Corona sorgt für Rekordverlust bei der Deutschen Bahn | Aktuell Deutschland | DW | 25.11.2020
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Mobilität

Corona sorgt für Rekordverlust bei der Deutschen Bahn

In der zweiten Corona-Welle fahren immer weniger Menschen mit dem Zug. Das verschärft laut einem Zeitungsbericht die wirtschaftlichen Probleme der Deutschen Bahn. Mögliche Staatshilfen aber muss erst die EU erlauben.

Kaum Menschen in den Zügen - was einzelne Reisende in Zeiten der Corona-Pandemie freuen mag, stellt für die Bahn ein enormes Problem dar. Wie die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.) berichtet, sind Fernzüge derzeit im Schnitt nur noch zu 20 Prozent ausgelastet, die Regionalzüge zu 55 bis 60 Prozent.

Nach F.A.Z.-Informationen steuert der bundeseigene Konzern deshalb dieses Jahr auf einen Rekordverlust von 5,6 Milliarden Euro zu. Das gehe aus den Unterlagen für die Aufsichtsratssitzung am 9. Dezember hervor, die dem Blatt vorliegen. Schon im ersten Halbjahr dieses Jahres hatte die Bahn ein Minus von 3,7 Milliarden Euro ausgewiesen. In der mittelfristigen Finanzplanung kalkuliere der Konzern deswegen in den nächsten fünf Jahren mit einem Verlust von bis zu 11 Milliarden Euro, so dass Blatt. Im Januar und Februar dagegen hatte die Bahn demnach noch ein Rekordplus bei Fahrgästen und Ergebnis erreicht.

Fünf Milliarden zusätzlich für die DB?

Um die Verluste auszugleichen, hat die Bundesregierung der Bahn im Konjunkturpaket vom Juni eine Aufstockung des Eigenkapitals um fünf Milliarden Euro zugesagt. Das Geld kann allerdings erst fließen, wenn die EU-Kommission zustimmt. Und das könnte noch dauern. Mit einer raschen Entscheidung über die Beihilfen sei derzeit nicht zu rechnen, schreibt die F.A.Z. Angeblich erwägt die Kommission, nur einen Teil der in Aussicht gestellten Hilfen zu genehmigen und diese an Auflagen zu knüpfen.

Detuschland Coronavirus Berlin Hauptbahnhof

Gähnende Leere am Berliner Hauptbahnhof: Wegen der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind nur wenig Menschen mit dem Zug unterwegs

Zudem beschwerten sich die Bahn-Konkurrenten, die in den Staatshilfen eine unzulässige Bevorzugung des Staatskonzerns sähen. So forderten die Schienenverbände Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) und Mofair, das Geld stattdessen "in wettbewerbsneutrale Hilfen wie Trassenpreissenkungen zu leiten". Sonst sei die Angebotsvielfalt auf der Schiene gefährdet.

Die privaten Bahnunternehmen halten laut NEE mehr als 50 Prozent der Marktanteile im Güterverkehr und etwa 40 Prozent im Personennahverkehr und seien daher ebenfalls "systemrelevant". Die Verbände forderten, es müsse deutlich unterschieden werden, welche Konzernverluste Folge der Pandemie und welche auf Managementfehlern bei der Deutschen Bahn zurückzuführen seien.

cw/gri (afp, rtr, F.A.Z.)

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