Bronze für Ringer Frank Stäbler und Denis Kudla | Sport | DW | 04.08.2021
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Der 12. Olympia-Tag in Tokio

Bronze für Ringer Frank Stäbler und Denis Kudla

Die deutschen Ringer gewinnen am 12. Tag der Olympischen Spielen in Tokio die nächsten Medaillen. Sydney McLaughlin läuft über 400 Meter Hürden Weltrekord. Deutschlands Tischtennisspieler haben Edelmetall sicher.

Japan Tokio | Olympische Spiele 2020 | Frank Staebler

Nach seinem letzten Kampf zieht Bronzemedaillengewinner Frank Stäbler seine Ringerschuhe für immer aus

Es ist eine Bronzemedaille, aber sie ist für den Ringer Frank Stäbler vielleicht wertvoller als alle bisherigen Siege. Bei den Olympischen Spielen in Tokio hat der 32-jährige Stäbler Bronze gewonnen, in einem kraftvoll und unnachgiebig geführten Kampf gegen den Georgier Ramas Soidse in der griechisch-römischen Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm. Der dreimalige Ringer-Weltmeister erreichte damit zum Abschluss seiner internationalen Karriere das lang ersehnte Olympia-Podest. Den Kampf um Bronze hatte er über die Hoffnungsrunde erreicht. 

Stäbler hatte sich im Herbst 2020 mit dem Coronavirus infiziert und musste anschließend einen langen Weg absolvieren, um die Symptome von Long-Covid zu überwinden. Damit nicht genug: Weil seine eigentliche Gewichtsklasse gestrichen worden war, musste er vor den Olympischen Spielen etliche Kilo abnehmen, ohne dabei an Kraft zu verlieren. 

Nach dem Kampf gegen Soidse zog Stäbler seine Ringer-Schuhe aus und verbeugte sich auf der Matte in der Halle. Diese Bronzemedaille - einer der Momente dieser Spiele. 

Kudla macht es Stäbler nach

Und es war für das deutsche Ringen nicht der letzte Sieg an diesem Tag. Kurz nach Stäblers Kampf holte auch dessen Teamkollege Denis Kudla die Bronzemedaille. Der 26-Jährige besiegte in einem der kleinen Finals der Gewichtsklasse bis 87 Kilogramm am Mittwoch den Ägypter Mohamed Metwally. Kudla hatte schon bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro Bronze geholt. Nach Gold durch Aline Rotter-Focken (bis 76 kg) waren es bereits die Medaillen zwei und drei für den Deutschen Ringer-Bund in Japan.

Tischtennis-Team im Finale

Angeführt von Altmeister Timo Boll haben die deutschen Tischtennis-Männer in einem erneuten Krimi das Olympia-Endspiel gegen Seriensieger China erreicht. Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska bezwangen Gastgeber Japan mit 3:2 und kämpfen am Freitag (12.30 Uhr MESZ) um Gold. Während Boll mit Siegen in Doppel und Einzel zum Matchwinner wurde, schrieb Ovtcharov Geschichte: Der 32-Jährige hat seine sechste Olympia-Medaille sicher - kein anderer Spieler hat diese Marke erreicht.

Olympia 2020 Tokio | Tischtennis Timo Boll

Timo Boll gewinnt Doppel und Einzel gegen Japan

Gold fehlt dem zweimaligen Europameister allerdings noch. Das kann er am Freitag holen, China ist dann jedoch klarer Favorit. "Wir sind noch nicht fertig. Ich bin so froh, dass ich gewonnen habe", ergänzte der starke Ovtcharov. Boll wollte das Finale gegen die Chinesen auch nicht schon vorher abschenken: "Ich denke, wir sollten an uns glauben. Es muss erst gespielt werden." Die deutschen Frauen verpassten dagegen den Sprung ins Endspiel. Petrissa Solja, Han Ying und Shan Xiaona unterlagen dem Top-Favoriten China in einer Neuauflage des Endspiels von 2016 mit 0:3 und kämpfen bereits am Donnerstag (4.00 Uhr  MESZ) gegen Hongkong um Bronze.

Zehnkampf: Kauls Medaillen-Traum endet mit Verletzung

Niklas Kaul saß im Rollstuhl, das Gesicht in den Händen vergraben, die Schmerzen waren einfach zu groß - für den Zehnkampf-Weltmeister sind seine Medaillenträume bei Olympia dramatisch geplatzt. Wegen einer Fußverletzung musste der 23-Jährige im abschließenden 400-Meter-Lauf nach etwa der Hälfte des Rennens aufgeben, er wälzte sich auf dem Boden und wurde dann im Rollstuhl aus dem Stadion gefahren. Besonders bitter: Zumindest Bronze schien in Reichweite.

Tokio 2020 | Leichtathletik | Decathlon Männer

Niklas Kaul muss seinen Wettkampf nach einer Fußverletzung abbrechen

Vor seinem Aus hatte Kaul eine starke Vorstellung gezeigt, er lag auf Kurs Bestleistung, steuerte über 8700 Punkte an. Nach 11,22 Sekunden über 100 Meter, 7,36 Meter im Weitsprung und 14,55 Meter mit der Kugel gelang Kaul im Hochsprung mit 2,11 Meter eine persönliche Bestleistung - doch ausgerechnet bei seinem Rekordsprung verletzte er sich am rechten Fuß. 

Weltrekord für Italiens Bahnvierer

Im Expresstempo zur Goldmedaille: Dank ihres Superstars Filippo Ganna sicherte sich Italiens Bahnvierer den Olympiasieg mit der Weltrekordzeit von 3:42,032 Minuten. Der Straßen-Weltmeister im Zeitfahren führte die Squadra Azzurra im Finale gegen Dänemark zum knappen Sieg. Bronze ging an Australien. Deutschland wartet seit der Goldfahrt in Sydney vor 21 Jahren in der einstigen Paradedisziplin auf eine olympische Medaille. Das deutsche Team mit Roger Kluge, Felix Groß, Leon Rohde und Domenic Weinstein verlor seinen Hoffnungslauf gegen Kanada und belegt den sechsten Platz belegt.

McLaughlin pulverisiert Weltrekord

Sydney McLaughlin hat bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio für den nächsten Fabel-Weltrekord gesorgt: Im Finale über 400 Meter Hürden verbesserte die 21 Jahre alte Amerikanerin ihre bisherige Bestmarke von Ende Juni um 44 Hundertstel auf 51,46 Sekunden. "Ich bekomme das gerade noch nicht in meinen Kopf. Ich muss es erst einmal verarbeiten, dann feiere ich später", sagte McLaughlin, die für ihre Zeit eine einfache Erklärung anbot: "Es geht alles nur um Training, Vertrauen in den Trainer. Und das treibt dich dann über die ganze Runde an." 

Tokio 2020 | 400 Meter Hürden Frauen | Sydney McLaughlin

Schnellste über die hindernisgespickte Stadionrunde: Sydney McLaughlin

Hinter McLaughlin blieb Ex-Weltrekordlerin und Landsfrau Dalilah Muhammad in 51,58 Sekunden ebenfalls noch deutlich unter dem alten Topwert. Bronze mit dem Europarekord von 52,03 Sekunden ging an die Niederländerin Femke Bol. 24 Stunden zuvor hatte der Norweger Karsten Warholm im Männerrennen in 45,94 Sekunden ebenfalls einen geradezu irrwitzigen Weltrekord aufgestellt.

Nächstes Skater-Gold für Japan

Deutschlands jüngste Olympia-Teilnehmerin Lilly Stoephasius hat ein starkes Debüt auf der Olympia-Bühne abgeliefert. Die 14-jährige Skateboarderinstellte einen guten Lauf in den "Swimmingpool" von Tokio, schaffte jedoch als Neunte ganz knapp nicht den Sprung ins Park-Finale. Mit ihrem Lauf war sie dennoch "sehr zufrieden". auch im Kampf um Medaillen ging es jünger zu als in allen anderen Wettbewerben.

Die Drittplatzierte Britin Sky Brown ist 13 Jahre alt, Silbermedaillengewinnerin Kokona Hiraki aus Japan gar erst zwölf. Zur ersten Olympiasiegerin in dieser Disziplin krönte sich Sakura Yosozumi . Es ist das dritte Skate-Gold für Japan im dritten Wettbewerb.

Beachvolleyballer ausgeschieden

Clemens Wickler warf seine Kappe in den Sand, Julius Thole schüttelte frustriert den Kopf: Der olympische Medaillentraum der deutschen Beachvolleyballer ist geplatzt. In der Neuauflage des WM-Finals von 2019 verloren Thole/Wickler gegen die russischen Weltmeister Oleg Stojanowski und Wjatscheslaw Krassilnikow mit 0:2 (16:21, 19:21). Ihre olympische Premiere endete damit ohne das erhoffte Edelmetall. "Es ist extrem schade, so kurz vor dem Halbfinale auszuscheiden. Jede Niederlage ist bitter, jetzt tut es besonders weh", sagte Wickler am ARD-Mikrofon.

Schwimmerin Beck freut sich über Platz fünf

Leonie Beck hat im Freiwasserrennen eine Medaille nur knapp verpasst. Die 24-Jährige schlug bei 30 Grad Wassertemperatur nach zehn Kilometern im Odaiba Marine Park in der Tokioter Bucht als Fünfte an. Zu Bronze fehlten lediglich 2,6 Sekunden. 

Tokio 2020 | Schwimmen | Leonie Antonia Beck

Beck: "Bestes Freiwasserrrennen meiner Karriere"

"Es ist besser gelaufen als gedacht. Ich habe alles versucht, alles riskiert", sagte Beck, die sich nach 7,5 Kilometern an die Spitze gesetzt und das Feld auseinander gezogen hatte, "vielleicht hätte ich eine Gerade später anziehen sollen, aber ein fünfter Platz bei Olympischen Spielen ist sehr, sehr gut. Ich kann stolz drauf sein."

Gold ging an Doppel-Weltmeisterin Ana Marcela Cunha aus Brasilien vor der niederländischen Rio-Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal und der Australierin Kareena Lee.

 

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