Bundestrainer Joachim Löw unter Druck | Sport | DW | 09.10.2018
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Vorbereitung auf Prestigeduelle

Bundestrainer Joachim Löw unter Druck

Die anstehenden Spiele gegen in den Niederlande und Frankreich bergen Brisanz: Die Diskussionen über das Nationalteam könnten wieder an Fahrt gewinnen. Doch erst einmal durften sich Löw und Co. in Berlin feiern lassen.

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DFB-Stars bei öffentlichem Training

Profitiert haben beide Seiten. Die meist jungen Fans unter den 5000 Zaungästen beim öffentlichen Training der Nationalmannschaft im Hertha-Amateurstadion in Berlin, weil sie ihren sportlichen Idolen so hautnah wie selten bei der Arbeit zusehen und sogar das eine oder andere Selfie und Autogramm abstauben konnten. Die Nationalspieler und Bundestrainer Joachim Löw, weil sie mit Sprechchören gefeiert wurden - was nach all der Kritik der vergangenen Monate Balsam auf die Seele gewesen sein dürfte. Die eine Hälfte der 5000 kostenlosen Tickets hatte der Berliner Fußball-Verband verteilt, die andere der DFB.

Die Veranstaltung war eine Hausaufgabe, die sich Löw und Co. bei der Aufarbeitung des WM-Debakels von Russland gegeben hatten. "Teil unserer Selbstkritik war, dass wir gesagt haben, wir müssen uns gegenüber den Fans wieder öffnen", sagte der Bundestrainer, stellte jedoch auch klar, dass es sich hierbei nicht um eine Show-Veranstaltung gehandelt habe.

Deutschland Training Fußball Nationalmannschaft in Berlin (picture-alliance/dpa/J. Büttner)

Begeisterung auf den Rängen beim öffentlichen Training der Nationalelf in Berlin

Auch Goretzka und Trapp sagen ab

Schließlich bereitet sich das DFB-Team in Berlin auf die schweren Nations-League-Spiele am Samstag in Amsterdam gegen den Erzrivalen Niederlande und am Dienstag kommender Woche in Paris gegen Weltmeister Frankreich vor (Anpfiff jeweils um 20.45 Uhr MESZ, ab 20.30 Uhr im DW-Audio-Livestream). "Wir sind uns natürlich der Schwere der Spiele bewusst", sagte Löw. "Wir spielen auswärts. Aber wir sind zuversichtlich. Wir haben alle Möglichkeiten, auch wenn ein paar Spieler abgesagt haben."

Die angeschlagenen Marco Reus, Kai Havertz und Antonio Rüdiger werden bei beiden Spielen fehlen - ebenso Leon Goretzka und Torwart Kevin Trapp, die an diesem Dienstag absagen mussten. Löw nominierte für Goretzka dessen Bayern-Kollegen Serge Gnabry nach, für Trapp stößt Bernd Leno vom FC Arsenal zum Team. Zuvor hatte der Bundestrainer bereits Emre Can hinterhergeholt, der nach guten Leistungen bei Juventus Turin mit Rückenwind nach Berlin kam.

"Tapetenwechsel ist gut"

Eher Gegenwind bläst derzeit den Nationalspielern aus Reihen des FC Bayern und auch Toni Kross von Real Madrid entgegen. Beide Teams befinden sich in der Krise. "Zwei Wochen enttäuschende Ergebnisse, Spiele und auch Pech", beschrieb Kroos seine Situation bei den "Königlichen": "Es wird eine große Herausforderung sein, wieder aufzustehen." Dabei will Löw ihm und auch den Bayern-Spielern gerne unter die Arme greifen. "Wenn wir über Boateng, Hummels, Müller oder Neuer reden: Diese Spieler haben viel Erfahrung, die können innerhalb einer Woche wieder eine ganz andere Leistung zeigen", sagte der Bundestrainer "Ein Tapetenwechsel ist gut in so einer Phase. Ich weiß schon, welche Qualitäten diese Spieler haben."

Deutschland Training Fußball Nationalmannschaft in Berlin (picture-alliance/dpa/J. Büttner)

Trotz Bayern-Krise verbreitet Thomas Müller (2.v.r.) gute Laune

Abstiegskampf?

"Wir brauchen die Bayern-Spieler in Bestform", verkündete Julian Draxler, Mittelfeldspieler von Paris St. Germain, vor den Partien in den Niederlanden und Frankreich, auch wenn er die Bedeutung der Nations League nicht allzu hoch hängen wollte. Dort herrsche "sicher nicht der größte Druck, den wir im Fußball haben. Es gibt sicherlich wichtigere Turniere."

Doch auch Draxler dürfte bewusst sein, dass nach dem 0:0 gegen Frankreich Anfang September im Falle zweier Niederlagen innerhalb von vier Tagen nicht nur der Abstieg in die Liga B des Wettbewerbs droht. Ganz sicher würden auch die Diskussionen um die Zukunft der Nationalmannschaft und die Rolle Joachim Löws wieder lauter und intensiver werden. Nach außen gibt sich der Bundestrainer noch gelassen. Abstiegskampf, so Löw schmunzelnd, "habe ich auch schon mitgemacht in meiner Zeit als Vereinstrainer".

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