Der US-Präsident rügt seinen Seuchenexperten | Aktuell Amerika | DW | 17.09.2020
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COVID-19

Der US-Präsident rügt seinen Seuchenexperten

Donald Trump legt sich mit einem Gesundheitsexperten der obersten Regierungsebene an. Es geht um die Frage, ab wann ein COVID-19-Impfstoff für die gesamte amerikanische Bevölkerung verfügbar sein wird.

CDC-Direktor Dr. Robert Redfield bei der Anhärung im Senat

CDC-Direktor Dr. Robert Redfield bei der Anhörung im Senat

US-Präsident Donald Trump hat den Amerikanern schon sehr bald einen COVID-19-Impfstoff in ausreichender Menge versprochen. "Sobald die (US-Arzneimittelbehörde) FDA den Impfstoff genehmigt, werden wir bis Ende dieses Jahres 100 Millionen Dosen - und eine große Anzahl sogar viel früher - verteilen können", sagte Trump im Weißen Haus. Der Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, hatte dagegen einen Zeithorizont bis Mitte 2021 genannt.

"Wenn Sie mich fragen, wann das allgemein für die amerikanische Bevölkerung verfügbar sein wird, damit wir die Impfung nutzen und zu unserem normalen Leben zurückkehren können, dann schauen wir, denke ich, in Richtung des späten zweiten oder des dritten Quartals 2021", sagte Redfield bei einer Anhörung im US-Senat. Er stand dabei unter Eid.

"Ich denke, er hat vermutlich die Frage falsch verstanden", erklärte Trump vor der Presse zu Redfields Worten. "Ich denke, er war verwirrt."

"Maske wichtiger als Impfung"

Redfield erläuterte im Senat auch, dass Masken aktuell das "wichtigste Instrument" im Kampf gegen die Pandemie seien. Er würde sogar sagen, dass eine Maske einen höheren Schutz gegen das Coronavirus biete als eine Impfung.

Trump widersprach auch hier: "Nein, ein Impfstoff ist viel effizienter als die Masken." Er habe Redfield angerufen und ihm gesagt, dass er die Frage falsch beantwortet habe.

US-Präsident Donald Trump bei der Pressekonferenz im Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump bei der Pressekonferenz im Weißen Haus

Die Pandemie im Wahlkampf

Die Corona-Krise mit mehr als 195.000 Todesfällen in den USA ist zu einem wichtigen Thema im Wahlkampf ums Weiße Haus geworden. Trump hatte mehrfach davon gesprochen, dass ein Impfstoff noch bis Ende Oktober zugelassen werden könnte - und damit vor der Präsidentenwahl am 3. November. Sein Herausforderer Joe Biden hat ihm deswegen die Eignung für das höchste Amt im Land abgesprochen. "Die erste Aufgabe des Präsidenten besteht darin, das amerikanische Volk zu schützen, und das wird Trump nicht tun. Das disqualifiziert ihn völlig", sagte der Präsidentschaftskandidat der Demokraten nach einem Treffen mit Gesundheitsexperten im US-Bundesstaat Delaware.

Biden beschuldigte Trump zudem, die Suche nach einem Corona-Impfstoff für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Er glaube dessen Äußerungen nicht, wonach schon in wenigen Wochen ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, erklärte der Demokrat. Der Prozess sollte sich an wissenschaftlichen und Sicherheitsstandards orientieren, nicht an der Politik, forderte er.

rb/rk (afp, ap, dpa, rtr)

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