Das Corona-Virus leert die Flugzeuge | Wirtschaft | DW | 14.02.2020
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Luftfahrt

Das Corona-Virus leert die Flugzeuge

Wie einschneidend und wie teuer die Corona-Krise wird, dazu gibt es nun konkrete Schätzungen von einer Branche, die besonders betroffen ist: Internationale Airlines rechnen mit Einbußen in Milliardenhöhe.

Coronavirus - Brasilien Evakuierung aus Wuhan (picture-alliance/dpa/Agencia Brazil/M. Camargo)

Nach China fliegen noch Militärmaschinen - um zu evakuieren (hier von der Luftwaffe Brasiliens)

Für das erste Quartal rechnet die Flugbranche weltweit mit einem Umsatzrückgang von vier bis fünf Milliarden Dollar, das entspricht 3,7 bis 4,6 Milliarden Euro. Die Schätzung gab die zivile Luftfahrtorganisation ICAO in Montreal bekannt. Damit wird der Virusausbruch in China größere Folgen haben als die Sars-Infektion 2003, so die Branchenvertreter.

Rund 70 Fluggesellschaften aus aller Welt haben drastische Maßnahmen ergriffen und die Flugverbindungen mit China ganz eingestellt. Dazu zählt auch die deutsche Lufthansa mit ihren Töchtern Swiss und Austrian Airlines. Die Gruppe verlängerte die Flugpause inzwischen bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März. Verbindungen von und nach Peking und Shanghai waren bisher nur bis zum 29. Februar gestrichen. Flüge nach Nanjing, Shenyang und Qingdao waren bereits zuvor bis Ende März ausgesetzt worden.

Evakuierung Kanadier Flugbegleiter mit Schutzkleidung und Masken (Reuters/Edward Wang)

Flugbegleiter mit Schutzkleidung - bei der Evakuierung von Kanadiern aus China

19 Millionen Passsagiere weniger

Weitere 50 Airlines haben laut ICAO ihren Flugplan gekürzt. Die ausländischen Fluggesellschaften verringerten ihre Kapazitäten damit um 80 Prozent, chinesische Airlines um 40 Prozent. Eigentlich hatte die Branche für das erste Quartal ihr China-Angebot um neun Prozent steigern wollen, so die ICAO. Nun sei für diesen Zeitraum mit einem Rückgang um bis zu 41 Prozent im Vergleich zu den Planungen zu rechnen. Das entspricht mehr als 19 Millionen Passagieren.

In den Schätzungen sind weder das Frachtgeschäft noch Inlandsflüge oder Verbindungen nach Hongkong, Macao oder Taiwan berücksichtigt. Im Blick auf Hongkong hieß es bei der Lufthansa, sie streiche hier vereinzelt Flüge, und Swiss setze im März auf den Flügen von und nach Hongkong kleinere Flugzeuge ein –  "aufgrund der aktuellen Nachfragesituation".

In China gibt es inzwischen mehr als 64.000 nachgewiesene Coronavirus-Fälle, etwa 1400 Menschen starben. Außerhalb von China wurden 600 Infektionen in etwa 30 Ländern bestätigt.

ar/dk (dpa, rtr, afp)

 

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