Bus fährt in Moskauer Metro-Station | Aktuell Europa | DW | 25.12.2017
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Zweifel an der Unfalltheorie?

Bus fährt in Moskauer Metro-Station

Ein Linienbus fuhr in der russischen Hauptstadt in eine Menschenmenge: Mindestens vier Passanten wurden tödlich verletzt. Sofort wurde über einen Terrorakt spekuliert, die Moskauer Polizei sprach von einem Unfall.

Mitten in die Feiertagsstimmung ein Schock für die Moskauer: Ein Linienbus fährt die Treppe einer Unterführung zu einer U-Bahn-Station hinunter und reißt dabei mehrere Fußgänger mit. Es gibt mindestens vier Tote und 15 Verletzte. Lokale Medien berichten von fünf Toten. 

Der Fahrer wurde festgenommen. Er soll erklärt haben, das Bremssystem habe versagt. Über den 58-Jährigen wurde zunächst nichts Näheres bekannt. Nur soviel: Er soll nicht alkoholisiert gewesen sein. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin kündigte eine Überprüfung des städtischen Fuhrparks an. Die Polizei sprach von einem Unfall, ausgelöst durch technisches Versagen oder einen Fahrfehler. Allerdings zeigen nicht verifizierte Internetvideos, wie der Bus erst langsam durch eine Lücke zwischen anderen Fahrzeugen manövriert und dann die Treppe hinab rast.  

Russland Bus fährt in Moskau in Menschenmenge - Polizei geht von Unfall aus (picture alliance/dpa/TASS/M. Pochuyev)

Städtischer Bus von der Straße abgekommen

Auch auf russischen Seiten im Internet wurde rasch über einen Terrorakt spekuliert. Moskau ist vor allem in den 2000er Jahren immer wieder Schauplatz schwerer Anschläge gewesen. Im April dieses Jahres hatte ein islamistischer Selbstmordattentäter in der U-Bahn von St. Petersburg 14 Menschen und sich selbst in die Luft gesprengt.

Schauplatz des Vorfalls war der Kutusowski Prospekt, eine Hauptstraße im Westen der russischen Hauptstadt, an der die U-Bahn-Station "Slawjanski Bulwar" und ein vielbesuchtes Einkaufszentrum liegen. In der Woche vor Neujahr, dem wichtigsten Familienfeiertag im Jahr, machen viele Russen ihre Einkäufe. Die Moskauer Straßen und Geschäfte sind deshalb voller Menschen wie in Deutschland in den Tagen vor Weihnachten.

SC/jj (rtr, dpa, afp)