China stationiert offenbar Raketen im Südchinesischen Meer | Aktuell Welt | DW | 03.05.2018
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Territorialstreit

China stationiert offenbar Raketen im Südchinesischen Meer

Machtdemonstration im Südchinesischen Meer: China hat nach US-Angaben auf den umstrittenen Spratly-Inseln Raketen und Marschflugkörper stationiert, die die Reichweite des chinesischen Militärs bedeutend ausweiten. 

Luftbild des Fiery-Cross-Riffs vor der Stationierung (picture alliance/AP Photo)

Luftbild des Fiery-Cross-Riffs vor der Stationierung

China hat anscheinend in den vergangenen 30 Tagen Raketensysteme auf künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer aufgestellt. Dies berichtete der US-Sender CNBC unter Hinweis auf Geheimdienstinformationen. Demnach wurden die Raketen auf den künstlich ausgebauten Riffen Fiery Cross, Subi und Mischief westlich der Philippinen aufgestellt. Die Riffe gehören zu den Spratly-Inseln in strategisch wichtigen Gewässern. 

Die USA und Chinas Nachbarn werfen Peking eine zunehmende Militarisierung der Region vor. Erst kürzlich hatte Chinas Militär im Südchinesischen Meer schon Ausrüstung zur Störung gegnerischen Funkverkehrs installiert. 

Die neu stationierten Marschflugkörper könnten Schiffe in einer Entfernung von mehr als 500 Kilometer treffen, berichtete CNBC. Die Boden-Luft-Raketen hätten eine Reichweite von rund 300 Kilometern. 

Die Aufrüstung der Inseln ist eine Herausforderung für die US-Marine, die mit demonstrativen Einsätzen in den umstrittenen Gewässern für die "Freiheit der Navigation" eintreten. 

Der US-Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt Mitte April im Südchinesischen Meer (picture-alliance/dpa/J. Gomez)

Der US-Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" Mitte April im Südchinesischen Meer

Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Peking beansprucht 80 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen rohstoffreichen Gebietes, durch das wichtige Schifffahrtsstraßen führen. Ansprüche auf das Seegebiet erheben aber auch Brunei, Malaysia, die Philippinen, Taiwan und Vietnam.

Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag hatte 2016 Pekings Gebietsansprüche zurückgewiesen. China ignoriert das Urteil aber und untermauert seine Ansprüche mit dem militärischen Ausbau der Inseln.  

stu/hk (dpa, rtr)

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