Deutlich weniger Touristen nach Terror-Anschlägen | DW Reise | DW | 22.09.2015
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Reise

Deutlich weniger Touristen nach Terror-Anschlägen

Zwei Anschläge von Extremisten auf Urlauber in diesem Jahr haben der Tourismusindustrie in Tunesien schwer geschadet. Nun schließt auch das Unternehmen Riu drei Hotels.

Die Zahl der ausländischen Touristen sei in den ersten acht Monaten dieses Jahres um eine Million auf vier Millionen zurückgegangen, teilte das Tourismus-Ministerium am Montag in Tunis mit.

Im Juni hatte ein Islamist 38 Menschen in einem Hotel in Sousse erschossen. Drei Monate zuvor waren 21 Urlauber bei einem Angriff Bewaffneter auf das Bardo-Museum in Tunis getötet worden. Zu beiden Taten bekannte sich die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS). Infolge der Anschläge wurden Hotels geschlossen, Reiseveranstalter strichen Tunesien-Reisen aus ihren Programmen. Am Dienstag erklärte nun auch der spanische Hotelbetreiber Riu, dass er in drei seiner insgesamt zehn Hotelanlagen über die Wintersaison den Betrieb einstellen werde.

Verzeichnete der Tourismus in Tunesien nach der Bardo-Attacke im März bereits einen großen Einbruch, so bedeutete der zweite Anschlag im Juni für die Branche geradezu eine Katastrophe. Länder wie Großbritannien und Dänemark sprachen Reisewarnungen aus. Deutschland tat das nicht, dennoch buchten nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) viele Bundesbürger um und wichen auf andere Reiseziele aus.

Nach Angaben des tunesischen Tourismusministeriums sank die Zahl europäischer Touristen nach den Terroranschlägen um 50 Prozent. Kompensiert wurde dieser Einbruch zum Teil durch algerische Urlauber und Heimatbesuche von Auslandstunesiern, deren Zahlen deutlich stiegen, wie es heißt.

Der Tourismus gehört zu den Säulen der tunesischen Wirtschaft. Rund sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes hat das Land bisher in diesem Sektor erwirtschaftet. Rund 400.000 Menschen verdienten ihr Geld mit Urlaubern. Nach dem Sturz des Langzeitmachthabers Zine el Abidine Ben Ali 2011 brach der Tourismus ein. Die Branche hatte sich wieder halbwegs erholt, als es zu den Terroranschlägen kam.

ks/ak (dpa, reuters)