Der Kampf um die letzten WM-Plätze | Sport | DW | 25.03.2018
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Sport

Der Kampf um die letzten WM-Plätze

Neun Plätze in der Startelf für die WM in Russland sind im DFB-Team wohl schon vergeben. Aber: Welcher Spieler kann sich gegen Brasilien noch anbieten? Bundestrainer Löw wird noch einige Spieler testen.

Bundestrainer Joachim Löw inmitten des DFB-Teams. (picture-alliance/dpa/C. Charisius)

Bundestrainer Joachim Löw inmitten des DFB-Teams

Joachim Löw schaltete ganz schnell wieder vom Müßiggang in den Arbeitsmodus. Der Bundestrainer startete am Sonntag die Express-Vorbereitung auf das erste Wiedersehen mit den Brasilianern seit dem deutschen Jahrhunderttriumph beim 7:1 im WM-Halbfinale vor vier Jahren. Nach den "vielen wichtigen Erkenntnissen", die der 58-jährige Löw vom intensiven 1:1 gegen Spanien aus Düsseldorf mit nach Berlin brachte, hatte er den Spielern am Samstag ab mittags frei gegeben. Löw weiß: Er muss in seiner WM-Elf nur noch zwei Baustellen schließen. "Jeder von uns ist heiß, gegen Brasilien zu spielen, berichtete Leroy Sané, der von Löw eine Einsatzgarantie bekam.

Das letzte Spiel vor der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders soll dem Bundestrainer am Dienstag (20.45 Uhr/MEZ) weitere Hinweise für die Mission Titelverteidigung in Russland liefern.

Rekord in Sicht

An ein neuerliches Schützenfest gegen die nach Wiedergutmachung dürstenden Brasilianer (7:1) glaubt niemand. "Wir saßen damals ungläubig vorm Fernseher", berichtete  Ilkay Gündogan, der bei der WM gefehlt hatte. "Sie sind ähnlich stark wie die Spanier. Brasilien hat eine Entwicklung genommen, die ihresgleichen sucht", sagte er.

Ein Erfolg gegen eine große Fußball-Nation wäre noch einmal ein wichtiges Signal, auch wenn Löws Rekordjäger schon mit einem weiteren Remis die 38 Jahre alte DFB-Bestmarke von 23 Länderspielen ohne Niederlage unter Jupp Derwall egalisieren könnten.

Löw war nach dem WM-Lustmacher gegen Spanien "sehr zufrieden". Er hatte zum Jahresauftakt das bekommen, was er sich gewünscht hatte. "Es war ein hochklassiges Spiel, aber beide Mannschaften können bei der WM noch mehr zeigen", sagte Löw. Eine Erkenntnis war für ihn jedoch nicht neu: "Wer glaubt, dass es eine einfache Geschichte wird bei der WM, der täuscht sich gewaltig."

Boateng als Chefkritiker

Spaniens Techniker Isco oder auch Andres Iniesta legten allerdings einige Defizite im deutschen System offen, an denen Löw in der WM-Vorbereitung arbeiten muss. Löws Versuch, die Spanier ganz hoch zu pressen, verfehlte das Ziel. Jérôme Boateng trat deshalb auch als Chef-Kritiker auf. Was noch besser werden müsse? "Alles! In jeder Hinsicht." Die Seleção, auch ohne ihren verletzten Topstar Neymar, wird eine ähnlich anspruchsvolle Aufgabe für das DFB-Team. "Das ist das gleiche Kaliber wie Spanien, wenn nicht noch mit etwas mehr Offensivkraft", sagte Boateng über die Südamerikaner, am Freitag 3:0-Sieger in Russland.

Löw konnte  gelassen auftreten, weil er eine zentrale Erkenntnis gewonnen hat. Seine WM-Elf steht schon auf neun Positionen. Marc-André ter Stegen bewies im Tor erneut, dass er mehr als ein Ersatz für den noch spielunfähigen Manuel Neuer ist. Davor steht die Viererkette mit dem Bayern-Trio Kimmich, Boateng, Hummels sowie Jonas Hector. "Ich habe volles Vertrauen in Jonas", sagte Löw. 

Manchester-City-Duo-bekommt die Chance

Ilkay Güngogan im deutschen Auswärtstrikot. (picture-alliance/dpa/adidas)

Ilkay Güngogan im deutschen Auswärtstrikot

Das gilt noch mehr für Kroos, Müller und Özil. Das Duo Müller/Özil darf gegen Brasilien sogar frei machen. Auf der Mittelstürmerposition hat sich der 22 Jahre alte Timio Werner unverzichtbar gemacht. Richtig umkämpft sind vor dem Auftaktspiel am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko derzeit zwei Posten: Der neben Taktgeber Kroos im Mittelfeld und der vorne links. Die individuellen Bewerbungen will Löw gegen Brasilien forcieren. Das Manchester-City-Duo Ilkay Gündogan und Sané wird ebenso neu in die Startelf rücken wie Lokalmatador Marvin Plattenhardt von Hertha BSC. Emre Can reiste dagegen wegen anhaltender Rückenprobleme ab. Sami Khedira ist weiter angeschlagen. Sebastian Rudy stieß nach der Geburt seines Sohnes David zum Team.

jst/dpa

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