Castor-Behälter werden auf LKW geladen | Politik & Gesellschaft | DW | 28.11.2011
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Politik & Gesellschaft

Castor-Behälter werden auf LKW geladen

Begleitet von massiven Protesten war der Castor-Zug mehr als 100 Stunden unterwegs. In Dannenberg werden die Behälter nun auf Lastwagen geladen. Dann soll es weiter zum Zwischenlager nach Gorleben gehen.

Mit einem Kran werden die mit hoch radioaktivem Atommüll gefüllten Behälter auf die Spezialtransporter gehoben(Foto: AP)

Mit einem Kran werden die mit hoch radioaktivem Atommüll gefüllten Behälter auf die Spezialtransporter gehoben

So lange war noch kein Castor unterwegs. Am Mittwoch, 16 Uhr, war der Zug mit dem hochradioaktiven Müll in Valognes in der Normandie gestartet, aber auch am frühen Montagmorgen (28.11.2011) war die Polizei noch mit der Räumung von Blockaden beschäftigt, mit denen Atomkraftgegner den Atommülltransport ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben verhindern wollen. Erst um 4.00 Uhr erreichte der Zug die Umladestation in Dannenberg. Der bisher längste Castor-Transport war der im Vorjahr, er dauerte damals 92 Stunden. Inzwischen hat auch die Verladung der Castor-Behälter auf Lastwagen begonnen.

Der diesjährige Castor-Zug war auch nach mehr als 100 Stunden noch nicht am Ziel. In der Nacht zum Montag blockierten rund 1000 Demonstranten die Gleise bei Hitzacker, bis die Polizei sie geräumt hatte. Weitere 1000 blockierten die Straße nach Gorleben, das letzte Stück, das die elf Castor-Behälter auf Schwerlastern zurücklegen sollen. "Wir setzen hiermit ein politisches Zeichen", sagte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg.

14 Stunden lang hatten sich außerdem vier Atomkraftgegner an einem pyramidenförmigen Betonblock festgekettet und so die Gleise blockiert. Die Polizei konnte sie nicht aus der Stahl-Beton-Konstruktion lösen. Erst in der Nacht zum Montag gaben die vier Landwirte - drei Männer und eine Frau - auf und lösten den Mechanismus, der sie im Innern der Pyramide festhielt.

Die Proteste verliefen nicht immer gewaltfrei. Laut Bürgerinitiative wurden rund 200 Demonstranten verletzt. Die Polizei ihrerseits sagte, es seien mehr als 50 Beamte verletzt worden. "Das ist eine Intensität der Gewalt, die wir hier sonst nicht kannten", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Dietmar Schilff.

Der Einsatz von Schlagstöcken und Wasserwerfern gegen Demonstranten löste aber auch Kritik aus. "Der Polizeieinsatz ist absolut überzogen. Er ist ein Anschlag auf die Demokratie", sagte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth.

Es wird erwartet, dass der Castor-Transport bis mindestens Montagabend dauert. Denn allein das Umladen der bis zu 120 Tonnen schweren Castoren in Dannenberg auf Schwerlaster dauert etwa 15 Stunden. Und diese müssen dann noch die 19 Kilometer lange Strecke bis nach Gorleben zurücklegen.

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa, rtr)

Redaktion: Siegfried Scheithauer

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