Corona-Live-Ticker vom 29. März: New Yorks Bürgermeister de Blasio schlägt Alarm | Aktuell Welt | DW | 29.03.2020
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Corona-Live-Ticker

Corona-Live-Ticker vom 29. März: New Yorks Bürgermeister de Blasio schlägt Alarm

In New York warnt Bürgermeister Bill de Blasio, dass er wegen der Corona-Krise den Betrieb der Krankenhäuser nur noch eine Woche garantieren kann. In Spanien steigt die Zahl der Corona-Toten weiter. Mehr im DW-Live-Blog.

USA: New York - Bill De Blasio - PK Coronavirus (Getty Images/W. Farrington)

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio: Medizinische Ausrüstung nur noch für eine Woche

Das Wichtigste in Kürze: 

- New Yorks Bürgermeister de Blasio schlägt Alarm

- Spanien verzeichnet wieder mehr als 800 Corona-Tote an einem Tag 

- Bundeswehr holt erneut italienische Corona-Patienten nach Deutschland

- NRW-Ministerpräsident Armin Laschet widerspricht Merkel wegen Exit-Strategie 

 

Die Meldungen im Einzelnen - alle Zeitangaben in MESZ: 

 

0:00 Uhr: Dieser Ticker wird nicht mehr aktualisiert.

 

23.44 Uhr - In Italien verlangsamt sich die Zunahme der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Infizierten erhöhte sich um 5217 auf 97.689, wie der Zivilschutz mitteilte. Das ist der geringste Anstieg von Neuinfektionen seit Mittwoch. Bislang hat die Coronavirus-Pandemie offiziellen Angaben zufolge 10.779 Todesopfer in Italien gefordert. 

23.20 Uhr - Nigerias Präsident  Muhammadu Buhari riegelt zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie die Millionenstadt Lagos und die Hauptstadt Abuja ab. Die Maßnahme gelte ab Montag für 14
Tage gelten, teilt Buhari in einer TV-Ansprache mit. In Nigeria sind offiziellen Angaben zufolge 97 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

20.43 Uhr - Die liberale Opposition in Polen hat die Wähler zum Boykott der Präsidentenwahl am 10. Mai aufgerufen, die die regierenden Konservativen trotz der Coronavirus-Pandemie weiterhin abhalten wollen. "Lasst uns diese Wahlen boykottieren, euer Leben ist das Wichtigste", sagte die liberale Präsidentschaftskandidatin Malgorzata Kidawa-Blonska. Sie setzte den Wahlkampf aus, um den Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus nicht zu behindern. "Die Präsidentschaftswahlen in der gegenwärtigen Situation zu organisieren, ist kriminell", erklärte sie. In einer Umfrage sprachen sich zuletzt 72 Prozent der Polen für eine Verschiebung der Wahl aus.

20.10 Uhr - In Frankreich sind binnen eines Tages 292 weitere Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Damit liege die Gesamtzahl bei 2606, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Die Zahl der Infizierten sei binnen 24 Stunden auf 40.174 von 37.575 gestiegen.

19.58 Uhr - Im Kampf gegen das Coronavirus verhängt die russische Hauptstadt Moskau eine Ausgangssperre. Von diesem Montag an dürfe man die Wohnung nur unter bestimmten Umständen verlassen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Darunter fallen der Weg zur Arbeit, zum Supermarkt, zur Apotheke und zum nächsten Müllcontainer. Die Moskauer dürften sich "nicht mehr ohne Grund in der Stadt bewegen", sagte der Bürgermeister. Bisher gab es eine Ausgangssperre für Menschen im Alter von über 65 Jahren. Sobjanin reagiert damit auf weiter steigende Infektionszahlen. In der Metropole haben sich bereits mehr als 1000 Menschen infiziert - Tendenz steigend.

19.26 Uhr - Der schweizerische Pharmakonzern Novartis setzt bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das Coronavirus große Hoffnungen in das Malariamittel Hydroxychloroquin. "Vorklinische Studien mit Tieren sowie erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet", sagte Konzernchef Vasant Narasimhan. Derzeit würden in Europa und den USA Patientinnen und Patienten für klinische Studien gesucht und in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den USA und der Schweiz eine Zulassung per Eilverfahren geprüft. Zudem würden weitere bereits entwickelte Medikamente untersucht, ob sie für den Einsatz gegen COVID-19 infrage kämen. Auch das Krebsmittel Jakavi sei "sehr vielversprechend", sagte Narasimhan.

18.57 Uhr - In Italien ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten erneut deutlich gestiegen. Aber die Zunahme der Neuinfektionen hat sich weiter verlangsamt. Wie der Zivilschutz mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Corona-Toten am Sonntag um 756 auf 10.779. Dies ist der höchste Zahl weltweit. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie stieg um 5217 auf jetzt 97.689. Der Tagesanstieg ist deutlich geringer als am Samstag (5974) und entspricht einer Zunahme um 5,6 Prozent. Vor einer Woche lagen die Zuwachsraten noch im zweistelligen Bereich. Die Zahl der Geheilten stieg um 646 auf 13.030.

18.24 Uhr - Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat namhafte Unternehmen wie Adidas und H&M kritisiert, die in der Coronakrise Mietzahlungen für ihre Filialen eingestellt haben. "Ich halte das Verhalten von Adidas für unverantwortlich und habe dafür kein Verständnis", sagte der SPD-Politiker dem "Handelsblatt". Adidas habe in den vergangenen Jahren hohe Gewinne erzielt. "Jetzt müssen alle die Krise gemeinsam schultern", so Heil. Scharfe Kritik kam auch vom Verband Haus & Grund. Wenn große Unternehmen wie Adidas, Deichmann und andere jetzt reihenweise ihre Ladenmieten nicht mehr bezahlten, sei das ein Dammbruch, sagte Verbandspräsident Kai Warnecke.

Deutschland Berlin PK Grundrente | Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales (picture-alliance/dpa/J. Carstensen)

Klare Worte zur Mietenblockade: Arbeitsminister Hubertus Heil

18.03 Uhr - Regierungen und Notenbanken müssen nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) dringend ihre Bemühungen verstärken, um ihre Wirtschaften angesichts der Corona-Krise zu unterstützen. Es würden eilig Lösungen jenseits derer aus der Finanzkrise 2008 benötigt, schreibt BIZ-Chef Agustin Carstens. Die Maßnahmen nach dem Crash von 2008 hätten dazu gedient zu verhindern, dass die Banken sich finanziell übernähmen. Die Sorge heute sei aber, dass die Banken nicht aktiv würden und Geld verliehen - und dies in einer Lage, in der viele Firmen sich nicht am Kapitalmarkt mit Geld versorgen könnten.

17.40 Uhr - Angesichts der Corona-Pandemie gewährt Portugal Migranten ohne Aufenthaltsstatus vorläufig Asyl. Damit will die Regierung in Lissabon ihnen kostenlosen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem und zu Sozialleistungen ermöglichen. Die Maßnahme bleibe zunächst bis zum 1. Juli in Kraft, schreibt die portugiesische Tageszeitung "Publico". Voraussetzung ist demnach, dass die Migranten bereits einen Antrag auf Bleiberecht oder Asyl gestellt haben. Portugal verzeichnete am Sonntag 5.962 Infizierte und 119 Tote. Bereits vor über einer Woche rief Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa den nationalen Notstand aus. 

16.54 Uhr - Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, rechnet mit Millionen von Corona-Infizierten in den USA. Ausgehend von der aktuellen Lage bestehe die Möglichkeit, dass 100.000 bis 200.000 Menschen in Folge der Pandemie sterben, sagte Fauci dem Fernsehsender CNN. Der angesehene Virologe machte zugleich jedoch deutlich, dass er wenig von Prognosen halte, da man leicht falsch liegen und die Leute in die Irre führen könne. "Wir haben ein ernsthaftes Problem in New York, wir haben ein ernsthaftes Problem in New Orleans und wir werden ernsthafte Probleme in anderen Gebieten entwickeln." Die Zahl der Coronavirus-Infizierten liegt bei fast 125.000 - in keinem anderen Land der Welt ist diese Zahl so hoch. Fast 2200 Menschen sind bereits gestorben.

16.15 Uhr- New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio schlägt angesichts knapp werdender medizinischer Ausrüstung in der Corona-Krise Alarm. Er könnte den reibungslosen Betrieb der Krankenhäuser nur für eine Woche garantieren, sagte er dem TV-Sender CNN. Dabei gehe es nicht nur um Masken, Schutzkleidung und dringend benötigte Beatmungsgeräte, sondern auch um medizinisches Personal. Die Ärzte und Pfleger könnten im jetzigen Tempo nicht über Wochen weiterarbeiten und bräuchten Unterstützung. "Hier in New York fühlt es sich wortwörtlich an wie zu Kriegszeiten", sagte de Blasio. Die Acht-Millionen-Einwohnermetropole hat sich zum Zentrum der Pandemie in den USA entwickelt. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Theater sind geschlossen. Alle Bürger sind aufgerufen, Zuhause zu bleiben, "nicht lebenswichtige" Einrichtungen und Firmen sind stillgelegt.

15.56 Uhr - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier arbeitet an Plänen, wie sich die deutsche Wirtschaft nach der Corona-Krise auch strukturell neu aufstellen kann. "Wir brauchen ein umfassendes Fitnessprogramm für die deutsche Wirtschaft, die Rettungspakete allein werden nicht genügen", sagte Altmaier. Das Konzept solle sich nicht auf klassische Konjunkturprogramme beschränken, sondern strukturell die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verbessern. So müssten Deutschland und Europa den Rückstand bei der Digitalisierung aufholen und dafür sorgen, dass Arbeitsplätze der Zukunft nicht nur in Amerika und Asien entstünden, forderte der CDU-Politiker. Zudem müssten elementare Bereiche industrieller Produktion wie Arzneimittel und Biotech auch hierzulande angesiedelt sein.

15.34 Uhr - Auch im Bürgerkriegsland Libyen gilt wegen einer drohenden Ausbreitung des Coronavirus nun eine tägliche Ausgangssperre. Von 14 Uhr bis 7 Uhr am Folgetag dürfen die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen. Das teilte die international anerkannte Regierung mit Sitz in Tripolis mit. Die Gegenregierung im Osten des Landes, die mit dem Rebellengeneral Chalifa Haftar kooperiert, hatte am Mittwoch eine zehntägige komplette Ausgangssperre verhängt. Libyen hatte am Dienstag den ersten Fall der Lungenkrankheit COVID-19 offiziell bekanntgegeben.

15.01 Uhr - Kleinunternehmer und Solo-Selbstständige können ab Montag die von der Bundesregierung für sie bereitgestellten Soforthilfen abrufen. Bund und Länder schlossen dazu eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung. Das teilten die Bundesministerien für Wirtschaft und für Finanzen sowie das bayerische Wirtschaftsministerium für die Länderseite mit. Die Hilfen sollen den Betroffenen in der Corona-Krise das wirtschaftliche Überleben sichern. Das 50-Milliarden-Euro-Programm sieht vor, dass Kleinunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten einmalig 9000 Euro erhalten können, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro. 

14.41 Uhr - Österreichs Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hat das Nein seines Landes zur Einführung sogenannter Coronabonds bekräftigt. "Wir dürfen die Fehler vergangener Krisen nicht wiederholen, sonst droht nach Corona gleich die nächste Schuldenkrise", sagte Blümel. Für die Unterstützung der am stärksten betroffenen Länder sei genügend Geld da. Mit dem Europäischen Rettungsschirm mit einem aktuellen Volumen von 410 Milliarden Euro gebe es ein wirksames Instrument für solche Krisensituationen. Eurobonds seien für ihn eine rote Linie. "Viele der Länder, die jetzt unter dem Deckmantel der Krise nach Gemeinschaftsschulden rufen, haben vor wenigen Monaten Ausnahmen vom Stabilitätspakt gefordert", sagte Blümel und spielte damit auf Italien an.

14.27 Uhr Papst Franziskus hat angesichts der Corona-Pandemie einen weltweiten Stopp aller Kampfhandlungen gefordert. Er schließe sich einem entsprechenden Appell von UN-Generalsekretär António Guterres an, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche beim traditionellen Angelus-Gebet in Rom. Alle kriegerischen Auseinandersetzungen sollten gestoppt, humanitäre Hilfskorridore eingerichtet und Wege für die Diplomatie geöffnet werden. "Der gemeinsame Einsatz gegen die Pandemie kann uns alle dazu bringen zu erkennen, dass wir die brüderlichen Bande als Mitglieder einer einzigen Familie stärken müssen2, fügte er hinzu. Guterres hatte jüngst in New York dazu aufgerufen, "die Seuche namens Krieg" zu beenden und die Waffen zum Schweigen zu bringen.

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Papst beschwört Weltgemeinschaft in der Coronakrise

13.58 Uhr - Die Bundeswehr hat erneut ein Flugzeug nach Norditalien geschickt, um weitere Covid-19-Patienten abzuholen. Wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte, flog ein Airbus A310 MedEvac von Köln nach Bergamo, um sechs Italiener zur Intensivbehandlung nach Deutschland zu bringen. Die Bundeswehr hatte bereits am Sonntag in der von der Corona-Pandemie stark betroffenen Stadt sechs Patienten abgeholt und nach Köln gebracht. Am Sonntag startete zudem ein Transportflugzeug A400M der Luftwaffe in Richtung Straßburg, um zwei Patienten abzuholen, die das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm versorgen wird.

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