auch wirtschaftlichen Herausforderungen." Sorgen bereiten der Branche Abschottungstendenzen in den USA, aber auch die wachsende Kritik an Freihandel sowie Renationalisierungstendenzen in Europa.

zdh/bea (dpa, afp)