Coronavirus: Wie gut hilft ein Mundschutz? | Wissen & Umwelt | DW | 31.03.2020
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Gesundheit

Coronavirus: Wie gut hilft ein Mundschutz?

Immer mehr Menschen tragen Atemschutzmasken. Mehrere Länder machen sie sogar zur Pflicht. Was bringt das und wen schützen Masken eigentlich wovor? Hier die wichtigsten Infos dazu.

In vielen Gebieten Chinas sind Gesichtsmasken seit Ausbruch des Corona-Virus Pflicht. Nun ziehen viele andere Länder nach. Österreich zum Beispiel schreibt von nun an Gesichtsmasken für Kunden in Supermärkten vor. Auch in Deutschland wird das diskutiert. 

Solche Vorschriften dienen allerdings nicht dazu, diejenigen vor einer Ansteckung zu schützen, die die Maske tragen. Es ist genau andersherum: Alle anderen sollen vor den möglicherweise vorhandenen Keimen des- oder derjenigen geschützt werden, der oder die die Maske trägt. Und weil Infizierte schon vor dem Ausbruch von Krankheitssymptomen Überträger sein können, gilt praktisch jeder Mensch als potentielle Virenschleuder.   

Die Logik hinter der Maskenpflicht lautet folglich: Wenn alle sich daran halten, sinkt insgesamt das Infektionsrisiko in der Gesellschaft. 

OP-Masken sollen Patienten schützen 

Der einfache Mund-Nasen-Schutz, eine Maske aus recht dünnem Papiervlies, wurde früher fast ausschließlich in Operationssälen verwendet. 

Ärzte und OP-Assistenten tragen diesen Mundschutz vor allem, um ihre Patienten auf dem Operationstisch nicht mit Erregern zu infizieren. Wenn der Träger der Maske etwa hustet oder niest, bleiben die meisten Tröpfchen in der Maske hängen.

Das funktioniert aber auf Dauer nur, wenn die Maske regelmäßig gewechselt und hygienisch sicher entsorgt wird. Im OP-Bereich muss die Maske mindestens alle zwei Stunden gewechselt werden. Trägt man eine solche Maske hingegen immer wieder, verliert sie schnell ihre Funktion. 

Eine vergleichbare Maske aus Stoff sollte ebenfalls häufig gewechselt und heiß gewaschen werden, damit die Viren nicht überleben. 

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Wie viel Eigenschutz bietet die Maske?

Der Träger der Maske kann sich vor Tröpfchen- und Schmierinfektionen schützen, aber nur in sehr beschränktem Maße. Das Virus dringt zwar meist durch den Mund oder die Augen in den Körper ein (wenn es keine offenen Wunden gibt), aber die wichtigste Rolle spielen die Hände.

Die OP-Maske, sinnvollerweise kombiniert mit einer Schutzbrille, dient weniger zum Abfangen der virenhaltigen Tröpfchen. Vielmehr sind sie eine ständige Erinnerung daran, dass man sich nicht mit den Händen an die Nase fassen soll, wenn es juckt. Genauso wenig sollte man sich die Augen reiben.

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Eine Frau trägt eine FFP-3 Atemschutzmaske und hat ein Kind auf dem Arm (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

Eine hochwertige FFP-3 Maske schützt auch vor Viren, Bakterien, Pilzsporen und Asbest, wenn sie richtig angewandt wird.

Halbmasken bieten besseren Schutz

Neben den OP-Masken, die aussehen wie mehrlagige Einweg-Küchentücher, gibt es auch noch Halbmasken mit einer richtigen Filterwirkung. Diese sind auch bei Handwerkern bekannt – vor allem zum Schutz gegen gesundheitsschädliche Stäube und Aerosole.

Auch in Krankenhäusern kommen sie zum Einsatz, wenn Pfleger und Ärzte mit hochinfektiösen Patienten in Kontakt kommen. Dann tragen sie neben der Schutzbrille auch Gummihandschuhe und Einwegschürzen oder - overalls. 

Es gibt sie entweder als Einweg-Maske, meist aus starkem Zellstoff gepresst mit einem Filterelement und einem Ausatemventil oder als Kunststoff-Maske, in die ein passender Filter eingesetzt wird.

In der Europäischen Union sind diese Masken in drei FFP-Schutzklassen eingeteilt (filtering face piece). Masken der Schutzstufe FFP-1 sind zwar besser als OP-Masken, bieten aber nicht den gewünschten Schutz gegen Viren.

Sie sind zum Beispiel für Tischler gedacht, die an einer Bandsäge mit Absauganlage arbeiten, um die gröberen Stäube abzufangen. Auch Maurer können sie sich aufsetzen, bevor sie Zement mit der Kelle mischen und dabei etwas Staub aufwirbeln. 

Nur Masken der Klasse FFP-3 schützen den Träger vor Tröpfchenaerosolen, Eiweißmolekülen, Viren, Bakterien, Pilzen und Sporen, und - bei richtiger Anwendung - sogar vor hochgefährlichen Stäuben wie etwa Asbestfasern. 

Angesichts der derzeitigen Knappheit dieser Masken gesteht das Robert Koch-Institut auch notfalls den Einsatz von FFP-2 Masken in der Infektionsmedizin zu. Dies ist aber unter Medizinern umstritten. 

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Ein polnischer Soldat in Wroclaw betritt einen Bus mit Evakuierten Patienten aus Wuhan. Er trägt einen Ganzkörperanzug und eine militärische Gasmaske mit ABC-Filter (picture-alliance/AP Photo/A. Rataj)

Wer sich effektiv schützen möchte, braucht mehr als nur die richtige Maske.

Wenn schon Maske – dann aber richtig

FFP-3-Masken können den Träger - anders als die einfache OP-Maske - vor einer Infektion schützen. Also auch vor einem hochinfektiösen Erreger wie Masern oder Tuberkulose.

Aber auch hier funktioniert der Schutz nur, wenn weitere Schutzmaßnahmen gleichzeitig getroffen werden: Strikte Hygiene beim Anlegen von Maske, Schutzbrille, Handschuhen und Plastikkittel bzw. Schürze oder Overall, fachgerechte Entsorgung der möglicherweise kontaminierten Einwegartikel und regelmäßiges Händewaschen. Auch das Umfeld muss systematisch desinfiziert werden.

Diese Masken kommen zum Beispiel in Quarantänestationen zum Einsatz, wo bereits nachweislich infizierte Patienten betreut werden. Das medizinische Fachpersonal betreibt einen erheblichen Aufwand beim An- und Ablegen der gesamten Schutzkleidung inklusive Schutzmaske.

Dies ist eine aktualisierte Version eines früheren Beitrags.

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