Bundesregierung stoppt Wald-Projekte in Brasilien | Aktuell Welt | DW | 10.08.2019
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Umweltschutz

Bundesregierung stoppt Wald-Projekte in Brasilien

Der Klimaschutz ist dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ziemlich egal. Daraus hat die Bundesregierung jetzt Konsequenzen gezogen. 35 Millionen Euro Fördermittel sollen wegfallen.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat ein paar ausgefallene Ideen, wenn es um den Klimaschutz geht. Am Freitagabend fragte ihn ein Journalist, ob es möglich sei, gleichzeitig das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, den Hunger in der Welt zu stillen und dabei noch die Umwelt zu schützen. Die Antwort: "Es reicht, etwas weniger zu essen", so Bolsonaro. Dann müsse man nämlich nur noch jeden zweiten Tag zur Toilette gehen. "Und das wäre besser für die ganze Welt".

Natürlich könnte man das Klima auch auf anderem Wege schützen, zum Beispiel durch den Erhalt des Regenwaldes. Doch das scheint derzeit nicht auf der Agenda des brasilianischen Präsidenten zu stehen. Anfang des Monats entließ Bolsonaro den Leiter des Institus für Weltraumforschung. Das Institut hatte zuvor über einen starken Anstieg der illegalen Abholzung im Amazonas berichtet hatte. Nach ihren Recherchen wurden im Juli insgesamt 2254 Quadratkilometer Amazonaswald abgeholzt, viermal so viel wie im Juli 2018.

Rodungen im Amazonasgebiet nehmen rasant zu

Daraus hat nun auch die deutsche Bundesregierung Konsequenzen gezogen. Wegen der beschleunigten Rodung stoppte die Regierung nun die Förderung von Projekten zum Schutz von Wäldern und Artenvielfalt in Brasilien. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte dem Berliner "Tagesspiegel", die Politik der brasilianischen Regierung lasse Zweifel aufkommen, "ob eine konsequente Reduzierung der Entwaldungsraten noch verfolgt wird". 

Brasilien Sao Paulo Palmeiras vs Vasco da Gama | Jair Bolsonaro (Getty Images/M. Schincariol)

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die Mittel für den Kampf gegen den Klimawandel nahezu komplett gestrichen

Erst wenn darüber wieder Klarheit herrsche, könne die Projektzusammenarbeit fortgeführt werden, sagte Schulze. Dabei geht es als ersten Schritt um einen Betrag von rund 35 Millionen Euro. Die Regierung des rechten Präsidenten bekennt sich zwar zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens, doch ihr Handeln spricht eine andere Sprache. Jair Bolsonaro will keine weiteren Schutzgebiete ausweisen, mehr Rodungen zulassen und die Amazonasregion wirtschaftlich stärker nutzen. Ratschläge aus dem Ausland verbittet sich der Ex-Militär. 

mir/kle (dpa, afp, tagesspiegel.de)