Corona: Österreich will Handydaten analysieren | Aktuell Europa | DW | 05.04.2020
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COVID-19

Corona: Österreich will Handydaten analysieren

Das Coronavirus breitet sich in Österreich nun etwas langsamer aus - die Regierung will nach Ostern den "Shutdown" vorsichtig lockern. Flankiert wird das Konzept von einer Maßnahme, die nicht allen gefallen dürfte.

Coronavirus - Österreich Sebastian Kurz Mundschutz (picture-alliance/dpa/A. Wenzel)

Kanzler Sebastian Kurz bei der Nationalratssitzung vom Freitag mit Mundschutz

Österreich wird im Kampf gegen das Coronavirus nach Ostern womöglich verstärkt auf Standortdaten von Mobiltelefonen zugreifen. Das deutete Bundeskanzler Sebastian Kurz vor Journalisten an. "Wir haben alle ein Ziel, nämlich möglichst schnell wieder unsere Freiheit zurückzubekommen", zitierte die Nachrichtenagentur APA den 33-Jährigen. "Dazu wird es Begleitmaßnahmen brauchen." Die Auswertung von Standortdaten (Tracking) werde eine "wichtige Basis" sein. Diejenigen Österreicher, die kein Smartphone besitzen, sollen möglicherweise einen Schlüsselanhänger mit Standort-Ortung erhalten.

Zusätzlich zum Tracking braucht es laut Kurz schnelle Tests und die sofortige Isolierung aller Kontakte von Infizierten. Die weiteren Säulen der künftigen österreichischen Strategie werden nach seinen Worten der Schutz gefährdeter Gruppen und älterer Menschen sowie das konsequente Abstandhalten sein. Zudem soll die Pflicht, einen Gesichtsschutz zu tragen, ausgeweitet werden. "Was im Supermarkt Sinn macht, macht natürlich auch in anderen Bereichen des Lebens Sinn", erklärte der Kanzler.

Wien Maskenpflicht in Supermärkten (picture-alliance/picturedesk/APA/H. Fohringer)

In Supermärkten gilt Maskenpflicht

Firmenkonsortium will Schutzmasken nähen lassen

Um den hohen Bedarf an Masken decken zu können und unabhängiger vom Weltmarkt zu werden, haben mehrere Firmen in Österreich gemeinsam eine Schutzmaske für das Gesundheitspersonal entwickelt. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck zeigte sich in Wien zuversichtlich, dass die Produktion innerhalb weniger Tage zunächst auf 100.000 Stück pro Tag und im nächsten Schritt auf 500.000 Stück pro Tag hochgefahren werden könne. Dazu würden allerdings noch mehrere hundert Näher und Näherinnen gesucht.

Die Kurz-Regierung plant, nach den Osterfeiertagen den seit dem 16. März anhaltenden "Shutdown" vorsichtig zu lockern. Am kommenden Montag will sie einen "Fahrplan" für die Zeit danach mitteilen. "Klar ist, dass wir beim Handel mit dem Wiederhochfahren beginnen werden", sagte Kurz mit Blick auf die volkswirtschaftliche Relevanz. Schulen sollten erst später öffnen. Österreich sei noch nicht „überm Berg", warnte er. Die Entwicklung seien dennoch positiv. "Wenn wir weiter diszipliniert sind und durchhalten, dann können wir die Krankheit bekämpfen und auch wirtschaftlich das Comeback schaffen."

Wien Coronavirus Lockdown Innenstadt (picture-alliance/AA/A. Kiyagan)

Die Fußgängerzone von Wien - verwaist

Österreich läuft seit Mitte März auf Minimalbetrieb, außer Drogerien und Lebensmittelläden mussten quasi alle Geschäfte schließen. Lokale und Restaurants sind ebenfalls zu. Zudem gelten Ausgangsbeschränkungen. Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Die Zahl der SARS-CoV-2-Infektionen stieg zuletzt um weniger als vier Prozent am Tag an. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gibt es fast 12.000 bestätigte Infektionen. 186 Menschen starben an der neuartigen Lungenkrankheit COVID-19.

se/ack (dpa, orf, jhu)

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