Demonstrationen gegen Duterte | Aktuell Welt | DW | 21.09.2018
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Neue Diktatur befürchtet

Demonstrationen gegen Duterte

25.000 Menschen sind seit dem Amtsantritt von Präsident Rodrigo Duterte auf den Philippinen erschossen worden. Jetzt machen die katholischen Filipinos mobil und demonstrieren lautstark - unterstützt von ihrer Kirche.

Aufgerufen zu dem Protestmarsch hatten die katholische Kirche, die protestantischen Kirchen, Gewerkschaften, Frauengruppen sowie Umwelt- und Studentenorganisationen. Gleichzeitig haben sich die Demonstranten ein historisches Datum ausgesucht: Es war der 46. Jahrestag der Erklärung des Kriegsrechts durch Ex-Diktator Ferdinand Marcos,

"Die Erfahrung unserer Nation unter der unbarmherzigen Diktatur unter Marcos ist einer der dunkelsten Tage in der Geschichte der Philippinen", heißt es in einer Erklärung des Dachverbands der katholischen Orden und anderer katholischer Gruppen - die Philippinen sind neben Osttimor der einzige asiatische Staat mit katholischer Bevölkerungsmehrheit. Nachdem Duterte "sein Bündnis mit dem Marcos-Clan ... bestätigt hat, wollen wir Gläubigen unsere kollektive Entschlossenheit zu wirklicher Freiheit und Demokratie stärken".

"Das erinnert an die Morde unter Marcos..."

Geowen Porcincula, Regens des Priesterseminars in Manila, sagte: "Wir müssen gegen eine Diktatur Dutertes Widerstand leisten". Porcincula nahm mit seinen Seminaristen an der Demonstration teil. Bischof Emergencio Padillo von der protestantischen "United Church of Christ in the Philippines" (UCCP) sieht im von Duterte über die Insel Mindanao verhängten Kriegsrecht nur einen Probelauf für die gesamten Philippinen. "Ziel des Kriegsrechts ist es, Regierungsgegner zu unterdrücken", sagte Padillo bei der Abschlusskundgebung im Rizal Park in Manila der KNA.

Neben einem Nein zu Diktatur war der Protest gegen Dutertes Drogenkrieg ein zentrales Thema der Demonstration der "Vereinten Volksaktion". Seit dem Amtsantritt Dutertes vor zwei Jahren sind mehr als 25.000 Menschen von Polizei und anonymen Todessschwadronen als angebliche Drogenkriminelle erschossen worden. "Das erinnert an die vielen tausend Morde unter Marcos", sagte Katherin Culaba von dem Gewerkschaftsbund "Sentro".

Duterte verweist Missionarin des Landes

Nach Ansicht von Beobachtern ist die Etablierung einer neuen Diktatur auf den Philippinen bereits im Gange. Duterte besetze zunehmend Ministerposten mit pensionierten Generälen, sagte die australische Ordensfrau Patricia Fox. Die Missionarin, die sich seit fast 30 Jahren für die Rechte der Armen und Ureinwohner auf den Philippinen einsetzt, soll auf Weisung Dutertes des Landes verwiesen werden.

nob/rb (kna, dpa)