Coronavirus: Fußball ohne Fans in Italien | Sport | DW | 25.02.2020
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Coronavirus

Coronavirus: Fußball ohne Fans in Italien

Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora hat der Serie A, der ersten Fußball-Liga, Begegnungen ohne Zuschauer in den Regionen zugesagt, die vom neuartigen Coronavirus betroffen sind. In Deutschland beobachtet man noch.

Fußballspiele ohne Fans auf den Rängen - was sonst nur im Falle einer Strafe oder wie in Frankfurt am Montag aus Protest passiert, wird in Italien demnächst Realität. Die italienische Regierung habe den Ausschluss des Publikums gebilligt, teilte Sportminister Vincenzo Spadafora nach einer Sitzung des Ministerrats laut Nachrichtenagentur Ansa am Montagabend mit. Welche Liga-Partien von der Maßnahme am kommenden Wochenende betroffen sind, sagte der Minister zunächst nicht.

Europa-League-Partie in Mailand vor leeren Rängen

Die Regierung kam damit einer Bitte des Präsidenten der Serie A, Paolo Dal Pino, nach. Er hatte am Montag in einem Brief an die Regierung gefordert, die Liga-Partien in den vom Coronavirus betroffenen Gebieten nicht auszusetzen. Dies sei nötig, um den Liga-Spielplan bis zum Beginn der Europameisterschaft im Juni einzuhalten, hieß es.

Fußball | Italien | Inter Mailand | Romelu Lukaku (imago images/LaPresse)

Inter Mailand und sein Torjäger Romelu Lukaku (Foto) müssen in der Europa League vor leeren Rängen antereten

Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass die Europa-League-Begegnung zwischen Inter Mailand und dem bulgarischen Meister Ludogorets Rasgrad an diesem Donnerstag ebenfalls vor leeren Rängen ausgetragen wird. Mailand liegt in der vom Coronavirus besonders betroffenen Region Lombardei. Italien ist aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Corona-Fällen in Europa.

Deutschland beobachtet

Deutschlands Sport ist von derartigen Maßnahmen noch nicht betroffen. "Wir haben mit den zuständigen Behörden Kontakt aufgenommen. Selbstverständlich werden wir sofort reagieren, wenn es eine offizielle Aufforderung dazu gibt“, sagte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), der Deutschen Welle.

Für Professor Bernd Wolfarth, Mannschaftsarzt des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), gibt es auch noch keine akuten Gründe, hiesige Wettkämpfe abzusagen oder ohne Zuschauer stattfinden zu lassen. Vielmehr warnt der Mediziner vor Reisen nach China. "Es gibt eine Reihe von Gründen, aktuell Wettkämpfe und Trainingslager in China auszusetzen", so Wohlfarth.

Ruder-Achter nach Portugal 

Und das gilt auch für ein Trainingslager in Italien: Der Deutschland-Achter wird nicht wie eigentlich geplant in Garivate in der Lombardei trainieren, sondern das Trainingslager von Italien nach Portugal verlegen. Diese Entscheidung trafen Bundestrainer Uwe Bender und die Verantwortlichen am Dienstag. Die Athleten des Paradebootes des Deutschen Ruderverbandes (DRV) reisen nun vom 6. bis 23. März nach Lago Azul in Portugal. "Die Situation vor Ort und die Unsicherheit über die Entwicklung lassen nur einen Schluss zu: Dort können wir nicht hinfahren, das können wir nicht verantworten", sagte Bender.

jst/asz (dpa)

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