Bundeswehr startet Corona-Hilfe für Portugal | Aktuell Europa | DW | 03.02.2021
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COVID-19

Bundeswehr startet Corona-Hilfe für Portugal

Die Bundeswehr sieht ihren Hilfseinsatz als "Zeichen für die europäische Solidarität". In Deutschland sinkt die Zahl der Corona-Neuinfektionen und ein deutsches Gericht entscheidet über Abschiebungen nach Afghanistan.

Video ansehen 01:54

Bundeswehr beginnt Hilfseinsatz in Portugal

Ein Team der Bundeswehr aus Ärzten und Sanitätern ist nach Portugal gereist, um in dem schwer von der Corona-Pandemie getroffenen Land zu helfen. Die 26 Soldatinnen und Soldaten wurden auf dem Militärflughafen Figo Maduro in Lissabon von Verteidigungsminister João Gomes Cravinho, Gesundheitsministerin Marta Temido und dem deutschen Botschafter in Portugal, Martin Ney, begrüßt. 

Die Maschine mit dem Hilfsteam war vom Fliegerhorst Wunstorf aus nach Lissabon geflogen, wie die Luftwaffe im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. "Schnelle Hilfe für unseren Bündnispartner Portugal", schrieb die Luftwaffe. Neben Ärzten waren auch Pflegekräfte und medizinisches Material an Bord.

Vor dem Abflug bezeichnete der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner, den Einsatz als "Zeichen für die europäische Solidarität". "Ein Volk allein kann das nicht bewältigen, wir müssen zusammenstehen", sagte Baumgärtner.

"Die Krankenhäuser laufen über"

Mit Blick auf die rasante Ausbreitung des Virus in jüngster Zeit in Portugal sprach Baumgärtner von einer "unvergleichlich schwierigeren" Lage als in Deutschland. "Die Krankenhäuser laufen über. Deshalb werden wir dort gebraucht." Die Kapazitäten der Intensivmedizin seien am "Rand der Möglichkeiten und darüber hinaus". Ziel der Bundeswehr sei es, dass die Helfer "vor Ort direkt substanziell arbeiten können", sagte Baumgärtner.

Corona-Nothilfe für Portugal | Bundeswehr Airbus A400M

Ulrich Baumgärtner, Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr: Wir werden in Portugal gebraucht

Mit an Bord des Airbus A400M der Luftwaffe waren nach Ministeriumsangaben zahlreiche Medizingeräte und Medizinprodukte, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung gestellt werden. Hierzu zählen bislang unter anderem 40 mobile und zehn stationäre Beatmungsgeräte einschließlich erforderlichem Verbrauchsmaterial, 150 Infusionsgeräte sowie 150 Krankenbetten.

Portugal leidet unter Corona-Mutante 

Nach Hilfseinsätzen in Italien, Frankreich und Tschechien während der ersten Corona-Welle folgt nun die Hilfe für Portugal, dem aktuell am schwersten von der Pandemie betroffenen Land in Europa.  Portugal leidet vor allem an der Ausbreitung der ansteckenderen Corona-Mutante B.1.1.7., die zuerst in Großbritannien entdeckt wurde. Die Regierung in Portugal hatte vor gut einer Woche ein Hilfeersuchen an Deutschland gerichtet.

Video ansehen 02:13

Corona: Portugals Krankenhäuser im Ausnahmezustand

Unterdessen haben die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 9705 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 975 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 13.198 Neuinfektionen und 982 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI bei 82,9. 

Drosten warnt vor Lockerungen

Der Virologe Christian Drosten hat erneut eindringlich vor zu frühen Lockerungen in der Corona-Pandemie gewarnt. "Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten", sagte der Charité-Wissenschaftler bei NDR-Info. Im Vordergrund stehe der Schutz für die Risikogruppen. Auch wenn durch die Impfungen die Sterblichkeit sinke, bleibe das Verringern der Fallzahlen für ihn essenziell.

Afghanistan Corona-Pandemie

Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden messen die Temperatur bei Afghanen in Kabul (Archiv)

Der baden-württembergische Verwaltungsgerichthof (VGH) Mannheim hat auf die steigenden Corona-Fallzahlen in Afghanistan reagiert und seine bisherige Rechtssprechung zu Abschiebungen geändert. Danach dürfen auch alleinstehende, gesunde Männer im arbeitsfähigen Alter zurzeit nicht nach Afghanistan abgeschoben werden. Grund dafür sei, dass sich die wirtschaftliche Lage in der Corona-Pandemie gravierend verschlechtert habe, heißt es in dem Gerichtsurteil.  

Keine Abschiebungen nach Afghanistan

Rückkehrern werde es dort voraussichtlich nicht gelingen, auf legalem Wege die elementarsten Bedürfnisse nach Nahrung, Unterkunft und Hygiene zu befriedigen, hieß es. Anders sei dies, wenn ein Rückkehrer in Afghanistan ein hinreichend tragfähiges und erreichbares familiäres oder soziales Netzwerk habe, er nachhaltig finanziell oder materiell durch Dritte unterstützt werde oder über ausreichendes Vermögen verfüge.

nob/sti (dpa, afp, epd)

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