Bundesanwaltschaft klagt drei mutmaßliche Islamisten an | Aktuell Deutschland | DW | 18.11.2016
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Extremismus

Bundesanwaltschaft klagt drei mutmaßliche Islamisten an

Der Generalbundesanwalt greift ein: Vor dem Oberlandesgericht München klagt er zwei Terrorverdächtige an. Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf muss sich ein Mann wegen Unterstützung der IS-Miliz verantworten.

Oberlandesgericht München Gebäude (picture alliance/dpa/M. Müller )

Vor diesem Oberlandesgericht müssen sich zwei mutmaßliche Islamisten verantworten

Die Bundesanwaltschaft hat am Freitag gleich drei Anklagen gegen mutmaßliche Islamisten erhoben. In München wird es ein Verfahren gegen zwei 22 und 24 Jahre alte Syrer geben, die Mitglieder der als ausländische Terrorvereinigung eingestuften Ahrar al-Scham waren. Azad R. und Kamel T. sollen sich unter anderem an Kämpfen in Syrien beteiligt haben. Die Ahrar al-Scham ist laut Bundesanwaltschaft "eine der einflussreichsten salafistisch-dschihadistischen Gruppierungen der syrischen Aufstandsbewegung". Sie hat demnach das Ziel, einen allein auf die Scharia gegründeten Gottesstaat zu errichten. Die beiden angeklagten Männer sitzen seit April in Untersuchungshaft. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Bamberg ermittelt, später übernahm die Bundesanwaltschaft das Verfahren.

Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf soll sich ein 18-Jähriger mit deutschem Pass wegen Unterstützung der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) verantworten. Ihm wird vorgeworfen, für den IS Texte übersetzt und sprachlich kontrolliert zu haben. Diese wurden demnach zumindest teilweise im Internet veröffentlicht. Mikail S. sitzt seit Mitte Juli in Untersuchungshaft.

Mutmaßlicher Taliban in Bayern gefasst

Bereits am Donnerstag wurde in Bayern laut Bundesanwaltschaft der 17-jährige Afghane Abdullah S. wegen des Verdachts festgenommen, sich den radikalislamischen Taliban angeschlossen zu haben. Er soll sich demnach nach einer Waffenausbildung von 2013 bis 2015 wiederholt an Kämpfen in Afghanistan beteiligt haben. Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof erließ einen Haftbefehl gegen ihn und ordnete Untersuchungshaft an. Wie der Mann nach Deutschland kam, wo er dort lebte und wie die Festnahme erfolgte, wurde nicht mitgeteilt.

Ebenfalls am Donnerstag klagte die Bundesanwaltschaft wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen einen Syrer vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf an. Der 41-jährige Ibrahim al-F. soll in der syrischen Stadt Aleppo eine Stadtteilmiliz befehligt und Gefangene gefoltert haben, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Die Miliz gehörte demnach zu der Gruppierung Ghoraba al-Scham (Die Fremden von Syrien).

kle/uh (dpa, afp)