Da ist Musik drin! | Sprachbar | DW | 23.10.2013
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Sprachbar

Da ist Musik drin!

Man hat sie im Blut, der Ton macht sie und hier spielt sie, die Musik. Sie verwöhnt unsere Ohren und die Sprache. Ob „Missklang“, „Taktgefühl“ oder „Larifari“: Musikbegriffe sind beinahe so alt wie die Musik selbst.

Ob Klassik, Jazz, Rock oder Pop: den richtigen Ton zu treffen und mit Taktgefühl zu arbeiten, gehört zum harmonischen Klang jeder Musikrichtung dazu. Dass sich diese beiden Anweisungen aber auch im Alltag als nützlich erweisen können, muss man manch einem noch einpauken.

Immer dieselbe Platte!

Eine junge Frau legt auf der Musikmesse Platten auf.

Immer dieselbe Platte abspielen, ist langweilig

Jeden Morgen ist es dasselbe. Frau Moll versucht wieder, mit der gleichen Leier den Chef zu beeindrucken und klimpert mit ihren Wimpern wie mit den Fingern auf einem Klavier. Kannst du nicht mal 'ne andre Platte auflegen?!, denkt sich Herr Dur. Doch er hat sich noch nie getraut etwas zu sagen, da Frau Moll ziemlich unangenehm werden kann. Dass der Chef auf die Heucheleien dieser Pfeife reinfällt, die ständig nur dieselben Töne von sich gibt, kann sich Herr Dur beim besten Willen nicht vorstellen.

Denn immer wenn der Chef den Raum verlässt, schwingt Frau Moll andere Töne: „Wenn der Chef denkt, dass alle nur nach seiner Pfeife tanzen, dann hat er sich geschnitten!“ Dass sie sich traut, so etwas vor allen Kollegen laut rauszuposaunen, könnte ihr allerdings irgendwann noch zum Verhängnis werden, denkt sich Herr Dur vergnügt.

Von der Muse geküsst!

Statue of a Muse Melpomene in the balcony of Achillion princess Sissy's palace in Corfu, Greece. Melpomene was mainly considered as the Muse of tragedy. #48403528 - Statue of a Muse Melpomene © Pavle

Eine der neun Musen – Gesellinnen Apolls, des griechischen Gottes der schönen Künste

Es ist wirklich Larifari, dummes Gerede, was Frau Moll da von sich gibt. Genauso sinnlos wie der Text, der entsteht, wenn man zum Üben einer Melodie zum Beispiel italienische Silben wie la, ri, fa aneinandergereiht. Herr Dur beschließt, seinem Namen alle Ehre zu machen. Mit hellem und klarem Ton will er Frau Moll die Meinung geigen.

Mutig geht er in Frau Molls Büro, um mit ihr ein paar Takte zu reden. „Wenn der Chef wüsste, dass Sie hinter seinem Rücken so dicke Töne schwingen!“ Erstaunt schaut Frau Moll ihn an und erwidert: „Ach ja? Sie sehen das völlig falsch. Schließlich bin ich für ihn wie eine Muse. Und im Übrigen kriegt er sowieso nicht mit, was ich erzähle.“ Dass Frau Moll der Meinung ist, ihren Chef zu inspirieren, ihn zu immer neuen Einfällen anzuregen wie die gleichnamigen griechischen Nymphen, treibt Herrn Dur ein Lächeln auf die Lippen.

Hier spielt die Musik!

#44782093 - Schimpfender Lehrer © Kitty

Hier vorne spielt die Musik!

Plötzlich kommt der Chef um die Ecke und hört gerade noch, was Frau Moll über ihn sagt. Da er heute sowieso schon gereizt ist, weil er ewig lange auf seinen Bus warten musste, kochen die Emotionen in ihm hoch. Er trommelt heftig mit den Fingern auf Frau Molls Schreibtisch. „Mein lieber Herr Gesangsverein! Das war ja endlich mal ehrlich! Mir war zwar aufgefallen, dass Sie gerne Opern quatschen, ausgiebig Unsinn reden und dabei Dinge erzählen, die Sie gar nichts angehen! Aber dass Sie über mich so denken, hätte ich nicht erwartet. Im Übrigen sollten Sie wissen: Hier vorne spielt die Musik! Ich bin der Chef und ihr falsches Wimpern-Geklimper nützt ihnen gar nichts. Sie dürften ja wissen, dass Menschen, die klimpern, denken, sie wären große Musiker. Dabei spielen sie nur stümperhaft. In meiner Abteilung ist mir ein guter Umgangston wichtig. Auch Sie sollten lernen: Der Ton macht die Musik.“ Betroffen und kleinlaut verlässt Frau Moll das Bürozimmer und macht ihrem Namen alle Ehre.

Das ist wie Musik in den Ohren!

Ein Mann hat einen Kopfhörer auf den Ohren und hört verzückt mit geschlossenen Augen zu

Das klingt nicht nur wie Musik in meinen Ohren – es ist auch Musik!

Das klingt ja wie Musik in meinen Ohren, denkt sich Herr Dur, nachdem der Chef Frau Moll mal so ordentlich den Marsch geblasen hat. Nun wird sie hoffentlich nicht mehr ständig die erste Geige spielen und sich aufspielen als wäre sie die wichtigste Person, da sie sich als die Muse des Chefs sieht!

„Herr Dur, da Frau Moll sich nun selbst als falsche Lobsängerin enttarnt hat und ich schon seit einiger Zeit mit ihrer Arbeit nicht zufrieden bin, werden ab sofort Sie den Ton in dieser Abteilung angeben. Allerdings sollten Sie sehen, dass es zu keinen Missklängen kommt. Denn wir arbeiten ja schließlich alle in einer Firma, bei der Musik zum Geschäft gehört. Für Frau Moll wird es kein Nachspiel geben. Sie wird künftig hoffentlich vorsichtiger sein. Und das soll jetzt keine Lobeshymne sein: Aber Sie sind eine sehr bewährte Kraft, lieber Herr Dur!“ Herr Dur ist glücklich. Da ist Musik drin! Das, was sein Chef da gerade gesagt hat, klingt wie Musik Schwung und Kraft. Vor Freude summt Herr Dur die ersten Takte der 3. Sinfonie Beethovens. Dies bildet wohl den Auftakt zu einer neuen Zeit im Büro, die nicht mehr durch trauriges Moll sondern durch fröhliches Dur bestimmt wird.

Das Ende vom Lied

Und das Ende vom Lied? Nicht jeder besitzt das Gespür für den richtigen Takt und den guten Ton – genauso wie nicht jeder Musik im Blut hat, eine angeborene Musikalität besitzt. Wie Manieren kann man diese zwar versuchen, zu erlernen. Allerdings stellt sich am Schluss heraus, dass stures Einpauken bei niemandem etwas bringt, der kein Gespür dafür hat.




Fragen zum Text

Wer gerne Opern quatscht, der …
1. redet Unsinn.
2. singt auch gerne.
3. erzählt dramatisch.

Ein guter Umgangston zeugt von …
1. Musikalität.
2. guten Manieren.
3. Ungeduld.

Wo Musik drin ist, da ist … drin.
1. Trägheit
2. Schwung
3. Lautstärke


Arbeitsauftrag
Setzt den richtigen Ausdruck in der passenden Form ein. Bildet eigene Lückensätze und tauscht die Arbeitsblätter in eurer Lerngruppe aus.

Lobeshymne – Musik im Blut haben – erste Geige spielen – Pfeife – alte Leier – im Ton vergreifen

1. Du hast uns das schon tausendmal erzählt. Hör endlich auf mit der ____ _____.

2. Wow! Was für ein Sound. Die Musiker _____ wirklich _____ ___ _______.

3. Was für ein Idiot! Der ist ja vielleicht eine _______.

4. Jetzt ist aber Schluss! Du kannst hier nicht immer die _____ ______ ______.

5. Das hast du wirklich gut gemacht. Da muss ich jetzt mal eine ________ auf dich anstimmen.

6. Das war jetzt ganz schön frech! Du hast dich wohl ____ _____ _________.

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