Der Mond und die Popmusik: 12 berühmte Mond-Songs | Kultur | DW | 16.07.2019
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50 Jahre Mondlandung

Der Mond und die Popmusik: 12 berühmte Mond-Songs

Moondance, Bad Moon Rising, Moonshadow - viele Popsongs drehen sich um den Mond. Was macht ihn auch in der Popmusik zum Mythos? Was inspiriert Songschreiber? Manchmal gibt es ganz profane Antworten...

Bad Moon Rising 
Es war ein alter Horrorstreifen, der John Fogerty zu diesem Song für Creedence Clearwater Revival inspiriert hatte. Im Lied geht es um einen Mann, der dem Teufel seine Seele verkauft. "Die Geschichte spielt Anfang des 18. Jahrhunderts auf dem Land", erzählt Fogerty in dem Buch "the story behind...". "Es wütete ein schrecklicher Wirbelsturm, der wirklich alles und jeden zerstörte. Als der vorbei war, machten die Überlebenden eine merkwürdige Entdeckung. Das einzige Feld, das unversehrt war, war das Kornfeld des Mannes, der seine Seele zuvor an den Teufel verkauft hatte." Aus dieser Geschichte wurde schließlich "Bad Moon Rising" - der schlechte Mond, der aufgeht, ist Vorbote eines großen Unglücks. Im Refrain heißt es: "Geh heute Nacht nicht raus, es will dir dein Leben nehmen - da geht ein schlechter Mond auf…"

Pink Moon 
Pink Moon ist der Vollmond zu Frühlingsbeginn - und verheißt ebenfalls nichts Gutes. Zweieinhalb Jahre nachdem Nick Drake das Album "Pink Moon" Anfang 1972 veröffentlichte, starb er. Drake war depressiv - Klinikaufenthalte und Medikamente konnten ihm nicht helfen. Er wurde schließlich mit einer Überdosis Antidepressiva tot in seinem Bett aufgefunden. Drake wurde nur 26 Jahre alt. Seine Musik hat Musiker wie Elton John und Norah Jones inspiriert. Das Album "Pink Moon" hatte Drake in nur zwei Nächten eingespielt - nur mit Gitarre, Gesang und ein paar Klavierakkorden. Der Titelsong "Pink Moon" beinhaltet eine Warnung: "Der rosa Mond ist auf dem Weg und er wird euch alle kriegen."

Die Band R.E.M. 1998 bei den MTV Europe Awards, drei Musiker, in der Mitte Sänger Michael Stipe (picture-alliance/dpa)

Die Band R.E.M. 1998

Man On The Moon
Hier geht es nicht um Astronauten. Der R.E.M.-Song ist Teil des Soundtracks zum gleichnamigen Film über den US-Komiker Andy Kaufman (im Film gespielt von Jim Carrey). Kaufman war in den 1970er Jahren ein beliebter Fernsehstar. Mit dem Film setzte Regisseur Miloš Forman Kaufman 1999 ein Denkmal - und Michael Stipe verarbeitete für R.E.M. das Leben des Komikers in diesem Song. Kaufman starb 1984. Es gibt aber die Legende, dass Kaufman noch lebt - er selbst hatte zu Lebzeiten seinem Publikum angedeutet, dass er nach seinem Tod möglicherweise wieder auftauchen würde. So munkelten einige bei der US-Präsidentschaftswahl 2016, dass Donald Trump in Wirklichkeit Andy Kaufman sei, der sich nur einen schlechten Scherz erlaube…

The Police Konzert, Sting und seine beiden Kollegen Stewart Copeland (dr) und Andy Summers (git) (picture-alliance/KPA)

The Police 1979: Sting und seine beiden Kollegen Stewart Copeland (dr) und Andy Summers (git)

Walking On The Moon
"Giant steps are what you take, walking on the moon, I hope my legs don't break, walking on the moon" - übersetzt heißt das etwa: "Du machst große Schritte, wenn du auf dem Mond gehst, ich hoffe, meine Beine werden nicht brechen, wenn ich auf dem Mond gehe". Die drei Jungs von The Police haben zehn Jahre nach der ersten Mondlandung die Befürchtung, man könne sich trotz der auf dem Mond herrschenden Schwerelosigkeit die Beine brechen. Nicht von ungefähr: Frontsänger Sting ist diese Nummer eingefallen, als er betrunken im Hotelzimmer herumstakste. 

Moonshadow 
Cat Stevens, der sich heute Yusuf Islam nennt, ist im Londoner Westend aufgewachsen, wo es nie wirklich dunkel wurde. "Ich habe nie den Mond gesehen, überall waren nur Straßenlampen", erinnert er sich später in einer TV-Show. "Und dann stand ich in einer wunderschönen Mondnacht am Ufer und sah meinen Schatten im Mondlicht - das fand ich unglaublich cool". Im Lied wird er vom springenden und hüpfenden Mondschatten verfolgt - und dann sieht er alles, was ihm Schreckliches passieren könnte, am Ende auch positiv.

Cat Stevens heißt heute Yusuf Islam (picture-alliance/dpa)

Cat Stevens heißt heute Yusuf Islam

Moonlight Shadow
Der Schatten des Mondlichts steht für einen plötzlichen und unerwarteten Tod. Mike Oldfield war ganz in der Nähe in einem Hotel, als Beatles-Sänger John Lennon umgebracht wurde. Das hat ihn sehr mitgenommen und er ist, wie er später in einem Interview erzählt, durch dieses Ereignis zu dem Song inspiriert worden - allerdings eher unbewusst. Denn vordergründig soll es in dem Lied, gesungen von Maggie Reilly, um einen Film über den Entfesselungskünstler Houdini gehen und den Versuch, nach dessen Tod durch Spiritismus Kontakt mit ihm aufzunehmen. Zeilen wie "All she saw was a silhouette of a gun" (Alles was sie sah, war der Schatten eines Gewehrs) und "he was shot six times by a man on the run" (er wurde sechs Mal angeschossen von einem Mann auf der Flucht) lassen eher auf den Lennon-Mord schließen - denn Houdini starb nicht im Kugelhagel.

Musiker Neil Young (1972) (picture-alliance/Everett Collection)

Neil Young 1972

Harvest Moon 
Ein hübsches Liebeslied aus dem Jahr 1992, in dem Neil Young seiner Lebensgefährtin nach vielen Jahren - quasi im Herbst des Lebens - sagt, wie sehr er sie noch liebt: "Weil ich immer noch in dich verliebt bin, möchte ich dich wieder tanzen sehen. Weil ich immer noch verliebt in dich bin, bei diesem Ernte-Mond."

Die Jazzsängerin Cassandra Wilson hat drei Jahre später eine poetische Coverversion davon geschaffen.

Moondance
"Es ist eine wunderbare Nacht für einen Tanz im Mondschein - mit den Sternen in deinen Augen, eine fantastische Nacht, um zu lieben". Van Morrison brachte das Album "Moondance" - das zu den besten 500 Alben aller Zeiten zählt - 1970 raus und zeigte damit deutlich, dass sich Jazz und Popmusik vereinen lassen. In dem Buch "Celtic Crossroads: The Art of van Morrison" gibt er zu, dass ihm zu "Moondance" nicht allzuviel einfällt: "Ich kann gar nichts Besonderes über diesen Song sagen. Vielleicht ist 'raffiniert' das Wort, nach dem ich suche. Ja, 'Moondance' ist ein raffiniertes Lied. Frank Sinatra könnte es gut singen."

Bäume im Mondlicht (picture alliance)

Mystisch, unnahbar, Kulisse für nächtliche Tänze...

Dancing In The Moonlight 
1973 gab es diesen Song schon von King Harvest, ein Superhit wurde er 2000 in der Version der britischen Popband Toploader. "Wenn der Mond groß und leuchtend wird, ist es eine übernatürliche Freude und wir gehen raus und tanzen im Mondlicht." Dieser Refrain wird am Ende des Liedes sehr oft wiederholt und so ist es keine Überraschung, dass der ehemalige TV-Kanal BBC Three "Dancing In The Moonlight" auf Platz 17 der nervigsten Popsongs aller Zeiten gesetzt hat.

Virginia Moon
Die Foo Fighters brachten 2005 ihr Doppelalbum "In Your Honor" heraus - auf der zweiten Platte sind nur leise, akustische Songs, völlig untypisch für die sonst lautstarke Rockband. Einer dieser Songs ist die softe Bossa-Ballade "Virginia Moon". Dave Grohl singt zusammen mit Soul- und Jazzsängerin Norah Jones einen seidenweichen Song über den sanften blauen Mond von Virginia, der eine tolle Nacht verheißt: "Mond von Virginia, ich warte heute Nacht auf dich - und unsere Gestalten werden zu Schatten in deinem Licht…"

Musiker Dave Grohl von den Foo Fighters (Getty Images)

Dave Grohl von den Foo Fighters kann auch sanfte Töne

Clouds Across The Moon
Die Rah Band singt ein bitterböses Lied über eine Frau, die mithilfe eines Telefonisten versucht, Kontakt mit ihrem Mann aufzunehmen, der Millionen Kilometer entfernt auf Marsmission ist. Sie will ihm nicht nur ihre Grüße und die der Kinder übermitteln, sondern dem armen Kerl auch klarmachen, dass sie nicht ewig auf seine Rückkehr zur Erde wartet, sich vor Angeboten aus der Männerwelt kaum retten kann und sich einen neuen Partner sucht.

Hijo de la Luna 
Der Song erzählt die Geschichte einer Frau, die sich von der Mondgöttin Luna einen Mann wünscht. Luna willigt ein, möchte aber als Gegenleistung ihr erstgeborenes Kind haben. Der Handel geschieht, die Frau bekommt Mann und Kind. Als es geboren ist, will sie die Sache rückgängig machen und das Kind behalten. Da das Kind den Eltern nicht ähnelt, blass wie der Mond ist und graue Augen hat, wittert der Mann allerdings Betrug und ersticht die Frau vor Eifersucht. Das Kind setzt er auf einem Berg aus. Dort überlebt es: Bei Vollmond ist es glücklich, aber wenn das Kind mal traurig ist, wiegt Luna es in ihrer Mondsichel. Ein Riesenhit wurde das Lied in der Version der niederländischen Sängerin Loona, im Original stammt es von der spanischen Folkband Mecano.

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