David Storl: Fast wie im Märchen | Sport | DW | 02.09.2011
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Sport

David Storl: Fast wie im Märchen

Am drittletzten Tag der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Daegu feierte das deutsche Team durch David Storl im Kugelstoßen eine unerwartete Goldmedaille. Die Entwicklung des 21-Jährigen ist schier unglaublich.

Kugelstoßer David Storl Foto: Thomas Lohnes/dapd

Shooting-Star Storl

Der erste Eintrag in die Erfolgsliste von David Storl ist gerade mal vier Jahre alt – 2007 taucht sein Name in den Bestenlisten als Sieger bei den Deutschen Jugendmeisterschaften auf. Im gleichen Jahr legte er den Weltmeistertitel bei den Jugendlichen nach. Von da an ging es praktisch ununterbrochen von Jahr zu Jahr mit Titeln und Bestleistungen weiter.

Seine Karriere hat in Rochlitz bei Leipzig im Osten Deutschlands begonnen. Zunächst trat er im Mehrkampf an, erst ab 2006 konzentrierte er sich auf das Kugelstoßen. Um Ausbildung und Sport optimal miteinander verbinden zu können, besuchte er bis 2010 das Sportgymnasium Chemnitz.

Nahtloser Übergang von der Jugend zu den Erwachsenen

David Storl Foto: Daniel Maurer/dapd

Bronze bei den Deutschen Meisterschaften 2009

Im Sommer 2009 machte David Storl erstmals bei den Erwachsenen auf sich aufmerksam, als er bei den Deutschen Meisterschaften den dritten Rang belegte. Alle bezeichneten ihn schon da als Supertalent – doch mit großen Titeln rechnete man erst in ein paar Jahren. 2010 machte ihm eine Krankheit, das Pfeiffersche Drüsenfieber, einen Strich durch die Rechnung und die Wintersaison zum Totalausfall.

Damit fehlte eigentlich der Aufbau für die Sommersaison 2011, aber das schien Storl überhaupt nicht zu stören. Bei den Hallen-Europameisterschaften holte er sich mit dem zweiten Platz seine erste internationale Medaille bei den "Großen". Im Juni folgte dann mit 21,03 m der erste Stoß über 21 m, kurz darauf steigerte er sich auf 21,05.

Früher als geplant an der Weltspitze angekommen

David Storl EPA/RUNGROJ YONGRIT

WM-Gold für 21,78 m

Im Vorkampf in Daegu brachte er alle mit 21,50 m zum Staunen und überraschte anschließend mit der Aussage, er hoffe, im Finale noch weiter stoßen zu können – die ganze Unbekümmertheit des 21-Jährigen kam hier zum Ausdruck. Im Finale machte er seine Vorhersage wahr, kam auf 21,60 m und, als ihn ein Konkurrent schon zu verdrängen schien, noch auf 21,78 m – die Medaille, auf die man von ihm bei den Olympischen Spielen in London gehofft hatte, war schon vorzeitig gewonnen.

Mit seinen 1,97 m Körpergröße und einem Gewicht von rund 120 Kilogramm entspricht Storl so gar nicht dem üblichen Bild der Kugelstoß-Riesen, die seine Konkurrenz sind – die haben normalerweise mindestens zwischen 20 und 30 Kilogramm mehr auf dem Buckel. Damit hat Storl einen Vorteil bei der Beweglichkeit. Nach Ansicht seines deutschen Konkurrenten Ralf Bartels, liegt die große Stärke von Storl darin, dass er das lange Angleiten im Ring beherrsche und die Kugel im entscheidenden Moment "treffe". Alle betonen seine Gelassenheit und glauben, dass ihn nichts nervös machen könne. Das wollte David Storl nach seinem Triumph aber nicht bestätigen – erstmals sei er schon nervös gewesen, als er in Führung lag, gab er hinterher zu.

Autor: Wolfgang van Kann
Redaktion: Calle Kops

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