″Langer Marsch″ zum Mond - und zurück | Aktuell Welt | DW | 23.11.2020
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Raumfahrt

"Langer Marsch" zum Mond - und zurück

China will mit den USA und der Sowjetunion gleichziehen - und Gesteinsproben vom Mond zur Erde holen. Die nun gestartete Mission gilt als eine der kompliziertesten, die die junge Raumfahrtnation jemals unternommen hat.

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Neue Faszination Mond (19.05.2019)

China hat ein unbemanntes Raumschiff auf den Weg zum Mond geschickt: Eine Rakete vom Typ "Langer Marsch 5" hob am Dienstagmorgen (Ortszeit) vom Raumfahrtbahnhof in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan ab.

Das nach der chinesischen Mondgöttin "Chang'e 5" benannte Raumschiff besteht aus vier Modulen: dem Orbiter mit der Rückkehrkapsel sowie dem Lander mit der Aufstiegsstufe. Nach dem Aufsetzen des Landers auf der Mondoberfläche - voraussichtlich am Sonntag - soll das Gerät mit einem langen Arm rund zwei Kilogramm Gestein und auch Proben aus Bohrungen bis zu zwei Meter Tiefe zusammentragen und in einer Kammer verstauen.

Mondtag statt Mondnacht

Der Lander soll einen Mondtag lang - was zwei Wochen auf der Erde entspricht - auf dem Erdtrabanten bleiben. So muss er nicht mit besonderen Heizgeräten ausgestattet sein, um die extrem niedrigen Temperaturen der Mondnacht auszuhalten.

Nach dem Aufstieg und dem Docking-Manöver mit dem Orbiter sollen die Gesteinsproben in die Kapsel verladen werden, die dann zur Erde zurückkehrt. Das Raumschiff soll am 16. oder 17. Dezember in der Inneren Mongolei landen. Bei einer erfolgreichen Rückkehr wäre China nach den USA und der Sowjetunion in den 1960er und 70er Jahren erst die dritte Raumfahrtnation, der ein solches Vorhaben gelingt. Die Komplexität des dreiwöchigen Fluges gilt auch als Vorbereitung auf mögliche bemannte Mondmissionen in der Zukunft.

Vollmond (Foto: dpa)

Der "Ozean der Stürme" liegt im oberen, linken Teil der erdzugewandten Seite des Mondes

Ziemlich junges Material

Wissenschaftler warten gespannt auf die Proben, denn bisher wurde noch kein Gestein aus der jüngeren Mondgeschichte zu Untersuchungen zur Erde gebracht. Das nach dem deutschen Astronomen Karl Rümker (1788-1862) benannte Vulkangebiet im "Ozean der Stürme", in dem die Proben entnommen werden sollen, ist lediglich 1,2 Millionen Jahre alt. Mondgestein, das die USA und die Sowjetunion eingesammelt hatten, ist hingegen mit 3,1 und 4,4 Millionen Jahren deutlich älter.

wa/fw (dpa, afp)

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