CDU: Zustimmung für Kramp-Karrenbauers Nominierung als Generalsekretärin | Aktuell Deutschland | DW | 20.02.2018
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Christdemokraten

CDU: Zustimmung für Kramp-Karrenbauers Nominierung als Generalsekretärin

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalsekretärin werden. Die Personalie kam überraschend, überzeugt aber offensichtlich viele Christdemokraten.

Annegret Kramp-Karrenbauer sei in der Partei sehr beliebt und werde ein gutes Ergebnis bekommen, sagte etwa der langjährige CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach der "Bild"-Zeitung. Ihre Berufung könne ein Indiz sein, wie Merkel ihre politische Nachfolge regeln wolle.  

CDU-Vizechef Thomas Strobl sagte der "Rhein-Neckar-Zeitung", Kramp-Karrenbauer stehe "für eine Politik, die nah bei den Leuten ist, die sich an den Wurzeln unserer Werte und unserer Partei orientiert". Dies werde "oft als Floskel verwendet, aber bei ihr stimmt es, ohne jede Einschränkung". Er freue sich auch über die Unterstützung Kramp-Karrenbauers für ein neues Grundsatzprogramm der Partei, sagte Strobl. Dieses sei "eine Chance für Erneuerung der CDU, eine Chance, sich neben der Regierungsalltagsarbeit als Partei zu profilieren". 

Zahlreiche Parteimitglieder hatten nach dem Ende der Koalitionsverhandlungen mit der SPD den Kurs von Angela Merkel (CDU) scharf kritisiert. In der CDU herrscht große Enttäuschung über die Ressortverteilung und den Verlust des Finanzministeriums nach der Einigung auf eine große Koalition.

Auch Junge Union zeigt sich zufrieden 

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch sowie der frühere Verteidigungsminister Volker Rühe nannten die Nominierung Kramp-Karrenbauers eine "gute Entscheidung". Rühe, der von 1989 bis 1992 selbst CDU-Generalsekretär gewesen war, betonte, er sei immer dafür gewesen, "dass sich mögliche Kanzlerkandidaten wie Jens Spahn und andere in schwierigen Ämtern, etwa beim Fraktionsvorsitz oder im Kabinett beweisen können". Der Posten des Generalsekretärs gehöre auf jeden Fall dazu.

Deutschland Merkel mit Tauber und Kramp-Karrenbauer (Reuters/H. Hanschke)

Kramp-Karrenbauer (r.), Merkel und der scheidende CDU-Generalsekretär Peter Tauber (l.)

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, nannte die 55-Jährige ebenfalls "eine gute Wahl". Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Ziemiak, eine der zentralen Aufgaben der künftigen CDU-Generalsekretärin müsse es sein, die CDU-Inhalte in der Großen Koalition "stärker herauszuarbeiten". "Es gibt viel zu tun, wir müssen über unser CDU-Profil diskutieren." Ziemiak dankte zugleich dem scheidenden Generalsekretär Peter Tauber, "der ein guter, moderner Generalsekretär für die junge Generation" gewesen sei. 

Tobias Hans soll Kramp-Karrenbauers Nachfolger im Saarland werden

Kramp-Karrenbauer war am Montag von Parteichefin Angela Merkel als künftige Generalsekretärin der Christdemokraten vorgestellt worden. Dabei machte Merkel deutlich, dass sie neue inhaltliche Impulse von der Saarländerin für die Partei erwartet. Kramp-Karrenbauer will nach ihrer Wahl eine umfassende Programmdebatte anstoßen. Demnach sollen die christlich-sozialen Wurzeln dabei ebenso berücksichtigt werden wie die konservativen Wurzeln der Partei.

Am 26.  Februar wird ein Sonderparteitag über den Koalitionsvertrag von Union und SPD abstimmen. Dann sollen die Delegierten auch Kramp-Karrenbauer zur Generalsekretärin wählen. Neuer Ministerpräsident im Saarland soll CDU-Fraktionschef Tobias Hans werden. Landesvorstand und Fraktion der Partei nominierten den 40-Jährigen einstimmig zum Nachfolger von Kramp-Karrenbauer. 

ie/as (afp, dpa)

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Von der Ministerpräsidentin zur Generalsekretärin

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