BVB siegt im Elfmeterschießen gegen Hertha | Fußball | DW | 08.02.2017
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DFB-Pokal

BVB siegt im Elfmeterschießen gegen Hertha

Borussia Dortmund zieht mit einem Sieg im Elfmeterschießen gegen Hertha BSC ins DFB-Pokal-Viertelfinale ein. Einmal mehr sorgen die Sportfreunde Lotte für eine Riesen-Überraschung - und freuen sich jetzt auf den BVB.

Am Ende entschieden die Nerven. Und die besseren hatten die Spieler von Borussia Dortmund. Der BVB gewann im Elfmeterschießen gegen Hertha BSC mit 3:2 und erreichte damit zum sechsten Mal in Serie das Viertelfinale des DFB-Pokals. Nach Verlängerung hatte es 1:1 (1:1, 0:1) gestanden. "Wir hatten so viele Möglichkeiten. Aber uns fehlt der Punch, die Spiele zu entscheiden", befand Dortmund Trainer Thomas Tuchel. "Im Elfmeterschießen war es fifty-fifty, aber unter dem Strich ist das Weiterkommen hochverdient."

Die Gäste aus Berlin bereiteten den Dortmundern zunächst Probleme. Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai störte den BVB früh beim Spielaufbau und spielte frech nach vorn. Vedad Ibisevic vergab zwei sehr gute Chancen (9. und 26. Minute), ehe Salomon Kalou nach einer Flanke von Niklas Stark mit einem schönen Volleyschuss aus acht Metern das 1:0 (27.) für Hertha erzielte. Auch wenn Dortmund mehr Ballbesitz hatte, war die Halbzeitführung der Berliner nicht unverdient.

Hertha verschießt drei Elfmeter

BVB-Torschütze Reus. Foto: dpa-pa

BVB-Torschütze Reus

BVB-Trainer Tuchel reagierte, wechselte mit Matthias Ginter und Christian Pulisic zwei frische Spieler ein. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff durften die Dortmunder Fans jubeln. Nach einem Pfostenschuss des starken Dembele gelangte der Ball zu Marco Reus, der mit einem Rechtsschuss Hertha-Torwart Rune Jarstein keine Chance ließ. Dembele hatte in der Schlussphase noch eine gute Gelegenheit, die Partie in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Doch sein Flachschuss aus zehn Metern strich knapp am linken Pfosten vorbei. In der Verlängerung geschah nicht mehr viel. Kurz vor dem Schlusspfiff kassierte Sokratis noch eine Gelb-Rote Karte wegen Meckerns. Das Elfmeterscheißen musste entscheiden. Berlins Salomon Kalou setzte den letzten Versuch über das Tor. Für die Hertha waren zuvor Fabian Lustenberger an der Latte und Vladimir Darida an BVB-Torwart Roman Bürki gescheitert. Christian Pulisic hatte aufseiten des BVB verschossen. "Elfmeterschießen sind Glückssache", sagte Hertha-Trainer Dardai. "Wir sind vorbereitet gewesen. Es ist ein bisschen Schicksal."

Offizielle Entschuldigung

Die Krawalle aus dem Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag wirkten nach - auch wenn es diesmal im Stadion-Umfeld friedlich blieb. Vor dem Anpfiff wurde den 80.000 Zuschauern eine Video-Botschaft von BVB-Kapitän Marcel Schmelzer eingespielt: "Wir Spieler waren und sind sehr entsetzt, was passiert ist." Auf der Südtribüne, auf der RB Leipzig am Samstag mit zahlreichen Spruchbändern übel beleidigt worden war, hielten BVB-Fans nun Plakate hoch mit der Aufschrift "Gegen Gewalt".

Volle Lotte

Für die Überraschung des DFB-Achtelfinals sorgten die Sportfreunde Lotte. Der Drittliga-Aufsteiger wurde erneut seinem Ruf als Pokalschreck gerecht. Nach den sensationellen Erfolgen gegen die Bundesligisten Werder Bremen und Bayer Leverkusen gewannen die Westfalen auch gegen den Zweitligisten 1860 München völlig verdient mit 2:0 (1:0). "Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, gefällt mir unglaublich gut", sagte Trainer Ismail Atalan, der nach dem Erfolg erst einmal aufs stille Örtchen verschwinden musste, um sich zu sammeln. "Den Jungs muss man jetzt das Feiern gönnen. 90, 95 Prozent der Spieler werden so einen Tag nicht mehr erleben."

Spieler von Sportfreund Lotte bejubeln den Treffer zum 2:0. Foto: dpa-pa

Riesenjubel der Sportfreunde Lotte über den nächsten Pokal-Coup

Jaroslaw Lindner (28.) aus kurzer Entfernung nach einem Abpraller und Kevin Freiberger (58.) nach einem Konter schossen vor gut 10.000 Zuschauern die Treffer für den Drittligisten. Bei 1860 sah der Brasilianer Ribamar wegen einer Tätlichkeit in der Nachspielzeit die Rote Karte (90.+3). Rund 100 freiwillige Helfer hatten während des Tages mehrere Zentimeter Schnee vom Spielfeld geräumt und so erst die Pokalüberraschung möglich gemacht. "Der Platz darf keine Ausrede sein. Beide müssen damit zurechtkommen", hatte der neue Löwen-Trainer Vitor Pereira vor dem Anpfiff erklärt. Seine Mannschaft enttäuschte auf ganzer Linie und durfte sich nicht über den Pokal-K.o. beklagen.

Hradecky rettet Frankfurter Sieg

Frankfurter Torwart Hradecky wird von seinen Mitspielern beglückwunscht. Foto: dpa-pa

Elfmeterheld Hradecky

Eintracht Frankfurt löste mit einem 2:1 (0:0)-Erfolg beim Zweitligisten Hannover 96 das Ticket für Viertelfinale. Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte bekam die Partie Fahrt, als Martin Harnik den Ball aus elf Metern ins Tor spitzelte, die Frankfurter Abwehr sah dabei schlecht aus. Der Rückstand weckte den Bundesligisten auf. Innerhalb weniger Minuten drehte die Eintracht die Partie. Erst erzielte Taleb Tawatha nach Flanke von Timothy Chandler aus kurzer Entfernung völlig freistehend per Kopf den Ausgleich (62.), dann schoss Haris Seferovic nach einem Aussetzer von Hannovers Verteidiger Edgar Prib das 2:1 (66.). Am Ende hieß der Frankfurter Held jedoch Lukas Hradecky. Der Torwart parierte in der sechsten Minute der Nachspielzeit einen schwach geschossenen Foulelfmeter von Salif Sane. Omar Mascarell hatte zuvor beim Versuch, im Strafraum den Ball volley zu klären, Artur Sobiech getroffen. Hradeck verhinderte mit seiner Glanztag in der buchstäblich letzten Sekunde, dass die Partie noch in die Verlängerung ging. "Gott sei Dank haben wir Lukas im Tor", freute sich Frankfurts Trainer Niko Kovac. 

Drei Schalker Tore in acht Minuten

Schalkes Torschütze Schöpf. Foto: dpa-pa

Schöpf eröffnete den Schalker Torreigen

Souverän zog der FC Schalke 04 in die Runde der letzten Acht ein. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl landete beim Zweitligisten SV Sandhausen einen deutlichen und ungefährdeten 4:1 (3:0)-Erfolg. Mit einem Dreierpack innerhalb von acht Minuten sorgten Alessandro Schöpf (38.), Winter-Neuzugang Daniel Caligiuri (43.) und Verteidiger Naldo (45.+1) noch vor der Halbzeit für die Entscheidung. Sandhausen verkürzte durch Andrew Wooten (64.), ehe der eingewechselte Jewgen Konopljanka (71.) wenig später den alten Drei-Tore-Abstand wieder herstellte. "Wir freuen uns natürlich über den klaren Sieg", sagte Schalke-Trainer Weinzierl anschließend. "Wir sind über 90 Minuten souverän aufgetreten. Die erste Hälfte war sehr gut, das dritte Tor war schon die Entscheidung."

Am Dienstag waren bereits der FC Bayern München (1:0 gegen den VfL Wolfsburg), Borussia Mönchengladbach (2:0 bei der SpVgg Greuther Fürth), der Hamburger SV (2:0 gegen den 1. FC Köln) und Arminia Bielefeld (6:5 nach Elfmeterschießen beim FC Astoria-Walldorf) ins Viertelfinale eingezogen.

Bayern gegen Schalke, Lotte gegen BVB

Dort hat Rekordpokalsieger FC Bayern wieder einmal Heimrecht: gegen Schalke. Ein weiteres Bundesliga-Duell steigt in Hamburg, wo der HSV Mönchengladbach empfängt. Frankfurt trifft auf den Zweitligisten Bielefeld. Und die Amateure aus Lotte dürfen sich auf den BVB freuen. Die Viertelfinals werden am 28. Februar und 1. März gespielt. 

Wenn Sie noch einmal in die Pokalspiele vom Mittwoch eintauchen wollen, können Sie hier im DW-Liveticker nachlesen:

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