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Deutsche Bank zahlt an Kirch-Erben

20. Februar 2014

Vergleichsweise günstig ist der Streit um die Medienpleite des Kirch-Imperiums heute zuende gegangen: Anstatt der geforderten Milliarden zahlt die Deutsche Bank den Kirch-Erben Schadensersatz in vielfacher Millionenhöhe.

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Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main
Bild: picture-alliance/dpa

Der jahrelang schwelende Streit zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienmagnaten Leo Kirch ist beigelegt: 775 Millionen Euro plus Zinsen zahlt das Geldhaus für die Pleite des Kirch-Medienkonzerns.

Zwölf Jahre hatte der Prozeß gedauert. Aufsichtsratchef Paul Achleitner soll den Vergleich unterstützt haben, zitierten mehrere deutsche Tageszeitungen aus informierten Kreisen.

Eine tragende Rolle sei auch Jürgen Fitschen und Co-Chef Anshu Jain zugekommen, die die Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank in diesem Jahr beilegen wollten. Zum genauen Zeitpunkt und zur Höhe der einzelnen Zahlungen gibt es derzeit noch keine Angaben.

Pleite nach TV-Interview

Die Kirch-Familie hatte von der Deutschen Bank Schadensersatz in Milliardenhöhe gefordert.

Leo Kirch Medienunternehmer Kirch-Gruppe
Leo Kirch (1926-2011)Bild: picture-alliance/dpa

Der damalige Vorstandschef der Bank, Rolf Breuer, sei mitverantwortlich für die Pleite von Leo Kirch gewesen - so der Vorwurf der Kläger. Er habe die Kreditwürdigkeit Kirchs im Jahr 2002 öffentlich in einem TV-Interview infrage gestellt.

Vor einem Jahr hatte das Oberlandesgericht München der Familie grundsätzlich einen Schadensersatzanspruch zugesprochen. Die genaue Höhe sollte durch ein separates Gutachten festgelegt werden.

Erben mit dem Vergleich zufrieden

Die Kirch-Erben zeigten sich mit dem Vergleich zufrieden. Sie hätten sich gewünscht, dass Leo Kirch dies noch erlebt hätte, so ein Sprecher. Der Schaden sei allerdings "nur in Teilen wieder gutgemacht" worden. Der Unternehmer Leo Kirch war bereits im Sommer 2011 verstorben.

Auch die Spitze der Deutschen Bank äußerte sich positiv über die Einigung: "Mit der heutigen Vereinbarung legen wir einen altbekannten und langjährigen Rechtsstreit bei", so die Vorstandschefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain in ihrer Erklärung.

Die Gläubiger können nun auf weiteres Geld hoffen. Zuletzt hatten sie Ende Oktober rund 92 Millionen Euro bekommen. Insgesamt haben sie in dem Insolvenzverfahren bisher 876 Millionen erhalten. Über vier Milliarden Euro sollen noch offen sein.

js/haz (rtr, dpa)