Comic-Zeichnerin Lona Rietschel gestorben | Kultur | DW | 19.12.2017
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Kultur

Comic-Zeichnerin Lona Rietschel gestorben

In den 1970er Jahren schuf sie die beliebten "Abrafaxe". Stellvertretend für die Menschen in der DDR gingen Lona Rietschels Comic-Figuren auf Weltreise. Jetzt ist die Berliner Zeichnerin im Alter von 84 Jahren gestorben.

Abrax, Brabax und Califax - so heißen die drei Kobolde mit den Knollennasen aus der Zeichenfeder von Lona Rietschel. Die Comicreihe "Abrafaxe", in denen sie auftraten, war zu DDR-Zeiten vor allem in Ostdeutschland populär geworden. 2016 feierten die "Abrafaxe"-Figuren ihren 40. Geburtstag. An diesem Dienstag (19.12.2017) gab der Berliner Mosaik-Verlag den Tod der Comic-Zeichnerin bekannt - Rietschel wurde 84 Jahre alt.

Eigentlich wollte die 1933 in Reppen (heutiges Polen) geborene Rietschel Modezeichnerin werden. In Berlin ließ sie sich dann jedoch zur Trickzeichnerin ausbilden und fing 1960 beim DDR-Mosaik-Verlag an, Comics zu entwerfen.

Mosaik-Comics millionenfach verkauft

Nach einer Konzeption von Lothar Dräger schuf Rietschel 1975 die "Abrafaxe". Dazu gehörte Draufgänger Abrax, der nicht immer an die Konsequenzen seiner recht übermütigen Aktionen dachte. Brabax, der zweite im Bunde, war eher der besonnene Typ, ein kluges Wesen, das der bunten Truppe immer aus der Patsche half. Und dann gab es da noch den gemütlichen Califax, der gern auch mal faulenzte, dafür aber mit Leidenschaft seine Freunde bekochte.

Die Comic-Figuren Abrax, Brabax und Califax (picturealliance/dpa/R.Jensen)

Die Comic-Figuren Abrax, Brabax und Califax (v.l.n.r.)

In den millionenfach verkauften Heften erleben die drei Figuren die verschiedensten Abenteuer. Sie reisen durch unterschiedliche Epochen, Länder und Kontinente, treffen die ägyptische Königsgattin Nofretete oder erkunden das antike Griechenland. Zum diesjährigen Reformationsjubiläum tauchten sie in die Welt des Mittelalters ein und halfen dem Reformator Martin Luther bei der Erstellung seiner 95 Thesen.

Lona Rietschel steht vor einer riesigen Torte, auf der viele kleine Figuren platziert sind. (picture-allainace/dpa/H.Link)

Rietschel an ihrem 65. Geburtstag

"Stets schwungvoll und mit Leichtigkeit"

Der Mosaik-Verlag schrieb über Rietschels Arbeit an den drei Figuren: "Hingebungsvoll, mit sicherer Hand, mit unglaublichem Einfühlungsvermögen, der nötigen Strenge, aber vor allem immer mit ganz viel Liebe" habe sie die "Abrafaxe" wie eine Mutter begleitet. Rietschels Zeichenstrich "war eben ein besonderer, stets schwungvoll und mit Leichtigkeit und selbst bei Bösewichten liebevoll". Die "Abrafaxe" hätten "ihren Platz im Leben und viele Freunde" gefunden. Rietschel bleibe das Vorbild für die heutigen acht Zeichner des Mosaik-Heftes.

Die "Abrafaxe" waren die Nachfolger der "Digedags", die zuvor im DDR-Mosaik-Comic Abenteuer erlebten. 1990 beendete Rietschel nach Verlagsangaben die Arbeit an den Heften. Im Laufe der Jahre zeichnete sie aber immer wieder Titelbilder für Sammelausgaben. Bis heute erscheinen die beliebten Mosaik-Hefte monatlich. 

pr/bb (dpa/epd)

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