Der Preis der süßen Früchte | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 16.03.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

DokFilm

Der Preis der süßen Früchte

Costa Rica: größter Ananas-Produzent der Welt und wichtigster Lieferant für deutsche Verbraucher. Doch die Früchte werden in riesigen Monokulturen angebaut - unter massivem Einsatz von Pestiziden. Was bedeutet das für das Ökosystem des Landes?

Video ansehen 26:01
Jetzt live
26:01 Min.

Südfrüchte wie Ananas, Bananen und Kiwis werden schon seit vielen Jahren in deutschen Supermärkten angeboten. Doch der schöne Schein der beliebten Produkte trügt. Die makellosen Früchte sind so billig, weil in den Anbauländern bei Arbeitslöhnen und an gesundheitlich vertretbaren Anbaumethoden gespart wird. Costa Rica ist der größte Ananas-Produzent der Welt und wichtigste Südfrucht-Produzent für den deutschen Markt. Zusätzlich ist Costa Rica als Öko-Musterland und für nachhaltigen Tourismus bekannt. Doch gerade in diesem Land klagen Plantagenarbeiter über fehlende Arbeitnehmerrechte. Ananas werden hier in riesigen Monokulturen unter massivem Pestizideinsatz angebaut und geerntet. Laut Studien der Nationaluniversität Costa Ricas hat das Herkunftsland der Südfrüchte weltweit den größten Pestizid-Einsatz pro Hektar. Die Folgen: Plantagenarbeiter klagen über Hautausschläge und Kopfschmerzen. Im Zentrum des Ananas-Anbaus, nordöstlich der Hauptstadt San José, müssen Tanklaster Dörfer regelmäßig mit sauberem Trinkwasser versorgen, weil das Grundwasser dort mit giftigem Bromacil verseucht ist, ein in der EU längst verbotener Unkraut-Vernichter. Im Norden des Landes bedrohen riesige Ananas-Plantagen traditionelle Kleinbauern in ihrer Existenz, und auch im Südwesten breiten sich konventionelle Bananenfelder immer weiter aus. In Europa haben viele Supermärkte inzwischen erkannt, dass mit Nachhaltigkeit Geld zu verdienen ist. Fast alle Ketten haben sich ökologischen Gütesiegeln verschrieben, die für sozialverträglichen Anbau und sparsamen Pestizid-Einsatz stehen. Aber anhand von Costa Rica zeigt sich, dass es mit solchen Versprechungen nicht immer weit her ist. Zwar gibt es Farmer, die sich mit neuen Anbaukonzepten selbstständig gemacht haben und Costa Ricas Biosparte wächst kontinuierlich. Doch Bio-Ananas und Bio-Bananen benötigen ebenfalls riesige Flächen - es entstehen Monokulturen mit Folgen für das Ökosystem.