Deutsche Bahn und Gewerkschaft EVG einigen sich im Tarifstreit | Aktuell Deutschland | DW | 15.12.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Tarifkonflikt

Deutsche Bahn und Gewerkschaft EVG einigen sich im Tarifstreit

Weitere Streiks soll es nicht geben, sagt die EVG. Die Lokführergewerkschaft GDL hingegen hat die Gespräche mit der Bahn abgebrochen - und droht mit streikähnlichen Maßnahmen.

Die Deutsche Bahn (DB) und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG haben sich im Tarifkonflikt geeinigt. Die Gewerkschaft verständigte sich nach eigenen Angaben mit der DB auf eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen: Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent. Zudem erhalten die Beschäftigten im Februar eine Einmalzahlung von 1000 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 29 Monaten bis Ende Februar 2021. Weitere Streiks seien damit abgewendet. 

"Der Abschluss ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für unsere Belegschaft und ein großer Schritt in eine noch modernere Tarif- und Arbeitswelt", erklärte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Auch die EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba ist mit dem Ergebnis der Verhandlungen zufrieden. "Unser Warnstreik hat eindeutige Signale gesendet. Wir wollten mehr Geld und eine kürzere Laufzeit als die von der DB AG angebotenen 34 Monate. Das konnten wir dank der großartigen Beteiligung unserer Mitglieder am Arbeitskampf jetzt durchsetzen." Am Montag hatte die EVG mit einem rund vierstündigen Warnstreik große Teile des Zugverkehrs lahmgelegt und Millionen Berufspendler getroffen. 

Lokführergewerkschaft weiter unzufrieden

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hatte ihrerseits die Gespräche mit der Bahn am Freitag für gescheitert erklärt. Es bleibe dabei, dass es zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel keine Streiks geben werde, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Es könne allerdings sein, dass die Kollegen, "die hunderte Überstunden vor sich herschieben, nunmehr von ihrem Recht Gebrauch machen, in Freizeit zu gehen", sagte Weselsky. "Dass das eventuell Auswirkungen hat, die einem Streik vergleichbar sind, ist nicht unsere Schuld."

Die Bahn verhandelte wochenlang mit den beiden Gewerkschaften. Die EVG hatte ebenso wie die GDL ursprünglich 7,5 Prozent mehr Lohn gefordert. Zudem wollten die Arbeitnehmervertreter für die Beschäftigten Verbesserungen unter anderem bei Urlaubs- und Arbeitszeiten sowie der betrieblichen Altersvorsorge durchsetzen. Beide Gewerkschaften zusammen vertreten rund 160.000 Mitglieder. 

jv/jj (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt