Der Winter hält Deutschland fest im Griff | Aktuell Deutschland | DW | 09.01.2019
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Schnee und Eis

Der Winter hält Deutschland fest im Griff

Blockierte Straßen, von der Außenwelt abgeschnittene Orte, und eine immer noch wachsende Lawinengefahr. Riesige Schneemassen beherrschen das Leben in Süddeutschland und in Österreich. Und es soll weiter schneien.

Im Berchtesgadener Land ist eine Lawine abgegangen und hat eine Straße in Marktschellenberg teilweise verschüttet. Erst die Rettungskräfte konnten Entwarnung geben - es kam niemand zu Schaden. 

In einem Vorort Berchtesgadens sitzen rund 350 Menschen fest und müssen per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden. Die einzige Straße zum Ortsteil Buchenhöhe in der Nähe des Obersalzbergs sei bis auf weiteres gesperrt, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes. Inzwischen sei damit begonnen worden, die Strecke zu räumen. Mehrere Bäume drohten allerdings unter der schweren Schneelast umzustürzen und müssen deshalb gefällt werden. Bislang konnten nur Einsatzkräfte die eingeschneiten Bewohner erreichen.

Auch die Menschen in der oberbayerischen Gemeinde Jachenau bei Bad Tölz sind auf Lebensmittellieferungen angewiesen, weil die Zufahrtsstraße gesperrt ist. Bewohner und Rettungskräfte können das Dorf aber über einen Forstweg erreichen. 

Lange Staus, keine Schule

Starke Schneefälle lähmen den Verkehr in weiten Teilen Süddeutschlands. Die Autobahn 8 war in Richtung München bei Friedberg voll gesperrt. Ein Lastwagen mit Anhänger stand quer über alle Fahrspuren, teilte die Polizei mit. Die Schneemassen stellten die Räumdienste vor erhebliche Probleme. Im oberbayerischen Landkreis Miesbach wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Vielerorts gab es Unfälle. In vielen Schulen Bayerns fällt an diesem Mittwoch der Unterricht aus. Die Schüler mehrerer Landkreise wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Deutschland Winter & Schnee in Bayern | Autobahn 9 (picture-alliance/dpa/M. Balk)

Im Dauereinsatz: Räumfahrzeuge des Winterdienstes

Bei Verkehrsunfällen mit Schulbussen gab es am Mittwoch auf glatten Straßen außerdem zahlreiche Verletzte. Bei Saaldorf im südlichen Oberbayern kam ein Bus von der Straße ab. Der Fahrer verletzte sich schwer, 21 Kinder wurden nach Angaben der Polizei leicht verletzt. Bei der Kollision zweier Schulbusse in Herrieden im weiter nördlich gelegenen Mittelfranken wurden zwölf Kinder leicht verletzt, wie die Polizei in Nürnberg mitteilte. Einer der Busse geriet demnach offenbar wegen Glätte in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn.

Die Lawinengefahr steigt

Auch in Österreich bleibt die Lage bedrohlich: In der Steiermark wird beraten, in welchen Gebieten die Menschen ihre Häuser und Höfe verlassen müssen. Sie wohnen in Zonen, die erfahrungsgemäß von Lawinen erreicht werden können. Dort, im Bundesland Salzburg und in Teilen Niederösterreichs wurde die höchste Lawinen-Warnstufe ausgerufen. Auch hier sind einige Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, unter anderem in der Touristenregion Obertauern. Und Entspannung ist nicht in Sicht: Sowohl für große Teile Österreichs als auch für Bayern werden weitere teils ergiebige Schneefälle erwartet. Für das Erzgebirge im Süden Sachsens und Südbayern gelten Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes.

Schnee in Südbayern (picture-alliance/dpa/A. Warmuth)

Wegen der Schneemassen sind Straßen etliche gesperrt

Ebenfalls mit Schnee haben die Menschen im Harz zu kämpfen: Am Dienstag sollen auf dem Weg zum Brocken Passagiere stundenlang in der Harzer Schmalspurbahn festgesessen haben. Die Bahn hatte sich in einer Schneewehe festgefahren.

Doch auch der eher milde Westen Deutschlands ist vom Winterwetter betroffen: Am Flughafen Köln/Bonn legten Eisregen und Hagel am Mittwoch morgen zeitweise den Betrieb lahm. Der Flugbetrieb sei für eine gute Stunde unterbrochen gewesen, sagte eine Sprecherin.

Der Norden hat dagegen mit Sturmfluten zu kämpfen. Unter anderem wurden die Lübecker Altstadt und Teile Wismars überflutet.

mm/wa (dpa, afp)

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