Chinesische Muslime protestieren gegen Abriss von Moschee | Aktuell Asien | DW | 10.08.2018
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Religiöse Minderheiten

Chinesische Muslime protestieren gegen Abriss von Moschee

Tausende Muslime der Hui-Minderheit hatten sich an der Großmoschee im Nordwesten Chinas versammelt. Sie wollen verhindern, dass der vor einem Jahr vollendete Bau von den Behörden zerstört wird.

Bereits am Donnerstag waren die ersten Gläubigen zu der Großmoschee in der Stadt Weizhou gekommen. Sie ließen sich auf dem Gelände nieder, um sich den Behörden in den Weg zu stellen. Am Freitag schlossen sich Hunderte Glaubensbrüder dem Protest an. Die Polizei beobachtete die Aktion, schritt aber nicht ein.

Wie Anwohner berichten, behaupten die Behörden, für Teile des prunkvollen Bauwerks gebe es keine Genehmigung. Dabei hatte vor einem Jahr alles danach ausgesehen. Der örtliche KP-Vorsitzende hatte laut den Anwohnern sogar eine Glückwunschrede gehalten, als der Neubau eingeweiht worden war.

Vorhaben zunächst gestoppt

Wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" meldet, führte die ungewöhnliche Aktion dazu, dass die Demontage zumindest vorläufig ausgesetzt wurde

In der Volksrepublik leben mehr als 20 Millionen Muslime. Die beiden größten Gruppen sind die Minderheiten der Hui und der Uiguren mit jeweils rund zehn Millionen Angehörigen. 

Vor allem die Uiguren in der westlichen Provinz Xinjiang werden laut Beobachtern immer stärker in ihrer Freiheit eingeschränkt und verfolgt. Aber auch andere religiöse Gruppen stehen im Visier der Behörden.

Neben den offiziell geduldeten religiösen Gemeinschaften, die unter der Kontrolle der Kommunistischen Partei stehen, gibt es christliche Untergrundkirchen, deren Mitglieder mit Verfolgung rechnen müssen. Es gibt Berichte, wonach Gottesdienste gestört, Kirchen eingerissen und viele Kreuze von Gebäuden entfernt wurden.

uh/qu (dpa, ap, rtr)

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