Chinas Exporte brechen ein | Wirtschaft | DW | 08.03.2019
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Außenhandel

Chinas Exporte brechen ein

Die Unwägbarkeiten durch den Handelskrieg mit den USA bremsen den chinesischen Außenhandel stärker als erwartet, die Exporte sanken um 20 Prozent. Insgesamt fährt China aber immer noch einen Handelsüberschuss ein.

Chinas Ausfuhren sind im Februar überraschend stark zurückgegangen. Wie die Zollbehörde am Freitag mitteilte, brachen die auf Dollar lautenden Exporte um 20,7 Prozent ein. Analysten hatten mit einem Minus von 4,8 Prozent gerechnet, nach einem unerwarteten Plus von 9,1 Prozent im Januar. Auch die Importe sanken im Februar überraschend deutlich. Der Rückgang zum Vorjahresmonat lag bei 5,2 Prozent. Hier belief sich die Expertenschätzung auf minus 1,4 Prozent.

Aus Sicht von Außenminister Wang Yi haben die beiden größten Volkswirtschaften der Welt allerdings "substanzielle Fortschritte" in ihren Verhandlungen über ein Ende des Handelskonflikts gemacht. Wang Yi sah in den Gesprächen sogar "ein gutes Beispiel für Kooperation zwischen China und den USA", wie er auf einer Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung des Volkskongresses sagte.

Gipfeltreffen fraglich

Die Verhandlungen gestalten sich in der Schlussphase aber schwierig. "Wir haben noch weiter viel zu tun", zitierte die "New York Times" Handelsminister Zhong Shan am Rande der Parlamentssitzung. Einige der größten Probleme seien noch offen, wurden informierte Kreise zitiert. Es gehe darum, wie die USA sicherstellen, dass China die Vereinbarung auch einhält, und wann die Strafzölle aufgehoben werden.

Ob Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping nach einem Besuch in Europa Ende März zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Mar-a-Lago nach Florida weiterreist, um eine Einigung zu besiegeln, erscheint mit jedem Tag fraglicher. Ohne einen Durchbruch dürfte eine solche Reise nicht geplant werden. Auch fürchtet Peking die Unberechenbarkeit von Trump, der gerne selbst und manchmal überraschend noch letzte Entscheidungen fällt.

Symbolbild USA-China: Handelsgespräche (Reuters/D. Sagolj)

Ob es Ende März zu einem Handschlag zwischen den beiden Spitzenpolitikern kommt, ist mehr als fraglich

Der Handelskrieg ließ Chinas Exporte allein in die USA in den ersten beiden Monaten in US-Dollar berechnet um 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fallen, berichtete Chinas Zoll. Die Importe aus den USA gingen im Januar und Februar sogar um 32,2 Prozent zurück. Unterm Strich verkaufte China für 290 Milliarden US-Dollar mehr Waren auf den US-Markt als es von dort importierte. Der Handelsüberschuss stieg um 3,9 Prozent.

Der gesamte Handel Chinas mit der Welt fiel in beiden Monaten um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Exporte gingen um 4,6 Prozent zurück, während die Importe ein Minus von 3,1 Prozent verzeichneten. Der Handelsüberschuss insgesamt fiel um 13,6 Prozent auf 43 Milliarden US-Dollar. Wegen des langen chinesischen Neujahrsfestes, das immer zu unterschiedlichen Zeiten zwischen Januar und Februar gefeiert wird, lassen sich die Zahlen besser vergleichen, wenn beide Monate betrachtet werden.

zdh/bea (rtr, dpa)

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