Carsharing: Daimler und BMW geben in Amerika auf | Aktuell Welt | DW | 19.12.2019
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"ShareNow"

Carsharing: Daimler und BMW geben in Amerika auf

Die Zukunft liegt nicht im Autoverkauf, sondern im Geschäft mit der Mobilität. Das war die Prämisse, unter der die Konzerne Daimler und BMW auch das Carsharing vorantreiben wollten. Doch nun zeigt sich: Es ist schwer.

BMW Group und die Daimler AG starten Carsharing-Dienst Share Now (imago/R. Zensen)

Die damaligen Konzernchefs Harald Krüger (BMW) und Dieter Zetsche (Daimler) besiegelten die Carsharing-Fusion

"Extrem schwierige Realitäten" haben die einst so hoffnungsfrohen Autokonzerne ernüchtert. Gemeinsam wollten die deutschen Edelmarken BMW und Daimler besser und billiger auf dem weltweiten Carsharing-Markt zuschlagen. Erst im Februar hatten die beiden Konkurrenten ihre Dienste Car2Go und Drive Now im Gemeinschaftsunternehmen ShareNow gebündelt - und große Investitionen für große Ziele verkündet. Mehr als eine Milliarde Euro wollten sie ausgeben, um ihre Position auf dem umkämpften und rasant wachsenden Markt für Carsharing und Mitfahrdienste auszubauen. Und nun der Rückschlag.

Daimler und BMW geben ShareNow in Nordamerika und einigen europäischen Städten auf. Auf der Unternehmenswebsite heißt es, die Entscheidung gelte ab Ende Februar 2020. Als Gründe für den Rückzug wurden unter anderem die sich in hohem Tempo entwickelnden Mobilitätsdienste, steigende Betriebskosten und eine mangelnde Infrastruktur zur Unterstützung neuer Technologien genannt. In den USA und Kanada war der Dienst zuletzt in New York City, Montreal, Seattle, Washington DC und Vancouver vertreten.

ShareNow-Logo (picture-alliance/dpa/F. Sommer)

Logo des Carsharing-Anbieters ShareNow

Einschnitte auch in Europa

In London, Brüssel und Florenz gibt ShareNow ebenfalls auf. Trotz bester Bemühungen und den Investitionen der vergangenen Jahre sei es wegen geringen Kundenzuspruchs unmöglich, das Geschäft dort nachhaltig zu betreiben, heißt es in der Erklärung. In Zukunft werde sich ShareNow vorerst nur noch auf Europa konzentrieren und dann noch in 18 Städten verfügbar sein.

Der Dienst erlaubt es den Kunden, Autos mit minutengenauer Abrechnung zu mieten und sie später ohne Gebühren auf der Straße oder an einer Parkuhr stehen zu lassen. Er steht in harter Konkurrenz zu Fahrdienstvermittlern wie Uber und Lyft.

rb/ust (dpa, rtr)