CureVac sucht Kooperation mit Bayer | Wirtschaft | DW | 07.01.2021
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Corona-Impfstoff

CureVac sucht Kooperation mit Bayer

Der deutsche Corona-Impfstoffentwickler CureVac bildet eine Partnerschaft mit dem Pharmariesen Bayer. Beide Seiten bestätigten entsprechende Meldungen - das Modell ähnelt dem der Kooperation von BioNTech und Pfizer.

Den Angaben zufolge will der weltweit agierende Bayer-Konzern die Tübinger von CureVac bei der Produktion und dem Vertrieb ihres Corona-Impfstoffes unterstützen. Dadurch soll möglichst schnell eine Zulassung für den Corona-Impfstoff von CureVac erreicht werden, teilten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Zuerst hatte das Nachrichtenportal ThePioneer darüber berichtet. 

Bayer will sein internationales Pharma-Netzwerk in die Partnerschaft einbringen, Lieferketten sicherstellen und bei der Verteilung des Impfstoffs in den Ländern helfen. Geplant sei die Produktion von mehreren Hundert Millionen Dosen des Impfstoffs, sobald die Arzneimittelbehörden die Zulassung erteilt hätten. Auch eine Produktion des CureVac-Impfstoffs in einem US-amerikanischen Bayer-Werk sei im Gespräch, hieß es. "Der Bedarf an Impfstoffen gegen COVID-19 ist enorm", sagte Bayer-Vorstandsmitglied Stefan Oelrich der Mitteilung zufolge. CureVac-Chef Franz-Werner Haas ergänzte: "Mit seiner Expertise und Infrastruktur kann uns Bayer helfen, unseren Impfstoffkandidaten CVnCoV noch schneller für möglichst viele Menschen verfügbar zu machen."

 Börsengang CureVac an der Nasdaq

Der Sitz von CureVac in Tübingen

Die Regierung im Hintergrund

Eine entsprechende Kooperation sei auch Thema in einem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Gesundheitsminister Jens Spahn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Kanzleramtschef Helge Braun und Vizekanzler Olaf Scholz am Mittwochmorgen gewesen. Das berichtete die ARD unter Berufung auf ThePioneer.

Der Impfpstoff, den CureVac entwickelt, ist noch nicht zugelassen. Er basiert wie die Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna auf der sogenannten mRNA_Technologie. Im Dezember hatte das Unternehmen grünes Licht für den Start der entscheidenden klinischen Phase-III-Studie erhalten. Mit ersten Ergebnissen der Studie rechnet CureVac nach früheren Angaben Ende des ersten Quartals 2021, mit einer Zulassung nach heutigen Angaben Mitte des Jahres oder im 3. Quartal. Die EU hat von CureVac bereits 405 Millionen Impfdosen geordert, auch wenn eine Zulassung noch nicht vorliegt. CureVac ist eine von zahlreichen Pharmafirmen weltweit, die an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs arbeiten.

Wie bei BioNTech und Pfizer

Die Kooperation zwischen CureVac und Bayer ähnelt dem Modell der Partnerschaft zwischen dem Mainzer Impfstoffentwickler BioNTech und dem US-Pharmariesen Pfizer. Allerdings strebt Bayer demnach keine Kapitalbeteiligung an CureVac an. CureVac ist als Aktiengesellschaft an der New Yorker Nasdaq gelistet. Zu den Anteilseignern gehören der deutsche Investor Dietmar Hopp, die Gates Foundation, der Pharmakonzern GlaxoSmithKline, aber auch die deutsche Regierung.

Die Pharmasparte von Bayer ist bekannt wegen ihrer Erfahrungen unter anderem mit Krebs-, und Kreislaufpräparaten, bei Impfstoffen ist Bayer bisher nicht tätig. Medien berichten, Bayer bemühe sich um den Aufbau eines Bereichs für das Geschäft mit neuen Zellen- und Gen-Therapien. 

ar/hb (rtr, dpa, afp)

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