China spendet Kuba 100 Millionen Dollar für Kampf gegen Wirtschaftskrise | Aktuell Asien | DW | 27.11.2022
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Kommunistische Staaten

China spendet Kuba 100 Millionen Dollar für Kampf gegen Wirtschaftskrise

Die US-Sanktionen, aber auch die Folgen von Corona und noch andere Probleme setzen dem Karibikstaat mächtig zu. Die Finanzspritze aus Peking wirkt großzügig, wird aber sicher nicht ganz uneigennützig gesetzt.

Der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel zu Gast bei Chinas Staats- und KP-Chef Xi Jinping in Peking

Der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel zu Gast bei Chinas Staats- und KP-Chef Xi Jinping in Peking

Kuba erhält nach Regierungsangaben eine Spende von China von rund 100 Millionen US-Dollar (96 Millionen Euro). Das sei bei Gesprächen zwischen den Präsidenten der beiden kommunistischen Staaten, Xi Jinping und Miguel Díaz-Canel, herausgekommen, sagte Kubas Wirtschaftsminister Alejandro Gil zum Abschluss eines China-Besuchs nach einer Mitteilung des kubanischen Präsidialamtes.

Wirtschaftsminister Alejandro Gil gehörte ebenfalls zur kubanischen Delegation in China 

Wirtschaftsminister Alejandro Gil gehörte ebenfalls zur kubanischen Delegation in China 

Unter anderem wegen der US-Sanktionen, den Folgen der Corona-Pandemie und Verwaltungsproblemen steckt Kuba in einer tiefen Wirtschaftskrise, die auch zur massenhaften Auswanderung beiträgt. Allein zwischen Oktober 2021 und September 2022 wurden nach Zahlen des US-Grenzschutzes mehr als 220.000 Kubaner - etwa zwei Prozent der Bevölkerung des Inselstaates - an der Grenze mit Mexiko aufgegriffen.

Chinesische Investitionen in Kubas Energiesektor

Bei dem Besuch wurden Gil zufolge auch verschiedene mögliche chinesische Investitionen in Kuba besprochen - darunter im Energiesektor. Unter anderem wegen einer veralteten Infrastruktur produziert Kuba nicht genug Strom, um den Bedarf zu decken. Es kommt regelmäßig zu stundenlangen Stromausfällen. Auch Kubas Schulden bei China seien angesprochen worden, sagte Gil dem Präsidialamt zufolge.

Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel und Kremlchef Wladimir Putin bei der Einweihung der Fidel-Castro-Statue in Moskau

Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel und Kremlchef Wladimir Putin bei der Einweihung der Fidel-Castro-Statue in Moskau

China ist hinter Venezuela Kubas zweitgrößter Handelspartner und neben Russland auch ein wichtiger politischer Verbündeter. Die Delegation des Karibikstaates, zu der auch Außenminister Bruno Rodríguez gehörte, besuchte auf der Reise auch Russland, Algerien und die Türkei. In Moskau hatte sich Díaz-Canel mit Präsident Wladimir Putin getroffen und war dabei, als der Kremlchef ein drei Meter hohes Bronze-Denkmal für den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro enthüllte.

sti/qu (afp, dpa)