Das Ziel vor Augen | Sprachbar | DW | 03.08.2016
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Das Ziel vor Augen

Man steckt es sich, erreicht es oder gibt vorher auf. Besonders für Sportler hat das Ziel eine große Bedeutung. Zielsicher muss ein Schütze sein, zielgenau ein Werfer, zielorientiert ein Läufer.

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Das Ziel vor Augen

Eine gewisse Form von Druck ist fast immer dabei. Oder Konzentration. Oder ein starker Wille. Eigentlich von allem etwas. Und je höher es gesteckt ist, umso mehr muss man dafür leisten. Es gibt einen hübschen Cartoon, auf dem eine Schnecke zu sehen ist, die gerade eine ziemlich hohe Latte beim Hochsprung überquert. „Man muss es nur wollen“ lautet die Bildunterschrift. Und da ist was dran.

Zielsicher: Wilhelm Tell

Ein Junge mit Apfel und Pfeil auf dem Kopf als Symbolbild für Wilhelm Tells Schuss. picture-alliance/M. Stoll

Wilhelm Tell traf den Apfel und nicht den Sohn

Wir alle kennen den berühmten Schweizer Kunstschützen Wilhelm Tell, der sich in der weiß Gott hochdramatischen Situation befand, seinem Sohn den legendären Apfel vom Kopf schießen zu müssen.

Nun, er hatte eben alles, was man für einen solchen Kunstschuss braucht: Konzentration, Können, den Willen zu treffen und selbstverständlich ein zielsicheres Auge und eine ebensolche Hand.

Etymologie und Definition

Schaut man sich die Herkunft des Wortes „Ziel“ an, erschließt sich nicht sofort ein Zusammenhang zwischen dem ursprünglichen und heutigen Wort. Das althochdeutsche „zil“, das sich in der Schreibweise von unserem heutigen Begriff „Ziel“ nur durch das fehlende „e“ unterscheidet, bedeutete ursprünglich „Eingeteiltes“, „Abgemessenes“'. Das hat aber durchaus mit unserem modernen Wort „Ziel“ zu tun.

Eine Definition im Lexikon für „Ziel“ lautet folgendermaßen: „Punkt, Ort, bis zu dem man kommen will, den man erreichen will“. Das trifft wenn man’s genau nimmt – für fast alle Bedeutungen des Begriffs zu. Sowohl in seinen wörtlichen, als auch in den übertragenen. Wobei die einen von den anderen manchmal kaum zu unterscheiden sind.

Nahe und ferne Ziele

Die Karibikinsel der Grenadinen mit tiefblauem Meer und Korallen. World Pictures/Photoshot

Ein weit entferntes Traumziel vieler deutscher Urlauber: die Karibik

Machen wir die Probe aufs Exempel: Das Ziel Wilhelm Tells war der Apfel. Um ihn treffen zu können, musste er wie schon erwähnt, ein zielsicheres Auge haben. Das bedeutet, er musste die Entfernung von seinem Standort bis zum Ziel, dem Punkt, an dem sich der Apfel befand, genau schätzen und dann alles andere – Bogenspannung, Körperhaltung und so weiter – danach ausrichten.

Ziel hat immer mit Entfernung zu tun. Und diese ist ebenfalls im wörtlichen wie im übertragenen Sinne zu verstehen. Ein Ziel, das in weiter Ferne liegt, ist schwer zu erreichen. Andererseits kann ein Ziel in großer Entfernung vom Ausgangspunkt liegen, aber wir würden deshalb nicht schon sagen, es liegt in weiter Ferne. Denn es ist erreichbar.

Zielsetzung und Zielorientierung

Einfahrt über die Ziellinie von drei Rennfahrern auf den Champs Elysees. Am linken Bildschirmrand stehen Zuschauer. © picture-alliance/DPPI Media/M. Blondeau

Beim Überfahren der Ziellinie entscheiden manchmal wenige Millimeter über den Sieg

Und obwohl bei einer Tour de France beispielsweise zwischen Start und Ziel mehr als 3000 Kilometer liegen, hat sich jeder Teilnehmer zum Ziel gesetzt, die Tour zu gewinnen. Die Zielsetzung ist klar. Um das Ziel zu erreichen, ist das nötig, was man ganz allgemein zielorientiertes Handeln nennt.

Immer das Ziel vor Augen, werden die Radrennfahrer zielgerichtet ihre Kräfte einteilen. Sie werden – unbeirrt ihrem Ziel folgend – auch Schwächeperioden meistern, bis alle ihr Traumziel erreichen: Paris. Allerdings gewinnt nur derjenige, der als erster die Ziellinie auf den Champs-Elysées überfährt.

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Eine Bogeschützin hat eine entfernt liegende Zielscheibe im Blick. © Eisenhans

Die Mitte der Zielscheibe fixieren – und treffen

Beharrlichkeit führt zum Ziel“ heißt eine gern gebrauchte Wendung, man könnte auch sagen Zähigkeit und Ausdauer. Selbstverständlich gilt dies keineswegs nur für den Sport. Die Zielvorstellungen, die wir von unserem Leben haben, bestimmen die Mittel und Wege, um sie zu erreichen. Dabei kann es sich um private oder auch berufliche Ziele handeln.

Allerdings wissen wir auch, wie schwer es sein kann, ein ganz bestimmtes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, zum Beispiel weil einem immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Oder weil einem jemand doch noch auf der Zielgeraden zuvorgekommen ist. Es kommt nicht von ungefähr, dass so viele Bedeutungen des Begriffs „Ziel“ aus dem sportlichen Bereich auf das Berufs- und Privatleben übertragen werden.

Manchmal trifft man ins Schwarze

Denn Begriffe wie Wettbewerb, Gewinnen oder Verlieren haben längst ihren festen Platz auch außerhalb der Stadien und Rennstrecken. So ist jemand ein „Loser“, der immer als letzter durchs Ziel geht, wenn er nicht schon vorher aufgegeben hat.

Nicht selten wird so jemand zur Zielscheibe des Spotts. Wobei in diesem Falle alle Pfeile, die auf sie beziehungsweise ihn abgeschossen werden, mitten ins Schwarze treffen. Bei den richtigen Zielscheiben ist das etwas anders. Da braucht es Konzentration, Augenmaß und Kraft. Dann fliegt der Pfeil ins Ziel. Man muss es nur wollen.




Arbeitsauftrag
Bildet in eurer Lerngruppe Zweiergruppen. Interviewt euch gegenseitig, was ihr in eurem Leben schon an Zielen erreicht habt, wo ihr selbstgesteckte Ziele verfehlt habt und welche Ziele ihr euch für die Zukunft setzt. Macht euch Notizen und tragt die Ergebnisse in der gesamten Lerngruppe vor.

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