Coronavirus: Trump empfiehlt US-Bürgern Gesichtsmasken | Aktuell Amerika | DW | 04.04.2020
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COVID-19

Coronavirus: Trump empfiehlt US-Bürgern Gesichtsmasken

Die USA sind ein Hotspot der Coronavirus-Pandemie. Kein Land hat so viele Infizierte. Auf der Suche nach wirksamen Maßnahmen gegen die Ausbreitung von SARS-CoV-2 vollzieht die Regierung mal wieder einen Kurswechsel.

USA Donald Trump spricht über das Coronavirus in Washington (picture-lliance/Newscom/UPI Photo/Y. Gripas)

Donald Trump: Er selbst will keinen Gesichtsschutz tragen - seine Bürger sollten jedoch

Entgegen der bisher geltenden Richtlinie ruft US-Präsident Donald Trump nun die Bürger dazu auf, eine Gesichtsmaske zu tragen. "Das ist freiwillig", betonte er bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus - und fügte hinzu: "Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun." Weiter meinte Trump, auch Schals würden schon helfen, Mund und Nase zu bedecken. Medizinische Schutzmasken allerdings sollten dem Fachpersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorbehalten bleiben.

Der Präsident machte zugleich deutlich, die neue Maßnahme ersetze nicht die bisher empfohlenen Schutzmaßnahmen, sondern ergänze sie. Die Gesundheitsbehörde CDC empfahl gesunden Menschen ohne Symptome bislang explizit, keinen Gesichtsschutz zu tragen. US-Experten befürchten, dass nun eine noch stärkere Nachfrage ausgelöst werden könnte und damit der Mangel an Masken für Personal im Gesundheitswesen verschärft wird.

USA COVID-19 Schutzmasken in Kalifornien (picture-alliance/ZUMAPRESS/P. J. Heller)

Viele Amerikaner, ob groß oder klein, schützen sich schon jetzt in der Öffentlichkeit

Der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, twitterte bereits Ende Februar: "Im Ernst, Leute - hört auf, Masken zu kaufen!" Masken seien nicht dazu geeignet, die Infizierung einer breiten Masse von Menschen durch das Coronavirus zu verhindern.

Angesichts der Ausbreitung der Lungenkrankheit COVID-19 sind Schutzmasken auch hier zur Mangelware geworden. In den vergangenen Tagen mehrten sich weltweit Vorwürfe, wonach die USA für andere Länder dringend benötigte Schutzausrüstung beschlagnahmen oder mit zweifelhaften Methoden aufkaufen.  

Mehr als 1000 Tote innerhalb von 24 Stunden 

In den USA haben sich nach Daten der Johns Hopkins Universität bis Freitagabend (Ortszeit) mehr als 273.000 Menschen mit dem Erreger SARS-CoV-2 angesteckt und damit so viele, wie in keinem anderem Land der Welt. Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit stieg innerhalb von 24 Stunden um mehr als 1000, sie lag am Freitagabend (Ortszeit) bei 7141. 

USA Coronavirus Florida (picture-alliance/AP Images/AP Photo/L. Sladky)

Hochwertige Schutzausrüstung - wie hier an zwei Feuerwehrmännern in Florida - ist nicht nur in den USA Mangelware

In Westeuropa hatte Österreich als erstes Land eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Supermärkten angekündigt. Auch in Tschechien ist ein Gesichtsschutz Pflicht. In Deutschland zogen einzelne Gemeinden wie Jena in Thüringen nach.

Im Kampf gegen das Coronavirus will die amerikanische Regierung zudem den Export knapper medizinischer Schutzausrüstung verbieten. Trump erläuterte, das Ausfuhrverbot betreffe etwa Atemschutzmasken des Typs N95, Operationshandschuhe und andere Produkte.

Das US-Unternehmen 3M, das unter anderem Atemschutzmasken herstellt, äußerte sich kritisch zu der Anweisung. Der Schritt könne bewirken, dass andere Staaten den Export solcher Produkte in die USA aussetzten, was in der aktuellen Lage kontraproduktiv wäre. Trump tat die Kritik ab und meinte, er sei nicht zufrieden mit 3M.

se/mak (ap, rtr, dpa, afp, jhu)

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