Briten verstaatlichen Privat-Knast | Aktuell Europa | DW | 20.08.2018
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Strafvollzug

Briten verstaatlichen Privat-Knast

Angesichts chaotischer Zustände in einem privat geführten Männergefängnis sah sich die britische Regierung zum Handeln gezwungen: Das HM Prison Birmingham wurde wieder unter staatliche Kontrolle gestellt.

Gefängnisinspekteure berichteten von Gewalt, Drogen und einem Kontrollverlust der Sicherheitsleute in der Haftanstalt, die zuletzt von einem privaten Betreiber geführt wurde. Von allen Gefängnissen landesweit waren aus dem HM Prison Birmingham von Jahresbeginn bis Juli die meisten Übergriffe gemeldet worden - nämlich 1434.

Chefinspekteur Peter Clarke sagte, die Haftanstalt sei "in die Krise gerutscht". So seien etwa während einer Inspektion einige Gefängnismitarbeiter schlafend oder eingesperrt in ihren Büros aufgefunden worden. Außerdem gebe es an vielen Orten in dem baufälligen Gebäude Ungeziefer und herumliegenden Müll.

Neue Führung

Das Justizministerium in London ernannte bereits einen neuen Gefängnisdirektor sowie ein neues Leitungsteam und setzte 30 zusätzliche Wärter ein. Außerdem wurde die Zahl der Insassen um 30 reduziert. Ende Juli waren in der Haftanstalt noch fast 1300 Straftäter untergebracht.

Anfang der 1990er Jahre hatte die britische Regierung Verträge mit Privatunternehmen über die Leitung von einigen Gefängnissen geschlossen - aktuell werden 17 der insgesamt 123 Haftanstalten im Land privat geführt. Der Fall in Birmingham ist das erste Mal, dass die Regierung einschreiten musste.

wa/se (afp)