Coronavirus ist weiter auf dem Vormarsch | Aktuell Welt | DW | 26.01.2020
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Krankheiten

Coronavirus ist weiter auf dem Vormarsch

China hat ganze Städte abgeriegelt, um den gefährlichen Erreger zu stoppen. Doch das Virus breitet sich weiter aus. Die Regierung der besonders betroffenen Metropole Wuhan steht in der Kritik.

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China: Coronavirus breitet sich weiter aus

Trotz drastischer Gegenmaßnahmen nach dem Ausbruch der neuen Lungenkrankheit in China gibt es immer mehr Todesfälle in der Volksrepublik. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg jetzt auf 56, wie die Nationale Gesundheitsbehörde des Landes mitteilte.

Fast 2000 Infizierte

Demnach haben sich 1975 Menschen in China mit dem Coronavirus angesteckt, der die neuartige Lungenkrankheit auslöst. Zuletzt war von knapp 1400 Infizierten die Rede gewesen. Weltweit kommen nach bisherigen Informationen rund 30 bestätigte Fälle hinzu - darunter drei Patienten in Frankreich, bei denen es sich um die ersten bekanntgewordenen Erkrankungen in Europa handelt.

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping berief am Samstag in Peking ein Krisentreffen ein. Alle Ebenen von Partei und Regierung müssten dem Kampf gegen das Coronavirus höchste Priorität einräumen. Die Partei habe eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um das weitere Vorgehen zu koordinieren. Teams würden in die Provinz Hubei entsandt, um die Arbeit vor Ort zu steuern.

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Coronavirus hat Europa erreicht

Die Provinzhauptstadt von Hubei, die Millionenmetropole Wuhan, ist besonders stark vom Coronavirus betroffen: Dort war der Erreger vor wenigen Wochen auf Menschen übergesprungen - vermutlich auf einem Tiermarkt. Wie Staatsmedien berichten, sollen in der Stadt 24 allgemeine Krankenhäuser zusätzliche Betten für Patienten bereitstellen.

Die Ansteckungsgefahr ist groß

Wuhan hatte zuvor im Eiltempo mit dem Bau von zwei neuen Krankenhäusern begonnen, die insgesamt eine Kapazität von 2300 Betten haben sollen. Das erste Hospital in Schnellbauweise soll am Montag in einer Woche erste Patienten aufnehmen, das zweite dann zwei Tage später. Die Sorge, dass sich das Virus rasch weiter ausbreitet, ist groß. Studien zufolge steckt jeder, der das Virus in sich trägt, zwei bis drei weitere Personen an.

Aus anderen Teilen Chinas wurden mehr als 1600 Ärzte und Pfleger nach Wuhan entsandt. Auch wurden 14.000 Schutzanzüge bereitgestellt. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr, Zug- und Flugverbindungen wurden gestoppt, Ausfallstraßen gesperrt. Von Sonntag an wird auch der gewöhnliche Autoverkehr in den großen Stadtbezirken Wuhans gestoppt.

40 Millionen Menschen abgeschottet

Inzwischen wurden mehr als 40 Millionen Menschen in gut einem Dutzend Städten im Herzen Chinas weitgehend von der Außenwelt abgeschottet, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit übte Hu Xijin, Chefredakteur der staatlichen Zeitung "Global Times", überraschend deutliche Kritik. "Dieser Ausbruch hätte in einem Land wie China nicht passieren dürfen, das über fortschrittliche medizinische Standards und soziale Organisationsfähigkeiten verfügt", schrieb der Chef der sonst regierungstreuen Tageszeitung im chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo. "Ich persönlich glaube, dass die Stadt Wuhan und die nationalen Gesundheitsbehörden verantwortlich gemacht werden sollten."

Der Chefredakteur ergänzte, die Kontrollfunktion der Medien sei in den vergangenen Jahren durch Behörden auf allen Ebenen immer weiter geschwächt worden. Das habe Journalisten daran gehindert, den Virusausbruch weiterzuverfolgen.

haz/sth (dpa,rtr)

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