Das Grundgesetz – einfach erklärt | Deutschlehrer-Info | DW | 23.05.2019
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Deutschlehrer-Info

Das Grundgesetz – einfach erklärt

Vor genau 70 Jahren wurde das deutsche Grundgesetz verabschiedet – ein Text, der auch heute noch aktuell ist. Aber was steht eigentlich genau drin? Wir stellen einige der wichtigsten Aussagen in kurzen Videos vor.

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Das Grundgesetz kurz erklärt: Menschenwürde

Um die ungeheure Bedeutung des Textes zu begreifen, der da vor 70 Jahren, am 23. Mai 1949, in Bonn verabschiedet wurde, muss man nur wenige Jahre weiter zurückgehen: Bis 1945 herrschten die Nationalsozialisten in Deutschland und waren für Krieg und Zerstörung in Europa verantwortlich. Millionen Menschen wurden ermordet, gefoltert oder zur Flucht gezwungen.  Die Schlagworte, unter denen all diese Verbrechen geschahen, lauteten Vaterland, Unterordnung, Treue, Ehre, Blut und Boden. Die rassisch definierte Nation war alles, der Einzelne nichts.

Und vier Jahre später findet sich in dem Text, der die deutsche Verfassung bildet, von all dem nichts. Stattdessen lautet der erste Artikel des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Man kann ihn als unmittelbare Antwort auf die Gräuel der Nazi-Zeit lesen. Auch die übrigen Artikel, etwa zu den Freiheitsrechten, stellen das schützenswerte Individuum in den Mittelpunkt, nicht das Kollektiv.

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Das Grundgesetz kurz erklärt: Meinungsfreiheit



Dabei wird die Bedeutung nicht dadurch geschmälert, dass vieles, was damals beschlossen wurde, zu jener Zeit noch lange nicht Realität war, zum Beispiel die Gleichberechtigung von Mann und Frau. So durfte die Frau noch bis 1977 nur eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, „soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.“ 

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Das Grundgesetz kurz erklärt: Gleichberechtigung


Im Laufe der Jahre wurde das Grundgesetz, das nur deshalb nicht Verfassung heißt, weil es bei seiner Verabschiedung nur eine „Teilverfassung“ für Westdeutschland war, viele Male verändert und erweitert. Sehr umstritten war zum Beispiel die Einschränkung des Asylrechts  im Jahre 1993.

Einige Artikel jedoch sind unveränderlich, sie sind durch die sogenannte „Ewigkeitsklausel“ geschützt und betreffen zum Beispiel die demokratische Verfasstheit des Staates, die Rechtsstaatlichkeit oder die Gewaltenteilung. Auch die Menschenwürde gilt „ewig".

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Das Grundgesetz kurz erklärt: Gewaltenteilung

 

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