Daimler: Der Gewinn wird kleiner | Wirtschaft | DW | 19.10.2018
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Automobilindustrie

Daimler: Der Gewinn wird kleiner

Wegen der teuren Aufarbeitung der Dieselkrise und anderer Widrigkeiten hat Daimler erneut seine Gewinnziele für 2018 nach unten geschraubt. Das aktuelle Ergebnis werde "deutlich" unter dem des Vorjahres liegen.

Der Konzern senkte seine Erwartung für 2018 und nannte dafür mehrere Gründe als Ursache. "Maßgeblich" sei jedoch "ein Anstieg der erwarteten Aufwendungen im Zusammenhang mit den laufenden behördlichen Verfahren und Maßnahmen in verschiedenen Regionen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge".

Vor allem in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz holpert es. Zudem gibt es in den Segmenten Bus und Vans Probleme bei Nachfrage und Auslieferung. Die Aktie fiel nach der Gewinnwarnung zeitweise um fast sieben Prozent.

Bei der Konzernmarke Mercedes-Benz werde nun ein Gewinn vor Steuern und Zinsen "deutlich unter Vorjahresniveau" erwartet, teilte Daimler in Stuttgart mit. Auch das Konzernergebnis werde damit "deutlich" unter dem Niveau von 2017 liegen. Im vergangenen Jahr hatte Daimler so viele Fahrzeuge verkauft wie nie, der Gewinn stieg um 24 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro, vor Steuern und Zinsen lag er bei 14,7 Milliarden Euro.

Der Ärger mit den Klimaanlagen

Weitere Gründe für den pessimistischeren Blick sind dem Autobauer zufolge geringere Absätze infolge von Auslieferungsverzögerungen in der Sparte Mercedes-Benz Vans, eine rückläufige Nachfrage nach Bussen des Konzerns und die "Risikovorsorge für eine möglicherweise erforderliche Umrüstung bestimmter Fahrzeuge", die noch mit dem früher verwendeten Kältemittel R134a ausgestattet sind.

Der Europäische Gerichtshof hatte Anfang Oktober geurteilt, dass die Bundesregierung zu spät auf einen Verstoß von Daimler gegen die Klimaanlagen-Richtlinie der Europäischen Union reagierte. Im Dieselskandal hatte die Bundesregierung einen amtlichen Rückruf mehrerer Diesel-Modelle angeordnet, von dem deutschlandweit 238.000 Fahrzeuge und europaweit sogar 774.000 Autos betroffen sind. Daimler kündigte an, mit den Behörden zu kooperieren.

dk/sti (afp, rtr, dpa)

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