Chrispin Mwakideu | Redaktion Englisch für Afrika | Inside DW | DW | 04.12.2012
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Chrispin Mwakideu | Redaktion Englisch für Afrika

Seine Erfahrungen als leidenschaftlicher Schauspieler fließen in seine Novellen für LbE ein. Mit dem Puppenspiel spricht er Themen an, die in Afrika sonst nicht angesprochen werden dürfen.

Als solcher trat er nicht nur in seiner Heimat Kenia auf, sondern auch in Ländern wie Argentinien, Finnland, Polen und Deutschland.


Chrispin Mwakideu ist Mitarbeiter der Redaktion Englisch für Afrika, auch hier in wechselnden Rollen: als Moderator, Redakteur und Planer. Zudem schreibt Chrispin Radionovelas für das Bildungsprojekt "Learning by Ear". Diese DW-Reihe kommt beim jungen Publikum in Afrika sehr gut an. Inspiration und Themen für seine Storys bekommt er auch aus dem Puppenspiel.


Aufgewachsen in Kenia, konnte er angesichts der Probleme und Misstände, die er beobachtete, nicht schweigen. Mit Hilfe des Puppenspiels konnte er die Fragen, die ihn als jungen Menschen in seiner Heimat damals beschäftigten, ausdrücken.


Seine Leidenschaft für das Puppenspiel erwachte Mitte der neunziger Jahre, als das traditionelle Puppenspiel in Afrika wieder auflebte. Die Menschen nutzten es, um Probleme zu thematisieren, die sonst nicht angesprochen werden konnten: Krankheiten wie AIDS und Malaria, der Umgang mit behinderten Menschen, Umwelt, Menschenrechte und Demokratie. In den Medien kamen alle diese Themen nicht vor.


"In Afrika ist es gefährlich, die politische Elite oder die Regierung zu kritisieren. Das Puppenspiel macht es einfacher. Du kannst verschiedene Themen ansprechen, den Figuren unterschiedliche Charaktere verleihen, und wenn es kritisch wird, kannst du immer noch sagen, das war ich nicht, das war die Puppe! Deswegen ist das Puppenspiel so beliebt: man kann damit protestieren ."


Das Puppenspiel hat Chrispin auch nach Europa geführt – bei einem Festival in Nairobi 2002 wurde er nach Belgien eingeladen. Aber Europa hat ihn mit "Kälte" empfangen:
"In Belgien ist es mir schwer gefallen, mit der anderen Umgebung zurechtzukommen - kaltes Wetter, auf den ersten Blick unfreundliche Menschen und kaltes Essen."


Die Reise ging jedoch weiter und 2003 kam er nach Polen. Zwei Jahre später begann er sein Studium. Das Puppenspiel begleitete ihn, er fand Partner für seine Vorstellungen, mit denen er gemeinsam an sozialen Themen arbeitete. Chrispin nahm weiterhin an Festivals teil und bereiste fast die ganze Welt.


"Puppenspiel hat in jedem Land eine andere Charakteristik. Bei der Vorbereitung auf ein Festival modifiziere ich die Geschichte immer etwas, um auf Eigenheiten des Landes einzugehen und Worte der jeweiligen Sprache einzuflechten. Die Handlung und meine Geschichte bleiben aber gleich."


2008 hat Chrispin angefangen, für die DW zu arbeiten, und seinen Lebensmittelpunkt erstmals nach Deutschland verlegt. Durch die lange Zeit fern von Afrika integrierte er sich immer mehr in der europäischen Gesellschaft und verlor dadurch ein wenig den Bezug zu Afrika. Dem versucht Chrispin entgegenzuwirken, indem er Kontakt mit Puppenspieler-Kollegen in Afrika hält. Und, selbst schon fast ein Europäer, hat der gebürtige Kenianer noch einen weiteren Weg gefunden, auf die Probleme und Nöte Afrikas aufmerksam zu machen – durch "Learning by Ear".

Learning by Ear ist das Bildungsprogramm für afrikanische Jugendliche, das in den Sprachen Amharisch, Englisch, Französisch, Haussa, Kisuaheli und Portugiesisch produziert und ausgestrahlt wird. Durch Radionovelas werden die Jugendlichen mit einem Mix aus Reportagen, Geschichten und Features über wichtige Themen wie HIV, Menschenrechte, Demokratie und Umweltschutz aufgeklärt.

Text: Elena Isayenko
Bearbeitung: Adelheid Lucas

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