Der DW-Kulturkalender für Oktober | Kultur | DW | 27.09.2013
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Kultur

Der DW-Kulturkalender für Oktober

Der Herbst ist da – und mit ihm viele neue Bücher zum Schmökern. Doch auch musikalisch hat der Oktober einiges zu bieten. Gleich zu Beginn aber dreht sich in Nürnberg erst mal alles um das Thema Menschenrechte.

"NIHRFF" – hinter dieser merkwürdig anmutenden Ankürzung verbirgt sich das "Nuremberg International Human Rights Film Festival", oder auf Deutsch: "Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte" (2.-9. Oktober 2013). Ein Forum für Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme, die sich mit dem Thema Menschenrechte auseinandersetzen. Es findet alle zwei Jahre statt, im Anschluss an die Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises, der in diesem Jahr an die Filmemacherin Kasha Jacqueline Nabagesera geht.

Sie engagiert sich seit vielen Jahren für die Rechte von Homosexuellen in ihrer Heimat Uganda. Auch das Filmfestival will die Situation von Schwulen und Lesben dieses Jahr in den Fokus rücken, um "ein Zeichen zu setzen", so Festivalleiterin Andrea Kuhn. Die Stadt Nürnberg war eines der Zentren des Nationalsozialismus in Deutschland und setzt sich daher besonders für Menschenrechte ein - als eine Form der "Wiedergutmachung".


Tag der offenen Moschee

Der 3. Oktober ist der deutsche Nationalfeiertag. Es ist der Tag der Deutschen Einheit, die 1990 vollzogen wurde. Seit 1997 ist an diesem Datum aber auch der bundesweite "Tag der offenen Moschee", den die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland veranstalten. Zahlreiche Moscheen im Land bieten an dem Tag Führungen und Vorträge an, begleitet von Ausstellungen und Begegnungsmöglichkeiten. Das Angebot stößt in der Regel auf breites Interesse, rund 100.000 Besucher nehmen jährlich daran teil. Die Idee der Veranstalter ist, dass Muslime und Nicht-Muslime miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen und einander kennenlernen. Auf diese Weise sollen Vorurteile abgebaut werden. Seit 2007 wird der Tag der offenen Moschee zudem unter einem jährlich wechselnden Motto präsentiert. In diesem Jahr lautet es: "Umweltschutz – Moscheen setzen sich ein".


Die Frankfurter Buchmesse öffnet ihre Tore

Besuchertag auf der Frankfurter Buchmesse (Foto: Petra Lambeck)

Am 9. Oktober ist es wieder soweit: Menschen aus aller Welt strömen in die Messehallen am Main anlässlich der 65. Frankfurter Buchmesse (9.-13. Oktober 2013) Erwartet werden rund 7100 Aussteller aus 100 Ländern. "Wir sind so international wie noch nie zuvor", freut sich Buchmesse-Direktor Jürgen Boos. Auch die Zahl der Veranstaltungen hat zugenommen, insgesamt sind es mehr als dreieinhalbtausend. Alles in allem also ein riesiges quirliges Event, bei dem viele Themen zur Sprache kommen werden. Darunter natürlich auch der digitale Umbruch, der sich weltweit vollzieht und der auch vor der Buchbranche nicht Halt macht. Gastland ist in diesem Jahr Brasilien, unter dem Motto: "Brasilien – ein Land voller Stimmen." Viele dieser Stimmen werden in Frankfurt zu hören sein, mehr als 90 brasilianische Autorinnen und Autoren stellen auf der Messe ihre Werke vor.


"Tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen"

Deutschland ist nicht gerade bekannt dafür, dass die Menschen besonders viel tanzen. Aber auch hier spielt der Tanz eine Rolle in der Gesellschaft – das zeigt eine Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden vom 12. Oktober bis zum 20. Juli 2014. Dabei geht es weniger um die Tanzkunst auf den Bühnen als vielmehr um den Tanz in der Alltagskultur: Tanz als Möglichkeit sich zu artikulieren, Emotionen zu zeigen oder Protest auszudrücken. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern und Kulturen. Ein Schwerpunkt ist dabei das Thema Tanz und Ekstase. Sie spielt in vielen Kulturen von jeher in religiösen Praktiken eine Rolle - und ist auch heute zentraler Bestandteil von Rave- oder Technopartys.


200. Geburtstag von Georg Büchner

Am 17. Oktober jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag des Dichters Georg Büchner. Ein Mann, der in Deutschland als Genie verehrt wird. Von ihm stammen berühmte Theaterstücke wie "Dantons Tod", "Leonce und Lena" und "Woyzeck". Sein Geburtshaus steht in einem kleinen Dorf in Hessen, zu dem jedes Jahr Touristen und Wissenschaftler aus aller Welt pilgern. In seinem kurzen Leben - er wurde nur 23 Jahre alt – setzte Büchner sich ausführlich mit sozialen Problemen auseinander und das in einer Sprache, die bis heute modern wirkt. Für den Forscher Jan-Christoph Hauschild, der gerade eine neue Büchner-Biografie geschrieben hat, ist das mit ein Grund, warum der berühmte deutsche Dichter noch immer gefragt ist. Nach ihm benannt ist übrigens auch der wichtigste Literaturpreis in Deutschland: der Georg-Büchner-Preis, den die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht. In diesem Jahr geht er an die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff. Die Verleihung findet am 26. Oktober statt.


Donaueschinger Musiktage

Neue Musik – viele Menschen denken dabei zuerst einmal an schräge Töne, die bisweilen das Gehör belasten. Wer aber ungewöhnliche Klangerlebnisse nicht scheut, der ist auf den Donaueschinger Musiktagen (18.-20. Oktober) gut aufgehoben, dem ältesten Festival für Neue Musik weltweit. Es wurde 1921 gegründet und versteht sich als internationaler Ort der Klangkunst und des Experiments. Im vergangenen Jahr kamen rund 10.000 Besucher aus 19 Nationen in die kleine Stadt im Süden Deutschlands. Auf dem Programm stehen auch in diesem Jahr wieder diverse Uraufführungen, aber auch Gesprächsrunden, eine Preisverleihung und ein Schülerprojekt. Auf der Seite der Veranstalter findet sich zudem schon eine Ankündigung für das darauf folgende Jahr: Für ein Klangprojekt bei den Donaueschinger Musiktagen 2014 ließ der dänische Komponist und Klanginstallateur Simon Steen Andersen vor kurzem einen Flügel aus acht Meter Höhe auf die Erde krachen. Eine brachiale Idee – mit einem präzisen Konzept dahinter. Man darf gespannt sein.

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