Dänemark entschuldigt sich für Missbrauch in Kinderheimen | Aktuell Europa | DW | 13.08.2019
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Vergangenheitsbewältigung

Dänemark entschuldigt sich für Missbrauch in Kinderheimen

In der Nachkriegszeit waren vor allem Jungen in staatlichen Pflegeheimen sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen bat die Betroffenen jetzt im Namen des Staates um Vergebung.

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Frederiksen entschuldigt sich bei Heimkindern

"Ich möchte jedem von euch in die Augen schauen und das einzig Richtige sagen: Tut mir leid", sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bei der Zeremonie in Marienborg, der Sommerresidenz des dänischen Regierungschefs nördlich von Kopenhagen.

Dänemark Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin | Heimkinder & Missbrauch | Entschuldigung (Imago Images/Ritzau Scanpix/M.C. Rasmussen)

Mette Frederiksen hatte ihren Schritt vor einiger Zeit angekündigt

Die Sozialdemokratin zeigte sich sichtlich gerührt und führte aus: "Entschuldigung für das Unrecht, das dir und deinen Lieben widerfahren ist." Im Namen ihres Landes möchte sie die Betroffenen um Entschuldigung dafür bitten, was sie im Kindesalter hätten erleben müssen. Es sei zu Übergriffen in Heimen gekommen, bei denen der dänische Staat die Verantwortung für die Aufsicht gehabt und dabei versagt habe. Das Geschehene sei nicht die Schuld der Kinder, sondern die von Erwachsenen, die nicht eingegriffen hätten.

Dänemark Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin | Heimkinder & Missbrauch | Entschuldigung (Imago Images/Ritzau Scanpix/M.C. Rasmussen)

Das volle Ausmaß des Skandals war erst 2005 an die Öffentlichkeit gekommen

Eine der berüchtigtsten Institutionen war das Godhavn Jungenheim in der Region Nordseeland. Dort hatten viele der betreuten Jungen in der Zeit zwischen 1946 und 1976 Schläge, Vernachlässigung und andere Formen von Missbrauch wie sexuelle Übergriffe erlitten, ohne das die staatliche Aufsicht eingriff. Erst im Jahr 2005 waren die Fälle durch eine Dokumentation des dänischen Rundfunks ans Licht gekommen. 2011 legte ein Untersuchungsbericht das gesamte Ausmaß offen. Seitdem forderten die Opfer eine offizielle Entschuldigung. Frederiksen, die seit Ende Juni im Amt ist, hatte diesen Schritt seit Längerem versprochen.

uh/qu (dpa)

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