Der Tippelbruder | Wort der Woche | DW | 23.04.2021
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Wort der Woche

Der Tippelbruder

Zog ein Tippelbruder früher durchs Land, standen ihm spannende und lehrreiche Zeiten bevor. Für einen heutigen Tippelbruder gilt das eher nicht.

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Der Tippelbruder

Im 19. Jahrhundert wollten viele junge Männer Tippelbrüder werden. Im Kompositum „Tippelbruder“ steckt zum einen „Bruder“, was hier keine richtige Verwandtschaftsbezeichnung ist, sondern meint, dass jemand das Gleiche tut wie man selbst. Zum anderen steckt in dem Begriff das veraltete Verb „tippeln“, was so viel heißt wie „in kleinen Schritten zu Fuß gehen“ oder „wandern“. Im eigentlichen Sinn ist ein Tippelbruder ein Handwerksgeselle. Dieser geht während seiner Ausbildungszeit auf Wanderschaft, um sein Handwerk bei verschiedenen Meistern in verschiedenen Städten zu erlernen. Diese Wanderschaft nennt man auch „Walz“ oder „Tippelei“. Die Tippelei versprach früher viele lehrreiche Eindrücke und sicher auch das ein oder andere Abenteuer. Heute will man dagegen kein Tippelbruder mehr sein. Der Begriff wird umgangssprachlich nur noch abwertend für jemanden genutzt, der kein festes Zuhause hat, ein Obdachloser ist, der umherzieht. Ähnliche Begriffe sind „Landstreicher“ oder „Streuner“. Auf diese Art von „Abenteuer“ verzichten die meisten wohl lieber, wenn sie können.

 

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