Demenz vorbeugen mit Computer-Hirn-Training | Wissen & Umwelt | DW | 20.11.2017
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Wissen & Umwelt

Demenz vorbeugen mit Computer-Hirn-Training

Hirn-Training kann das Demenzrisiko um fast ein Drittel senken, so das Ergebnis einer neuen Langzeit-Studie. Aber Vorsicht: Es kommt auf die Art der Übung an. Nicht alle Methoden funktionieren gleich gut.

Ältere Menschen können ihr Demenzrisiko um durchschnittlich 29 Prozent verringern, wenn sie mit dem richtigen Programm am Computer trainieren. Das zeigt eine Studie von Forschern der US-Universität Südflorida in Tampa.

Die Forschergruppe um Jerri Edwards begann im Jahr 1999 mit ihrem Langzeitexperiment "Fortgeschrittenes Wahrnehmungstraining für unabhängige und vitale Senioren" ("Advanced Cognitive Training for Independent and Vital Elderly" - ACTIVE) . 2802 gesunde ältere Menschen zwischen 74 und 84 Jahren nahmen an der Studie teil. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip in eine Kontrollgruppe und drei Versuchsgruppen aufgeteilt. Die Versuchsgruppen erhielten verschiedene Formen von Hirn-Trainings.

Auf die Geschwindigkeit kommt es an

Die erste Gruppe arbeitete an ihrer Fähigkeit, sich zu erinnern. Die zweite Gruppe machte Übungen zum logischen Denken, und bei der dritten Gruppe lag der Fokus auf dem schnellen Reagieren.

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Die Suche nach Alzheimer-Medikamenten

Die Teilnehmer wurden während der zehnjährigen Probephase mehrfach auf ihre kognitiven und funktionalen Fähigkeiten hin untersucht: in den ersten sechs Wochen der Testphase und dann wieder nach 1, 2, 3, 5 und 10 Jahren. Dabei ermittelten die Wissenschaftler, ob ein "Demenzrisiko" vorliegt.

Heraus kam, dass das Demenzrisiko bei den ersten beiden Gruppen kaum von der Kontrollgruppe abwich: Bei der Kontrollgruppe lag es bei 10,8 Prozent der Teilnehmern. Bei der Gruppe, die Erinnerungsübungen machte, lag der Wert bei 9,7 und bei der Gruppe, die logisches Denken trainierte, bei 10,1 Prozent.

Die gute Nachricht: Hilfreich scheint Geschwindigkeitstraining zu sein. Das Demenzrisiko lag bei dieser Gruppe nur bei 5,9 Prozent.

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Alzheimer's & Dementia: Translational Research & Clinical Interventions".

Prävention - keine Heilung

Die Computer-Übung war von Karlene Ball von der Universität von Alabama in Birmingham und von Dan Roenker von der Western Kentucky University entwickelt worden. Es ist als "Double-Decision-Übung" im Online-Trainingsprogramm von BrainHQ.com erhältlich.

Was genau die Übung im Gehirn hervorruft, ist indes ein Rätsel. "Wir müssen noch herausfinden, warum bestimmte computergestützte Gedächtnistrainings-Programme funktionieren und andere nicht", sagt Edward. "Und wir müssen noch erforschen, wie viel Training optimal ist, um die besten Ergebnisse zu erzielen."

Eines ist allerdings schon jetzt klar: Gedächtnistraining kann zur Vorbeugung hilfreich sein, aber es ist weder ein Heilmittel noch eine Behandlungsmethode gegen Demenz.

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