BVB mit Fehlstart in der Königsklasse | Sport | DW | 18.09.2013
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Sport

BVB mit Fehlstart in der Königsklasse

Freud und Leid für die Ruhrpott-Clubs: Während der FC Schalke dank einer guten zweiten Halbzeit zum Auftakt der Champions League siegt, läuft für Borussia Dortmund beim SSC Neapel so gut wie alles schief.

So unterschiedlich können Fußballspiele laufen: Der FC Schalke 04 feiert nach schwacher erster Halbzeit gegen Steaua Bukarest im zweiten Durchgang ein kleines Fußballfest und siegt mit 3:0 (0:0). Schalkes Erz-Rivale Borussia Dortmund kommt dagegen beim italienischen Tabellenführer SSC Neapel mit 1:2 (0:1) unter die Räder. Dabei verletzt sich Mats Hummels, Torwart und Trainer müssen mit Rot vom Feld. Ein Fiasko für den Champions-League-Finalisten der Vorsaison.

Klopp rastet aus

Vor 58.000 Zuschauern im Stadio San Paolo von Neapel wurden die Dortmunder von Anfang an bei jeder Aktion von einem gellenden Pfeifkonzert der Heimfans begleitet. Die Mannschaft des SSC Neapel überließ es den Gästen, das Spiel zu machen. Die Italiener warteten auf Fehler im Spielaufbau des BVB und lauerten auf Konter. Allerdings war es kein schneller Gegenstoß, sondern eine Standardsituation, die den Neapolitanern den Erfolg brachte: Nach einer kurz ausgeführten Ecke flankte Juan Zuniga scharf in die Mitte, wo Gonzalo Higuain aus kurzer Distanz mit dem Kopf zum 1:0 verwandelte (29. Minute). Da Dortmunds Innenverteidiger Neven Subotic vorher wegen einer Blutung an der Augenbraue draußen behandelt werden musste und der vierte Schiedsrichter mit dem Sitz des Pflasters lange Zeit unzufrieden war, durfte Subotic erst kurz vor dem Eckstoß wieder aufs Feld und kam so zu spät zum Kopfballduell.

Der Schiedsrichter schickt Jürgen Klopp auf die Triüne (Foto: Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images)

Jürgen Klopp muss auf die Tribüne - zu unbeherrscht waren seine Proteste nach dem Gegentor

Das erzürnte BVB-Trainer Jürgen Klopp so sehr, dass er mit wutverzerrtem Gesicht auf den vierten Offiziellen zustürmte und ihm aus nächster Nähe ins Gesicht schrie. Und das hatte Folgen: Klopp wurde vom portugiesischen Schiedsrichter aus dem Innenraum verwiesen und musste den Rest der Partie von der Tribüne aus verfolgen (30.). Dort blieb er aber nur kurz, sondern zog sich lieber in die Kabine des Stadion-Hausmeisters zurück, mit dem er das Spiel dann auf dem Fernseher verfolgte.

Vergeblicher Endspurt

So erlebte er mit, wie sein Team noch vor der Pause zwei weitere Tiefschläge wegstecken musste: Zunächst humpelte Mats Hummels verletzt vom Feld, dann sah Torwart Roman Weidenfeller die Rote Karte (45.+1). Der BVB-Keeper spielte den Ball außerhalb seines Strafraums absichtlich mit der Hand und vereitelte so eine weitere Chance für Higuain. Ersatzkeeper Mitch Langerak wurde für Jakub Blaszczykowski eingewechselt.

Endgültig auf die Verliererstraße schien der BVB bereits in der 67. Minute, als Lorenzo Insigne einen direkten Freistoß unhaltbar für Langerak unter die Querlatte zirkelte und das 2:0 erzielte (67.). Der vergeblich nach dem Ball hechtende Torhüter rasselte dabei gegen den Pfosten und brach sich mehrere Schneidezähne ab - trotzdem spielte er weiter. Drei Minuten nach dem Gegentor schoss Pierre-Emerick Aubameyang mit einem wuchtigen Schuss gegen die Latte. Hoffnung keimte auf, doch sie bekam erst in der 87. Minute Nahrung, als Zuniga ein Eigentor unterlief. Nur noch 1:2 - zehn Dortmunder drängten nun vehement auf den Ausgleich, doch der fiel nicht mehr. Der Fehlstart für den BVB war perfekt.

"Ich mach' draußen den Affen"

Jürgen Klopp schaut bei einer Pressekonferenz auf den Boden(Foto: EPA/CIRO DE LUCA)

Zerknirschter Jürgen Klopp

"Wenn man die Umstände betrachtet, war es ein verdienter Sieg für Neapel", räumte BVB-Mittelfeldspieler Nuri Sahin nach dem Abpfiff ein. "Wir haben einige Konterchancen gehabt aber leider haben wir zu spät den Anschlusstreffer erzielt." Richtiggehend kleinlaut gab sich Klopp: "Ich mach da draußen 'nen Affen, das geht nicht. Ich bin über das Ziel hinausgeschossen, das war völlig doof", sagte er zu seinem Platzverweis. "Ich habe mich bei der Mannschaft schon entschuldigt, beim Schiedrichter und beim vierten Offiziellen. Ich habe das falsch eingeschätzt."

Durch die Niederlage belegt Dortmund in der Tabelle der Gruppe F nach dem 1. Spieltag der Gruppenphase den geteilten dritten Platz, da im Parallelspiel Olympique Marseille dem FC Arsenal ebenfalls mit 1:2 (0:0) unterlag.

Abgeklärter Sieg für Schalke

Besser als der Dortmunder Erzrivale machte es der FC Schalke 04. Dabei sahen 49.000 Zuschauer in Gelsenkirchen zunächst keine hochklassige Partie. Schalke hatte den rumänischen Meister Steaua Bukarest zwar im Griff, ein Tor wollte den "Königsblauen" vor der Pause trotz ordentlicher Ansätze aber nicht gelingen. Die Schalker, die nur eines ihrer letzten sechs Heimspiele in der Champions League gewinnen konnten, nisteten sich von Beginn an in der Hälfte der Rumänen ein, waren aber nicht konsequent und schnell genug. Ihre Chancen ließen sie ungenutzt. Die beste hatte Kevin-Prince Boateng, der das Tor per Kopf nur knapp verfehlte (14.). Eine Viertelstunde später traf der Neuzugang vom AC Mailand bei einer verunglückten Direktabnahnme aus aussichtsreicher Position das Tor nicht (30.).

Tor von Kevin-Prince Boateng zum 2:0 (Foto: dpa)

Gelungener Auftakt für Schalke - gegen Rumäniens Meister haben die Königsblauen keine Probleme

Erst nach dem Seitenwechsel durften die Schalker jubeln. Und das in einer Situation, in der wohl niemand mit einem Treffer gerechnet hatte: Der Japaner Atsuto Uchida löffelte eine Flanke in hohem Bogen in den Strafraum, in der Hoffnung, dort einen Stürmer zu bedienen. Aber niemand erreichte den Ball mehr und so flog das Leder ungehindert zum 1:0 ins Netz (67.). Ein Glückstor, durch das der Bann gebrochen war: Elf Minuten später entschied Boateng durch einen Flachschuss zum 2:0 die Partie (78.). Den Schlusspunkt setzte Julian Draxler mit dem 3:0 in der 85. Minute.

"Ich bin froh, dass es vorbei ist und wir 3:0 gewonnen haben", sagte Boateng nach der Partie. "Das war ein wichtiges Spiel für mich und natürlich auch für die Mannschaft." Schalke jubelt und darf sich nach Spieltag eins über die Tabellenführung in Gruppe E freuen. Im zweiten Spiel der Gruppe drehte der FC Basel überraschend die Partie beim FC Chelsea und setzte sich nach 0:1-Rückstand schließlich doch noch mit 2:1 (0:1) durch.

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