Chinas Handelsüberschuss mit den USA sinkt etwas | Wirtschaft | DW | 08.08.2018
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Handelskonflikt

Chinas Handelsüberschuss mit den USA sinkt etwas

Handelskrieg? Wo? Fragen, die bei den neuen Zahlen zum Handel zwischen China und den USA auftauchen mögen: Im Juli stiegen Chinas Exporte in die USA erneut, ebenso die Importe. Der Handelsüberschuss Chinas sank dagegen.

Vor allem Chinas Überschuss im Handel mit den USA ist dem US-Präsidenten stets und ständig ein Dorn im Auge. Dieser Überschuss fiel nun im Juli ein wenig, lag aber immer noch bei 28,09 Milliarden Dollar. Die chinesischen Exporte in die USA legten nämlich erneut kräftig zu, stärker stiegen aber die Importe von US-Waren nach China.

China exportierte im Juli Waren im Wert von 41,4 Milliarden Dollar, berichtete am Mittwoch die Zollverwaltung in Peking. Verglichen mit dem gleichen Monat im Vorjahr ein Plus von 11,2 Prozent. Die Importe aus den USA zogen um 11,3 Prozent an und hatten einen Wert von 13,4 Milliarden Dollar.

Die Außenhandelsdaten waren mit Spannung erwartet worden, weil im Juli erste Strafzölle im Handel zwischen den beiden Wirtschaftsriesen in Kraft getreten waren. Allerdings galten die höheren Zölle für Waren von jeweils 34 Milliarden Dollar Wert erst ab dem 6. Juli - etliche Händler dürften Aufträge vorher abgearbeitet haben.

Neue US-Zölle

Am Dienstag nun verkündete die Trump-Regierung in Washington neue Strafzölle gegen China für Waren im Wert von insgesamt 16 Milliarden Dollar. Sie sollen am 23. August starten und betreffen ein Sammelsurium von Traktoren, Eisenbahnteilen bis zu elektronischen Schaltkreisen. US-Präsident Donald Trump legte zudem noch einmal eins drauf und drohte, zusätzlich Waren aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar mit Strafen belegen zu wollen. Eine entsprechende Liste soll am 5. September vorgelegt werden.

USA Soja-Produktion (imago/ZUMA Press/J.-B. Forbes)

US-Sojabohnen - von China mit höheren Zöllen belegt

Im weltweiten Handel Chinas ist von Folgen des Zollstreits mit den USA vorerst noch wenig zu spüren. Im Gegenteil: die chinesischen Exporte in alle Welt stiegen im Juli überraschend stark. In Dollar gerechnet betrug der Zuwachs 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Experten hatten mit zehn Prozent gerechnet. Die Einfuhren legten sogar um 27,3 Prozent zu. Auch hier hatten Analysten deutlich weniger erwartet. Der Handelsüberschuss Chinas ging auf 28,05 Milliarden Dollar zurück, nach 41,47 Milliarden Dollar im Juni.

Der schwache Yuan

In der näheren Zukunft dürfte Handel zwischen China und den USA allerdings etwas leiden. "Wir erwarten, dass die Exporte in den nächsten Monaten abkühlen", urteilt etwa der Volkswirt Julian Evans-Pritchard von Capital Economics in Peking. "Allerdings wird das wohl eher auf das etwas schwächere globale Wachstum zurückzuführen sein und nicht so sehr auf die US-Zölle." Deren Auswirkungen dürften hingegen weitgehend vom Wertverlust des chinesischen Yuan ausgeglichen werden, so der Analyst.

Die chinesischen Behörden hatten es zugelassen, dass der Yuan in den vergangenen acht Wochen beständig schwächer wurde. Erst an diesem Mittwoch schien es, als wolle Peking eine Untergrenze für diesen Trend setzen und der Yuan legte leicht zu.

ar/bea (rtr, dpa, afp)

 

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